Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Die meisten Menschen leben in Städten und Siedlungen, und es werden immer mehr. Manche Großstädte stehen kurz vor dem Kollapssie platzen aus allen Nähten. Es ist eine Herausforderung, Städte zu einem gesunden und sicheren Wohnraum für alle zu machen.

Besonders in Entwicklungsländern ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Städte, weil sie sich dort größere Chancen erhoffen. Städte und Siedlungsraum dehnen sich schnell aus, trotzdem ist vielerorts der Wohnraum knapp und damit teuer. Immer mehr Menschen in der Welt leben ärmlich in Slums. Oft gibt es zu wenige öffentliche Verkehrsmittel und die Luftverschmutzung nimmt zu. Es ist teuer und aufwendig, für viele Menschen sauberes Wasser und Strom zur Verfügung zu stellen und den Abfall zu entsorgen. Weltweit sind Städte für gravierende Umweltschäden verantwortlich.
Was ist zu tun?

Städte sollen für die Menschen auch weiterhin Orte des Handels, der Kultur, der Wissenschaft, der Innovation und des Fortschritts sein. Dies kann nur gelingen, wenn der Wohnraum Stadt nachhaltig und inklusiv gestaltet wird. Dafür braucht es eine gute Stadtplanung sowie nationale Strategien und regionale Entwicklungspläne. Städte müssen Lösungen finden, damit sie den Menschen Wohnraum, eine Grundversorgung und Verkehrssysteme bereitstellen sowie Sicherheit, niedrigere Umweltbelastungen und Grünflächen zur Erholung bieten können.

Besonders Städte in Entwicklungsländern müssen sich besser vor Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen rüsten. Hierbei muss die internationale Staatengemeinschaft finanziell und technisch helfen.

Daten und Fakten

  • Die Hälfte der Menschheit lebt heute in Städten. Im Jahr 2050 werden es voraussichtlich 80 Prozent sein.
  • Etwa ein Drittel der städtischen Bevölkerung in Entwicklungsländern lebt in Slums.
    Städte machen nur drei Prozent der Erdoberfläche aus, sind aber für 75 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.
  • Die Hälfte aller Stadtbewohner atmet Luft, deren Schmutzwerte mindestens 2,5-fach höher sind als der von der WHO festgelegte Höchstwert.

11.1 Bezahlbarer Wohnraum

  Bis 2030 den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle sicherstellen und Slums sanieren

11.2 Mobilität ermöglichen

Bis 2030 den Zugang zu sicheren, bezahlbaren, zugänglichen und nachhaltigen Verkehrssystemen für alle ermöglichen und die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern, insbesondere durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, mit besonderem Augenmerk auf den Bedürfnissen von Menschen in prekären Situationen, Frauen, Kindern, Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen

11.3 Verstädterung nachhaltig gestalten

Bis 2030 die Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten und die Kapazitäten für eine partizipatorische, integrierte und nachhaltige Siedlungsplanung und -steuerung in allen Ländern verstärken

11.4 Natur- und Kulturerbe schützen

Die Anstrengungen zum Schutz und zur Wahrung des Weltkultur- und -naturerbes verstärken

11.5 Katastrophenschutz

Bis 2030 die Zahl der durch Katastrophen, einschließlich Wasserkatastrophen, bedingten Todesfälle und der davon betroffenen Menschen deutlich reduzieren und die dadurch verursachten unmittelbaren wirtschaftlichen Verluste im Verhältnis zum globalen Bruttoinlandsprodukt wesentlich verringern, mit Schwerpunkt auf dem Schutz der Armen und von Menschen in prekären Situationen

11.6 Umweltbelastungen senken

Bis 2030 die von den Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf senken, unter anderem mit besonderer Aufmerksamkeit auf der Luftqualität und der kommunalen und sonstigen Abfallbehandlung

11.7 Gestaltung öffentlicher Räume

Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sicheren, inklusiven und zugänglichen Grünflächen und öffentlichen Räumen gewährleisten, insbesondere für Frauen und Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen

11.a Verbindung zwischen Stadt & Land

Durch eine verstärkte nationale und regionale Entwicklungsplanung positive wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbindungen zwischen städtischen, stadtnahen und ländlichen Gebieten unterstützen

11.b Nachhaltige Stadtpolitik & Katastrophenvorsorge

 Bis 2020 die Zahl der Städte und Siedlungen, die integrierte Politiken und Pläne zur Förderung der Inklusion, der Ressourceneffizienz, der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen beschließen und umsetzen, wesentlich erhöhen und gemäß dem Sendai-Rahmen für Katastrophenvorsorge 2015-2030 ein ganzheitliches Katastrophenrisikomanagement auf allen Ebenen entwickeln und umsetzen

11.c Nachhaltig Bauen

Die am wenigsten entwickelten Länder unter anderem durch finanzielle und technische Hilfe beim Bau nachhaltiger und widerstandsfähiger Gebäude unter Nutzung einheimischer Materialien unterstützen

„Das Wohlbefinden der Menschen hängt von der Gestaltung der Städte ab: soziale Netzwerke, Vertrauen, Sicherheit, Kommunikation, gemeinsames Verantwortungsgefühl entstehen nicht in anonymen Betonsilos oder wenn sich die Wohlhabenden hinter Mauern verstecken. Öffentliche Räume sind nötig.“

Quelle: E+Z

Alle Beiträge

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Menschen auf der ganzen Welt sind in Bewegung – hinein in die Städte, weg vom Land. Und das mit einer noch nie dagewesenen Dynamik. Die Auswirkungen werden jeden Menschen in irgendeiner Form treffen. Was kommt da auf uns zu? Was ist zu tun?

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Die Architektin, Wissenschaftlerin und Autorin Jana Revedin setzt sich für Nachhaltigkeit in Architektur und Städtebau ein. Ihre Arbeit ist ein Plädoyer gegen Hast und für bleibende Gestaltungsqualität.

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