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Förderprogramm „Tempus“ verbessert die Lehre

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Tag in einer deutschen oder anderen ausländischen Uni? Fremde Gesichter, eine fremde Sprache und wahrscheinlich eine Ihnen fremde Art der Lehre. Jedes Jahr machen in Deutschland Gaststudenten spannende Erfahrungen. Aber auch für Dozenten lohnt der Blick über die eigene Hochschule hinaus.

 

Deshalb fördert das EU-Projekt „Tempus“ seit 20 Jahren internationale Kooperationen, die das Ziel haben, die Hochschulbildung in Nachbarländern der Europäischen Union – in Osteuropa, Russland, Zentralasien, dem westlichen Balkan und den südlichen Mittelmeeranrainern – zu modernisieren und somit für gute Lehre zu sorgen. 

 

Seminar ohne Augenkontakt

 

Beispiel Sibirien. Hier haben vor allem Ingenieure Probleme mit dem Erlernen moderner Fremdsprachen. „Sibirische Fachdozenten lesen traditionell im Seminar ein Skript ab, ohne ihre Studenten anzusehen; es wird nur Übersetzung trainiert, nicht das Sprechen der fremden Sprache“, berichtet Klaus Schwienhorst vom Fachsprachenzentrum der Leibniz Universität Hannover.

 

Ohne Deutsch und Englisch geht es nicht

 

Er hat mit Kollegen aus Polen und Großbritannien daran gearbeitet, Studierende der Universitäten Omsk, Tjumen und Irkutsk für das Berufsleben fit zu machen. Denn gute Deutsch- und Englischkenntnisse sind unverzichtbar, wenn etwa Absolventen des Studiengangs Öl- und Gasbohrung einen Job bei international tätigen Firmen erhalten möchten.

 

Tempus verbessert Qualität der Lehre

 

Im Rahmen von „Tempus“ reisten deshalb sibirische Hochschullehrer an europäische Universitäten, um sich in der Praxis anzusehen, wie dort Ausbildung und Lehre funktionieren. Umgekehrt fuhren europäische Dozenten nach Sibirien und begleiteten die Entwicklung der Studierenden und der Hochschullehrer. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Erreichten anfangs nur zwei Prozent der Ingenieure ein höheres Niveau in den Fremdsprachen Deutsch und Englisch, so waren es am Ende der Förderung 30 Prozent.

 

Lernen im Dialog

 

Wie Inhalte vermittelt werden, ist entscheidend für den Lernerfolg. Der  Hochschullehrer kann sehr viel zur Motivation der Studierenden beitragen, meint Professor Jürgen Richter-Gebert vom Lehrstuhl Geometrie und Visualisierung der Technischen Universität München: „Auch eine Vorlesung mit 950 Teilnehmern kann man als Dialog gestalten. Allerdings müssen sich die Studenten erst daran gewöhnen, dass Rückfragen zulässig sind“, sagt der Träger des Ars-Legendi-Preises 2011. Jedes Jahr wird diese Auszeichnung für exzellente Lehre vergeben.

 

Der Ritus der Lehre

„Eine Lehrveranstaltung folgt einem erlernten Ritus“, meint der Mathematikprofessor. Diesen Ritus zu durchbrechen, die Erwartungen nicht zu erfüllen, binde die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Die eigene Person und die eigene Begeisterung für das Fach einfließen zu lassen, ist Richter-Gebert wichtig. Zum Beispiel über ein Thema wie „Ästhetik der Mathematik“ zu sprechen, auch wenn das für Prüfungen keine Rolle spielt.

 

Nah am Studenten

 

Gute Lehre holt die Studenten dort ab, wo sie stehen und behandelt Themen, die für die Lernenden persönlich wichtig sind. Diese Erkenntnis berücksichtigen auch die Projekte im „Tempus“-Programm. Die Freie Universität Berlin beispielsweise entwickelt E-Learning-Module für den Studiengang „Public Policy and Child Rights“ an vier Universitäten in Ägypten und Jordanien. In diesem Jahr ist eine Summer School geplant, die die Funktionsweise von sozialen Medien wie Facebook und Twitter untersucht. Thema ist unter anderem, welche Rolle diese Medien beim politischen Umbruch im Nahen Osten gespielt haben und wie sich diese Mechanismen für das Thema Kinderrechte nutzen lassen. 

 

 

Links zum Thema "Hochschulen und Lehre" in der Community

Hochschulen auf dem Alumniportal Deutschland 

Deutsch-Vietnamesische Hochschulkooperation 

Mathematikum - Mathematik zum Anfassen 


Nana Nikabadze

13.05.2012 09:13 Uhr

Mein Name ist Nana,komme aus Georgien und bin zurzeit als DaF-Lehrerin im Erwachsenenbereich taetig.Mein grosser Wusch ist,in Deutschland an einem Fortbildungskurs teilzunehmen.Wie moeglich ist es fuer eine Auslaenderin?

Habibullo

03.02.2012 05:27 Uhr

Guten Tag.<br /> Sehr gute Thema!Ich arbeite als Lehrer in der Berufschuhle.Ich bin aus Uzbekistan.Kann ich auch daran teilnehmen?<br /> MFG Habibullo

Pablo Moreno

03.01.2012 04:23 Uhr

Hallo, ich finde das ein interesantes program, da ich in einer Uni in Lima Peru arbeite. Meine Frage ist: falls ich aus einem Südamerikanisches Land komme, kann ich daran teilnehmen?. Danke schön. <br /> Pablo Moreno<br /> pmoreno@tecsp.edu.pe

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Förderprogramm "Tempus"

Mit „Tempus“ unterstützt die Europäische Union seit 1990 die Modernisierung des Hochschulwesens in 27 Nachbarstaaten. Auf dem Programm stehen die Verbesserung der Qualität der Lehre oder des Hochschulmanagements. Deutschland engagiert sich dabei stark: An 25 von insgesamt 63 „Tempus“-Projekten sind deutsche Hochschulen beteiligt, Für die Finanzierung der inzwischen vierten „Tempus“-Phase von 2007-2013 stehen 52 Millionen Euro zur Verfügung. Die koordinierende Stelle in Deutschland liegt beim DAAD.

 

Weitere Links zum Förderprogramm "Tempus"

 

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