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Sushi statt Sauerkraut – die internationale Küche erobert Deutschland

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Knödel, Eintopf und Vanillepudding sind passé. Heutzutage findet man auf den Speisekarten der Restaurants in Deutschland mindestens genauso häufig Pasta Arrabbiata, Currys oder frische Speisen aus dem Wok. In den Restaurants und auch in den deutschen Haushalten hat die internationale Küche Einzug gehalten und die Essgewohnheiten der Deutschen erheblich verändert. Woher kommen das Interesse und die Lust auf exotische Speisen - und was wird aus der typisch deutschen Küche?

 

Die internationale Küche hat die Restaurants und Haushalte Deutschlands erobert: in jeder größeren Stadt in Deutschland gibt es längst nicht mehr nur italienische, chinesische oder griechische Restaurants. Die Seychellen, Hawaii, Peru, Libanon, Malaysia – sie alle kann man zum Beispiel in München bei einem Restaurantbesuch kulinarisch kennenlernen. Auch zu Hause werden die Deutschen beim Kochen immer unternehmungslustiger. Beim Internetanbieter Amazon kann man derzeit ca. 5.000 deutschsprachige Kochbücher mit internationalen Rezepten bestellen, die deutsche Rezeptplattform www.chefkoch.de bietet eine Unmenge von internationalen Gerichten zum Nachkochen an, und es gibt ganze Lebensmittelmarken, die sich ausschließlich auf Zutaten für die internationale Küche spezialisiert haben.

 

Die Deutschen sind schon seit den 1960er Jahren äußerst reiselustig. Sie freuen sich, wenn sie die Spezialitäten, die sie im Urlaub kennengelernt haben, auch zu Hause genießen können. In Folge der ersten größeren Reisewellen während des Wirtschaftswunders wurden daher vor rund 50 Jahren die ersten Pizzerien in Deutschland eröffnet. Ihnen folgten spanische und griechische Restaurants sowie die (damals noch) jugoslawischen Gaststätten. Dass es in Deutschland so viele chinesische Restaurants gibt, hat zwar andere Gründe, zeugt aber auch von der kulinarischen Abenteuerlust der deutschen Restaurantbesucher. Heutzutage reisen die Deutschen beruflich und in ihrer Freizeit um die ganze Welt und diese Weltoffenheit zeigt sich auch in ihren Essgewohnheiten.

 

Internationale Küche am eigenen Herd

 

Aber nicht nur in Restaurants und Gaststätten geht es international zu, sondern auch in den heimischen Küchen und Vorratsschränken. Wo man noch vor ein paar Jahrzehnten Maggi-Würze und Perlgraupen  gefunden hätte, stehen nun Kokosmilch, getrocknete Chilischoten und frisches Basilikum im Regal. Man probiert munter aus, studiert Rezepte und sucht in Asia-Shops und auf dem Markt nach den passenden Zutaten. Die Lebensmittelindustrie hat den Trend schon vor fast zwanzig Jahren erkannt: Im Jahr 1993 gab Nestlé eine Studie zum Thema „Ethnic Food“ in Auftrag. Vielleicht auch als Resultat dieser Studie gibt es in größeren Supermärkten heute ganze Regale voller Zutaten, die den Deutschen die (fast) authentische Zubereitung von Sushi, Borschtsch oder Souvlaki ermöglichen.

 

Pro und contra „Multi-Kulti-Küche“

 

Es gibt aber auch kritische Meinungen zu dieser Entwicklung. Manche Kritiker bemängeln, dass bei den kulinarischen Experimenten die Authentizität der Speisen verlorengeht. Tatsächlich könnte man vermuten, dass zum Beispiel ein Inder das Gericht, das bei uns als „Curry“ serviert wird, eher merkwürdig findet. Andere befürchten, dass die Vorliebe für die internationale Küche die regionalen Küchen Deutschlands in Vergessenheit geraten lassen – und dass ein junger Großstadtbewohner sich unter Döner oder Chop Suey eher etwas vorstellen kann als unter Labskaus und Obatzter

 

Die internationale Küche als Bereicherung

 

Wie auch immer die Meinungen sind, die vielfältigen internationalen Einflüsse auf deutsche Essgewohnheiten sind nicht mehr zu stoppen. Vielleicht kann aber die Vielfalt der Möglichkeiten helfen, die zunehmenden ernährungsbezogenen Gesundheitsprobleme in Deutschland zu lösen. Vielleicht entstehen aus so manchen Experimenten in deutschen Küchen Gerichte, die man wirklich keinem Land mehr zuordnen kann. Vielleicht geraten über die Neugier auf unbekannte Zutaten manche altbekannten Spezialitäten tatsächlich vorübergehend in Vergessenheit - und werden später wieder entdeckt. Aber der spielerische Umgang mit neuen Gewürzen und Zubereitungsarten macht einfach Spaß und ist dem Griff zur Dosensuppe auf jeden Fall vorzuziehen.

 

Diskussion über internationale Küche in der Community

 

Haben Sie in Deutschland einmal ein Restaurant besucht, in dem die Küche Ihres Heimatlandes angeboten wird? War das Essen einigermaßen authentisch? Gibt es vielleicht in Ihrem Heimatland ein deutsches Spezialitätenrestaurant? Was bekommt man dort zu essen und erinnert es Sie an Ihren Aufenthalt in Deutschland?

 

In der Gruppe „Essen & Trinken“ können Sie sich über das Thema internationale Küche austauschen und über Ihre persönlichen Erfahrungen berichten.

 

Autorin: Elena Krüskemper

 

ayse tanir sagt...

23. November 2012

Sehr schade. Sauerkraut ist überaus gesund - es hat sogar B12 was ungwöhnlich ist für Gemüse.

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