Vom 17 bis zum 21 November hat in Yaounde, Hauptstadt von Kamerun, ein Alumni-Net-Live-Seminar zum Thema “ Umweltmanagement” stattgefunden.APD-Mitarbeiter Ndougou Abanda war dabei und sprach mit dem wissenschaftlichen Leiter der Veranstaltung, Dr. Jürgen Speck über die Veranstaltung und das Alumni-Live-Konzept.
Alumni-Net-Live in Yaounde
Vom 17 bis zum 21 November hat in Yaounde, Hauptstadt von Kamerun, ein Alumni-Net-Live-Seminar zum Thema “ Umweltmanagement” stattgefunden. Die deutsche Botschafterin in Kamerun, Frau Karin-Elsa Blumberger-Sauersteig nahm an der Eröffnungsveranstaltung teil. Später empfing sie am 19 November 2008 abends alle Teilnehmer sowie weitere Ehrengäste in ihrer Residenz.
Dieses vom DAAD unterstützte Seminar wurde unter der Schimherrschaft der Hochschule Furtwangen University und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt. Kein Zufall, denn die Region um Freiburg ist führend bei Entwicklungen im Bereich Umweltschutz und erneuerbare Energien.
Das Dutzend Wissenschaftler aus Deutschland und die Referenten aus Kamerun setzten sich mit den Schwerpunkten auf den Bereichen Wassermanagement, Umweltmanagement sowie Solarenergie auseinander. Die Aktivitäten haben eine große Aufmerksamkeit der kamerunischen Medien erregt und die zahlreichen Teilnehmer , darunter sechs aus anderen afrikanischen Ländern (Marroko, Senegal, Ägypten, Südafrika) waren bei der Zertifikatsverleihung am Abschluss des Seminars sehr zufrieden. Erfreut war auch Marie-Claudine Zangna, Apothekerin und eine Freiburger Alumna, die die Organisation vor Ort geleitet hat.
Am Ende des Alumni-Net-Live-Seminars von Yaounde beantwortete dessen wissenschaftlicher Leiter, Dr. Jürgen Steck, unsere Fragen. Er ist der Leiter der Stabstelle Umweltschutz und des Arbeitskreises “Nachhaltige Universität » der Universität Freiburg:
APD im Gespräch mit Dr. Jürgen Steck
Ndougou Abanda: Wie schätzen Sie insgesamt den Verlauf des Alumni-Net-Live-Seminars über das Umweltmanagement in Jaunde ein? Und sind Sie als Wissenschaftler mit den Inhalten der durchgeführten Arbeiten zufrieden?
Dr. Jürgen Steck (Foto): Das Seminar als solches ist sehr gut verlaufen, auch alles um das Seminar herum. Ein Unterschied zu Brasilien und Freiburg waren die wechselnden Teilnehmer, das hat man an den workshops gemerkt. Dadurch dass immer wieder andere Personen dabei waren haben wir mehr Menschen
erreicht, die Diskussion kam allerdings immer wieder an ähnliche Punkte.
Aufgrund der doch sehr großen Unterschiede in den beiden Ländern bin ich inhaltlich zufrieden mit den Impuls-Vorträgen. Die große Zahl an Teilnehmern, die wichtigen Menschen die wir kennen lernen durften und die sehr fürsorgliche Gastfreundschaft haben uns Referenten alle sehr beeindruckt.
Welche Ziele verfolgen Sie mit den Alumni-Net-Live-Konzept, das sich 2009 in China aufhalten wird?
In China ist Schadstoffentfrachtung von Flüssen und Böden ein sehr wichtiges Thema, Luftverunreinigung oder Aspekte der Energiegewinnung kann dort ebenfalls behandelt werden. Wir bleiben auf jeden Fall nah an denMilleniumzielen, also Wasser oder auch sauberes Trinkwasser wird sicher ein wichtiger Beitrag sein, ebenso ressourcenschonendes Verhalten, denn wir müssen an unsere Kinder und Enkel denken.
Kann man sich tatsächliche Anwendungen bzw. Gemeinschaftsprojekten aus den Ergebnissen des Alumni-Net-Live-Seminars in Jaunde erhoffen?
Ob und falls ja welche Projekte entstehen hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig wäre es einfach zu beginnen. Es genügt im Grunde, die Sauberkeit in Jaunde als erstes Projekt in die Hand zu nehmen, und mit Schulkindern so etwas wie ein allgemeines Bewusstsein zu schaffen. Es ist nicht leicht, wenn es an Arbeit, Trinkwasser, Essen und vielem mehr fehlt. Aber es kann doch jeder dazu beitragen, in welcher Umgebung er lebt, wie es aussieht um einen herum. Also hoffe ich, dass sich die Menschen treffen werden, die sich eingetragen haben, und etwas beginnen werden.
Sind alle Schwerpunktthemen gleichermassen auf Interesse gestossen, und wie kann man sich Unterlagen zu diesem Seminar beschaffen?
Wir haben uns noch nicht darüber unterhalten welche Themen auf das meiste Interesse gestoßen sind. Abfall ist ein wichtiges, das haben wir schon gemerkt, denn Abfall liegt überall herum. Von der Besucherzahl her ist mir keinbesonderer Schwerpunkt aufgefallen, diskutiert wurde ebenfalls über alle Themen und es ist kein workshop ausgefallen. Wir können ja mal sehen wie sich das Portalentwickelt wenn alle Inhalte zur Verfügung stehen. Vielleicht können wir dann etwas erkennen. Uns Referenten ist aufgefallen, dass die Politische Ebene, also das Umsetzen von Gesetzten, und Erziehung sehr wichtig sind.
Alle Informationen werden nun ins Internet gestellt und in einigen Tagen werden wir Frau Zangna alle Daten nach Kamerun schicken. dann stehen sie über eure Alumni-Kontakte und Verteiler in Kamerun auch zur Verfügung. Ich hoffe das genügt um in den Schulen zum Beispiel mit kleinen Projekten zu beginnen.
Hat Sie etwas bei Ihrem Aufenthalt in Jaunde besonders beeindrückt? Welches Bild von Kamerun haben Sie nach Deutschland mitgenommen?
Beeindruckt bin ich von der Gastfreundschaft, von der Vielfältigkeit des Landes und von den persönlichen Kontakten, die sich ergeben haben. Es hat sich gezeigt, dass wir alle uns aufeinander eingelassen haben und eine intensive Woche miteinander verbracht haben. Wir haben uns kennen gelernt, zusammen gearbeitet, gelacht und am Ende gefeiert. Wir haben uns gegenseitig vertraut und deshalb haben wir das Seminar gemeinsam durch die Woche gebracht ohne dass etwas schief gegangen wäre. Das ist ein guter Start und nun müssen wir hoffen dass es weiter geht. Das alles war für uns sehr spannend, auch wir haben viel gelernt.
Ich nehme auf jeden Fall das Bild von einem sehr freundlichen, bunten Kamerun mit in dem Menschen leben, mit denen ich arbeiten und lachen kann.
Weitere Informationen zum Thema:
(c) Ndougou Abanda/APD
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