
Seit einigen Jahren blüht die Bundesrepublik auch als Reiseland auf. 2010 lag Deutschland bei den Urlaubern erstmals auf Platz 2 der europäischen Ziele, hinter Spanien und vor Frankreich. Zwar machen viele Deutsche Urlaub im eigenen Land – zuletzt etwa 40 Prozent aller Urlaubsreisen – doch kommen auch immer mehr ausländische Feriengäste in die Bundesrepublik.
2010 zählte das Statistische Bundesamt mehr als 60 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste. Historische Bestmarke für Deutschland. Mehr als drei Viertel der Übernachtungen gingen an Gäste aus dem europäischen Ausland. Zählt man statt der Übernachtungen die Reisen, kamen 2010 rund 40 Millionen ausländische Feriengäste. Das macht eine Steigerung von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, schreibt Die Zeit.
Zu Gast bei Freunden
Am Wetter liegt es wohl kaum, dass Deutschland im europäischen Ausland derzeit so beliebt ist. Bei der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt hat man eine andere Erklärung: „Die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat einen Teil dazu beigetragen, das Reiseland Deutschland stärker in den internationalen Fokus zu rücken“. Beim Nation Brands Index, einem Image-Ranking für Länder weltweit, sprang Deutschland in der Kategorie Tourismus von Platz 19 auf 9 unter insgesamt 50 bewerteten Ländern im WM-Jahr 2006. Seither konnte sich Deutschland in den Top Ten halten.
Das Sommermärchen also? Ein gutes Image genügt nicht. Auch der ökonomische Rahmen muss stimmen. „Die Reiselust steigt nicht nur in Deutschland sondern auch international wieder stark an. Davon profitiert Deutschland enorm“, sagt Martina Binhack von der DZT. Als weiteren Bonus verbucht man bei der DZT die große Auswahl an Übernachtungsangeboten mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis im europäischen Vergleich.
In Deutschland scheint nicht immer die Sonne
Ein Reiseziel, das nicht konkurrieren kann mit dem Sonnenschein und den Badestränden der Mittelmeerländer, braucht andere Argumente. „Deutschland punktet mit seinem touristischen Angebot genau in den Segmenten, die derzeit absolute Megatrends sind: Kulturreisen und Gesundheitstourismus“, glaubt Martina Binhack und verweist auf etwa 350 Heilbäder und Kurorte mit Qualitätssiegel. Auch bei den Kulturreisen liegt Deutschland auf Platz 2 in Europa. „Die Übernachtungszahlen in Großstädten mit 100.000 Einwohnern und mehr stiegen im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich um 9 Prozent auf 103,4 Millionen“, meldet das Statistische Bundesamt. Beim europäischen Städtevergleich lag Berlin im Vorjahr auf Platz 3. Nur London und Paris zählten mehr Übernachtungen, schreibt Der Spiegel.
Kultur lockt Touristen
Auch die Tourismus-Studie des Weltwirtschaftsforums The Travel & Tourism Competitiveness Report 2011 liefert Argumente für den Deutschland-Boom. Vor allem der Reichtum an kulturellen Ressourcen zeichne das Land aus: „… weltweit auf Platz 5 bei den Weltkulturerbe-Stätten, Platz 2 bei den Internationalen Messen und Ausstellungen und Platz 3 beim kulturellen Angebot.“ Das konnte nicht ewig verborgen bleiben. Sommermärchen sei Dank.
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Novel Meilanie
06.10.2011 11:54 Uhr
schade, dass das Kommentar von Herrn Bopf runtergegangan war. Ich habe es dann sehr spaet gelesen und moechte gerne noch mal ein Kommentar dazu schreiben. Es tut mir sehr Leid, dass es tatsaechlich auch sehr eine Enttaeuschung war (und ist noch wahrscheinlich, Dresden wegen der Autobahnbruecke nicht mehr als Kulturerbe zu gewinnen. Das habe ich wirklich verpasst. Ich wuerde auch bestimmt diese Autobahnbruecke dagegen sein. Abgesehen davon, im Vergleich zu Deutschland,in meinem Heimatland ist die Zerstoerung unserer sehr schoenen Landschaft sehr riesig und passierend ohne Ende ist. Jede Menge alte historische Gebaeude gehen kaputt fuer die Unternehmers Interesse, statt diese Gebeude zu schuetzen, bauen wir Kaufhauszentrum, ueberall und jede Zeit kommen immer mehr und mehr. Das schadet viel, unsere gruene, ruhige Umgebung, wertvolle historische Gebaeude und verursacht unglaublichen Stau, weil diese Kaufhaeuser immer im Zentrum und genau an der Hauptstrasse gebaut werden muessen. Sie koennen sich vorstellen, wie unser Verkehr ist, schwimmende Autos besonders in grosser Stadt.Das ist nur als ein von tausenden Beispielen wegen der ohne vernuenftigen Stadt Planung. Bei dieser Situation verliert man die Lust die Stadt zu besichtigen. Bin nicht skeptisch, aber um viele touristen zu erreichen, muessen wir wirklich viel aufbauen, nicht nur Infrastruktur sondern auch unsere Mentalitaet.
Sven Bopf
29.09.2011 14:37 Uhr
Ich kann die begeisterung von Meilanie nicht teilen. Das man die schöne, klassische elblandschaft in Dresden durch eine autobahnbrücke verschandelt und dadurch den Welkultur-Erbe-Status verliert, spricht doch eher dafür, dass die Deutschen ihr automobil und die passenden rennstrecken mehr lieben als Ihr kulturerbe – von der natur, die auf der Strecke bleibt, ganz zu schweigen. <br /> Immerhin kommen so einige touristen nach Deutschland die sich in den täglichen irrsinn auf den autobahnen stürzen können und mal 200km zu fahren. <br />
Xhasmin
08.09.2011 15:25 Uhr
In Deutschland habe ich nur 10 Monaten gewohnt und ich bin nach diesem Land verliebt. Deutschland bietet uns viele Möglichkeieten an, um unvergessliche Ferien zu verbringen.