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Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete in New York das erste Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus

Deutsches Haus – Eine Art Goethe-Institut der Wissenschaft

Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete in New York das erste Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus. Vier weitere in Russland, Brasilien, Indien und Japan folgen – sie sollen die deutsche Forschung weltweit sichtbar machen.

„Das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus ist für den DAAD ein spannendes Projekt, weil wir direkt in Forschungsinhalte einsteigen“, sagt Sebastian Fohrbeck, Leiter der DAAD-Außenstelle New York. „Wir beschäftigen uns erstmals mit konkreten Themen wie Gentechnologie, Gesundheitsforschung oder Ethik – für den DAAD eine neue Erfahrung.“ Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete am 19. Februar das erste deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) in New York vor rund 200 Gästen. Die Zentren sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Auswärtigen Amtes. An fünf Standorten – neben New York auch Sao Paulo, Neu Delhi, Moskau und Tokio – sollen sie die Sichtbarkeit der deutschen Forschung und Entwicklung erhöhen und die Aktivitäten der deutschen Forschungslandschaft bündeln. Sie sind ein wichtiger Bestandteil in der Umsetzung der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung. Der DAAD ist gemeinsam mit der DFG Konsortialführer des New Yorker Hauses; die drei DWIH-Mitarbeiter sind zugleich DAAD-Angestellte.      Das Das "German House" ist auch Sitz der DAAD-Außenstelle

Neugierde auf Deutschland wecken
„Das DWIH ist eine Art Goethe-Institut der Wissenschaft“, sagt Sebastian Fohrbeck. In Konferenzen, Vorträgen, Ausstellungen und in einem umfassenden Webauftritt präsentiert sich das Haus künftig der nordamerikanischen und kanadischen Öffentlichkeit. Ein Thema ist Umweltschutz und „Erneuerbare Energie“: Viele Nordamerikaner interessieren sich zum Beispiel für die innovative Solartechnik aus Deutschland. US-Forscher und Politiker schauen auch auf das deutsche Gesundheitssystem – es ist weit kosteneffizienter als das amerikanische.

Die Veranstaltungen des DWIH sind als Joint Ventures geplant. Sie werden in Kooperation mit amerikanischen Universitäten organisiert und finanziert. Konferenzen finden teilweise im Wissenschaftshaus oder an den Universitäten unter dem Logo des DWIH statt. „Auf den Veranstaltungen präsentieren sich idealerweise Forscher aus Deutschland und den USA, die bereits erfolgreich kooperieren“, so Fohrbeck. „Die US-Forscher wecken das Interesse der US-Öffentlichkeit, die Deutschen können sich dann leicht einem breiten Publikum bekannt machen.“ Im Oktober veranstaltet das DWIH den ersten großen Kongress zum Thema „Umwelt und erneuerbare Energien“.

Deutsche Forschung für USA unübersichtlich
Das DWIH in New York versteht sich auch als Serviceeinrichtung, die deutsch-amerikanische Austausch- und Kooperationsvorhaben unterstützt. „Die deutsche Wissenschaftslandschaft mit Leibniz- oder Helmholtz-Gemeinschaft, Max Planck- und Fraunhofer-Instituten ist für US-Wissenschaftler sehr unübersichtlich“, sagt Fohrbeck. Wenn sich jemand für eine Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert, vermittelt das Haus die richtige Adresse. Außerdem stellt das Haus innovative deutsche Firmen vor, etwa aus dem Bereich der Wind- und Solartechnik, um Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern.

Das DWIH ist im „German House" in New York untergebracht, wo bereits der DAAD, die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie 27 Hochschulen Büros betreiben. Für Fohrbeck ist New York eine gute Wahl: „Es ist der größte Wissenschaftsstandort der USA“, sagt er. „Hier machen die meisten Studierenden ihre Abschlüsse, hier werden die meisten Mittel in Forschung und Entwicklung investiert.“ Die Aktivitäten der USA konzentrieren sich in dem Korridor aus Millionenstädten zwischen Washington und Boston. New York liegt in ihrem Zentrum und ist somit für Amerikaner wie für ankommende Europäer am besten erreichbar.


Autor: Boris Hänßler
Veröffentlichungsdatum: 03.03.2010

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