Studium in Deutschland und dann? Der angehende Bauingenieur Michel Foka berichtet von seinen Plänen.
Herr Foka, Sie haben sich für ein Studium in Deutschland entschieden. Warum? Welche Erwartungen haben Sie mit dem Studium in Deutschland verbunden?
Ich habe mich für das Studium in Deutschland entschieden, weil die deutschen Universitäten eine sehr gute Ausbildung in so vielen unterschiedlichen Fachrichtungen anbieten. Der nächste Punkt war die Möglichkeit, sich selbst zu finanzieren, dank Jobs und dem niedrigen Semesterbeitrag.
Der letzte entscheidende Grund war aber auch, dass mein Bruder zu dieser Zeit selbst Student an der TU Berlin war – denn es ist sehr wichtig, jemand zu kennen, der dir Tipps gibt, wenn man neu in der Stadt oder in einem Land ist.
Meine Erwartung ist, den guten Ruf der deutschen Universitäten zu nutzen, um später mit meinem Diplom international tätig und wettbewerbsfähig sein zu können.
Wenn Sie an Ihre berufliche Zukunft denken und nach Stellen recherchieren: Wonach suchen Sie? Welche Arbeitgeber sind für Sie besonders interessant?
Ich studiere Bauingenieurwesen und habe mich im Bereich Ingenieurhochbau vertieft. Für mich wäre also jede Stelle interessant, die mit konstruktiven Aufgaben zu tun hätte, z.B. Statik, Entwurfsplanung. Besonders interessant und vielleicht sogar ideal für mich wäre ein Arbeitgeber mit einer Niederlassung oder Aktivitäten in meinem Heimatland Kamerun oder in Afrika allgemein.
Arbeitserfahrungen sind wichtig. Haben Sie bereits während Ihres Studiums Arbeitserfahrungen gesammelt? Welche Möglichkeiten sehen Sie für sich, nach Ihrem Studienabschluss Arbeitserfahrungen zu sammeln?
Ich habe während meines Studiums regelmäßig Praxiserfahrung gesammelt. Mein Praxissemester habe ich zum Beispiel bei der Firma Züblin AG Komplettbau in Stuttgart erledigt, wo ich als Assistent der Bauleitung im Bereich Rohbau tätig war. Nach diesem Praktikum bin ich nach Berlin zurückgekehrt, wo ich seit 2006 im Ingenieurbüro CRP als Aushilfe vor allem für die Materialprüfung tätig bin.
Nach meinem Studium habe ich vor, Erfahrungen hier in Deutschland zu sammeln – die werde ich bestimmt brauchen, wenn ich später eine passende Arbeitsstelle in Kamerun gefunden habe.
Wenn Sie darüber nachdenken, einen Job in Kamerun anzunehmen: was wäre Ihnen dabei besonders wichtig? Worauf würden Sie Wert legen?
In Kamerun gibt es viele Probleme, was die Infrastruktur angeht. Insofern würde ich gern an einem Projekt teilnehmen, das die Lebensqualität der Menschen sofort verbessern würde, wie zum Beispiel die Sanierung oder Konstruktion der Straßen oder Krankenhäuser.
An einem Job in Kamerun reizt mich außerdem, dass die Kollegen bereit sind und die auch die Geduld haben, in einer nicht ideal organisierten Gesellschaft – ich denke dabei an die Gesetzeslage und langsamen Abläufe in der Bürokratie – ihr Bestes zu geben.
Kennen Sie das Programm Rückkehrende Fachkräfte? Wenn Sie Ihren Berufseinstieg in Kamerun planen, welche Unterstützung würden Sie durch das Programm in Anspruch nehmen?
Ja, ich habe von diesem Programm erfahren. Es ist ein Programm, das die Rückkehrenden während der Planung und Reintegration begleitet und sogar nach deren Ankunft im Heimatland Unterstützung gibt.
Ich würde vor allem probieren, durch dieses Programm in Kamerun Menschen kennen zu lernen, die den gleichen Weg gewählt haben, um von ihrer Erfahrung zu lernen und von ihren Tipps zu profitieren.
Vielen Dank, Herr Foka, für das Gespräch.
Das Interview mit Michel Foka führte Antje Schöne (APD) am 10.09.2008.
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