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Call for Papers: Anfang (Sprachwissenschaft)

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Im 20. Jubiläumsjahr lädt der Lehrstuhl für Germanistik an der Warmia und Mazury-Universität in Olsztyn zur wissenschaftlichen Konferenz (14.-16.04.2016) ein, die alle Fachbereiche der polnischen Germanistik umfasst: Literatur- und Sprachwissenschaft, Kultur und Geschichte sowie Fremdsprachendidaktik.

Das Treffen in Olsztyn dient dem wissenschaftlichen Austausch zwischen den polnischen Germanisten. Die Mitarbeiter des Lehrstuhls für Germanistik, die hier während der letzten 20 Jahre beschäftigt waren und noch sind, werden ihre Forschungsergebnisse und neue Ansätze vorstellen. Herzlich willkommen sind auch Germanisten-KollegInnen aus dem In- und Ausland.

Sprachwissenschaft
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ So fängt im Neuen Testament das Evangelium nach Johannes an. Ohne Worte wäre nie die Fülle von Ideen entstanden, geschweige denn aus dem Kopf in die Welt gelangt. Die Sprachwissenschaft als eigenständige wissenschaftliche Disziplin ist eine relativ junge Wissenschaft, denn erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts kann man von Sprachwissenschaft in dem eingangs erläuterten Sinne sprechen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache und Sprachen ist dagegen wesentlich älter. Seit Jahrtausenden faszinieren sich die Wissenschaftler für das Phänomen Sprache, die dem Menschen seit Anfang seiner Existenz als Mittel zum Informationsaustausch dient. Die Sprache basiert auf kognitiven Prozessen und ist durch gesellschaftliche Bedingungen gekennzeichnet, weswegen sie nicht statisch ist und einem kontinuierlichen Wandlungsprozess unterliegt, der aus der Notwendigkeit der Anpassung sprachlicher Ausdrucksmittel an eine sich ständig verändernde Lebenswirklichkeit resultiert. Der Linguist steht nicht völlig paralysiert vor dem Phänomen Sprache und vor ihren Veränderungen, sondern nimmt sich ihrer an und versucht das Wesen der Sprache zu ergründen. Dabei interessieren ihn vor allem die formalen und inhaltlichen Strukturen eines Satzes oder Wortes, die Prozesse bei ihrer Kombinierung sowie die beim Empfänger erreichten Wirkungen. Im Zentrum der linguistischen Forschung stehen aber auch die Fragen, die sowohl die Produktion als auch die Rezeption von Texten thematisieren. Es wird dabei danach gefragt, wann der Text anfängt und was ihm zugrunde liegt. Die Textlinguistik bemerkte die Zunahme des Bildlichen und stellt immer wieder die Fragen nach den möglichen sprachlich-bildlichen Verflechtungen, zu denen es sowohl in Print- als auch in Onlinemedien kommt. Die aus diesen Verflechtungen resultierenden Gesamttexte werden zum Forschungsgegenstand der sich gerade etablierenden Medienkulturlinguistik. Die Linguisten, die Fragen nach möglichen Zusammenwirkungen und Funktionen von Sprache und Bild in der kulturgeprägten und kulturprägenden Kommunikation stellen, stehen somit vor einem neuen Anfang. Die interdisziplinäre Ausrichtung ihrer Textforschung ist dabei als etwas Natürliches anzusehen. Dank der sprachwissenschaftlichen Forschung wissen wir zwar sehr viel über die menschliche Sprache, aber immer noch nicht alles. Sogar bereits bestehende Sprachtheorien bedürfen, um als Erkenntnisse anerkannt zu werden, ständiger Verifikation durch empirische Forschung. Aus dem Grunde ist die Aufgabe der Linguisten immer wieder aufs Neue zu zeigen, wie faszinierend, komplex und vor allem unentbehrlich unsere Sprache ist.

Mögliche Fragestellungen / Themenfelder:
-    Vom Indogermanischen bis zum Deutschen (Deutsche Sprache von Anfängen bis zur Gegenwart)
-    Sprachwandel und Entwicklungstendenzen der deutschen Sprache
-    Deutsch heute
-    Einflüsse auf die deutsche Sprache (Anglizismen, andere Sprachen, Medien, Chatsprache usw.)
-    Der neue Anfang? Veränderung des Deutschen infolge der Migration: Vereinfachung, Verarmung, Modernisierung, Bereicherung?

Frist: 30.11.2015

Tagungssprache ist Deutsch. Die Veröffentlichung des Bandes ist geplant. Die Konferenzgebühr in Höhe von 80 Euro wird erhoben: darin sind Verpflegungs- und Publikationskosten enthalten.

Kontakt: Alina Kuzborska anfang(at)uwm.edu.pl



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