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Das CHIO Aachen: Pferdesport auf höchstem Niveau

Wer sich für den Pferdesport in Deutschland interessiert, kennt das CHIO Aachen. Jedes Jahr im Sommer treffen sich pferdebegeisterte Menschen aus aller Welt auf diesem Turnier, um an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen oder die einzigartige Atmosphäre als Zuschauer mitzuerleben. Der Reitsport ist allerdings in Deutschland auch Thema öffentlicher Diskussionen und Debatten.

Der internationale Pferdesport findet jedes Jahr im Sommer für zehn Tage seine Heimat in Aachen, einer deutschen Stadt im Dreiländereck zwischen Deutschland, Holland und Belgien. Das CHIO (Concours Hippique International Officiel), auch „Weltfest des Pferdesports“ genannt, ist ein Turnier der Superlative: In den fünf Disziplinen Springreiten, Dressurreiten, Gespannfahren, Vielseitigkeitsreiten und Voltigieren werden dort Wettkämpfe auf internationalem Niveau ausgetragen. Viele Menschen aus aller Welt reisen dorthin, um den Reitsport und die ganz besondere Atmosphäre des CHIO Aachen zu erleben.

CHIO Aachen: Ein Turnier mit Tradition und großer Anziehungskraft

Mehr als 360.000 Menschen waren beim CHIO 2012 live dabei und haben sich zum Teil gleich die Karten für das nächste Turnier vom 21. bis 30. Juni 2013 gekauft. Das CHIO Aachen nahm im Jahr 1924 seinen Anfang und wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile kann man dort alle großen Stars der internationalen Reitsport-Szene erleben, denn jeder, der im Pferdesport erfolgreich sein will, muss sich in Aachen mit der Konkurrenz messen. Viele bedeutende Reiter, sowohl im Springreiten als auch in der Dressur, stammen aus Deutschland und genießen daher sozusagen einen „Heimvorteil“ – das Publikum feiert sie ganz besonders begeistert.

Spaß und Spannung rund um den Pferdesport beim CHIO Aachen

Das CHIO bietet zudem ein interessantes Rahmenprogramm. In jedem Jahr gibt es Veranstaltungen zum jeweiligen Partnerland: So waren zum Beispiel 2012 im großen Springstadion auf der Soers (so heißt das Turniergelände) brasilianische Wildpferde zu bewundern. Im Jahr 2013 ist Dänemark das Partnerland. Und natürlich kann man rings um die Stadien alles kaufen, was man für den Pferdesport an Ausrüstung braucht.

Den krönenden Abschluss des CHIO Aachen bildet jedes Jahr die „Verabschiedung der Nationen“. Alle zwei- und vierbeinigen Teilnehmer präsentieren sich noch einmal dem Publikum. Einer schönen Tradition folgend schwenken Teilnehmer und Zuschauer allesamt zum Abschied weiße Taschentücher und es erschallt das deutsche Volkslied „Muss i denn zum Städele hinaus“.

CHIO Aachen 2009 – Abschied der Nationen

Der Pferdesport in der Kritik

Wie in vielen anderen Sportarten gibt es auch im Reitsport immer wieder Diskussionen um Trainingsmethoden, Doping und die Rolle von finanziellen Interessen. Es geht auch beim CHIO Aachen um viel Geld, denn der Gewinner beim Großen Preis der Springreiter (der schwierigste und wichtigste Springreitwettkampf des CHIO) erhält 2013 eine Million Euro. Das derzeit bekannteste Dressurpferd Deutschlands, der Hengst Totilas, wurde 2010 für einen Betrag in Höhe von zehn bis fünfzehn Millionen Euro aus den Niederlanden an den deutschen Züchter und Ex-Springreiter Paul Schockemöhle verkauft. Das Thema Doping war vor allem im Zusammenhang mit den olympischen Spielen in Athen 2004 in aller Munde: Der deutschen Springreitermannschaft wurde die Goldmedaille wieder abgenommen, weil eines der Pferde mit einer verbotenen Salbe behandelt worden war.

Dass aber auch im harten Pferdesport die Gefühle eine große Rolle spielen, zeigt das Beispiel eines Traumpaars des CHIO Aachen: 2011 verabschiedete die deutsch-amerikanische Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum tief gerührt ihr 18-jähriges Pferd Shutterfly in den wohlverdienten Ruhestand (der Wallach ersprang während seiner Laufbahn Preisgelder in Höhe von über drei Millionen Euro). Und dies natürlich beim CHIO Aachen.

CHIO Aachen 2011: Letzter Start und Abschied von Shutterfly

Wie sagt Meredith Michaels-Beerbaum in dem Video: „Das beste Pferd der Welt wird beim besten Turnier der Welt verabschiedet.“ Und das Publikum auf der Soers zeigt sich von seiner besten Seite. Ein Weltfest für den Pferdesport eben.

Pferdesport in Deutschland

Der Pferdesport hat in Deutschland eine lange Tradition, genau wie die Zucht von erstklassigen Reit- und Fahrpferden. Hannoveraner, Holsteiner, Oldenburger – diese Zuchtverbände sind unter Pferdeinteressierten weltweit bekannt.

Laut der „Deutschen Reiterlichen Vereinigung“ treiben heute ungefähr 1,24 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig Pferdesport und circa 300.000 Menschen verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Vor allem junge Mädchen sind begeistert von Pferden und nehmen fleißig Reitunterricht. Vielleicht träumen sie auch von einer Karriere als Turnierreiterin, aber für die meisten bleibt die Beschäftigung mit den Pferden ein Hobby.

Dem Reitsport wird oft vorgeworfen, elitär zu sein. Es ist sicher ein teurer Sport, aber mit etwa 15 Euro pro Unterrichtsstunde kann man ihn durchaus mit anderen Sportarten vergleichen.

Juni 2013

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