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Typische Fragen im Vorstellungsgespräch – Gute Vorbereitung ist alles

So richtig entspannt geht wohl niemand zum Vorstellungsgespräch. Ein bisschen Nervosität ist immer dabei, wenn man sich dem potentiellen Arbeitgeber persönlich vorstellt. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung. Mit ein bisschen Übung kann man das Gespräch mit dem Personalchef mitgestalten und sich optimal präsentieren.

Eigentlich lief alles gut. Der Bewerber war pünktlich, die Begrüßung verlief ohne Probleme und niemand bemerkte seine zittrige Hand an der Kaffeetasse. Souverän schilderte er seinen Werdegang und sein Interesse an der Firma. Der Personalchef nickte wohlwollend, dann fragte er: „Und wer ist eigentlich ihr Vorbild?“ Der Bewerber war ratlos, druckste unsicher herum. Gelassen reagieren, auch wenn einem keine Antwort einfällt – darauf hatte er sich nicht vorbereitet.

Gute Vorbereitung – auch auf unerwartete Fragen im Vorstellungsgespräch souverän reagieren

Wer sind Sie – und wo wollen Sie hin? Welches sind Ihre Plus- und Minuspunkte? Überlegen Sie sich, wie Sie sich präsentieren möchten und was Sie über sich erzählen wollen. Das gilt besonders für Privates. Denken Sie dran: Sie sind im Vorstellungsgespräch, nicht bei der Beichte.

Auf die Standardfragen („Was reizt Sie an unserem Unternehmen?“) können Sie sich gut vorbereiten. Ebenso auf die typischen Fragen, die sich im Vorstellungsgespräch aus Ihrem Lebenslauf ergeben. Langweilen Sie nicht mit Standardantworten und sprechen Sie nie schlecht über frühere Arbeitgeber. Nehmen Sie sich die Zeit, die Frage und einen möglichen Fragehintergrund zu verstehen, fragen Sie im Zweifel nach. Und Sie müssen auch nicht auf alles eine Antwort haben. Seien Sie ehrlich, geben Sie zu, dass Sie über die interessante Frage, wer Ihr Vorbild sein könnte, noch nie nachgedacht haben.

Mit Gelassenheit und Persönlichkeit vom Vorstellungsgespräch zum Traumjob

Bleiben Sie auch bei Unerwartetem gelassen, beispielsweise bei „frechen“ Fragen („Ist der Job nicht eigentlich drei Nummern zu groß für Sie?“). Man versucht, Sie aus der Reserve zu locken. Weisen Sie sachlich auf Ihre Stärken hin, machen Sie sich klar: Wenn man Sie für ungeeignet halten würde, wären Sie nicht eingeladen worden.

Gegen Ende des Vorstellungsgespräches wird Ihr Gegenüber etwas über die Firma erzählen und Fragen zu ihren Kenntnissen über das Unternehmen stellen. Über die wichtigsten Daten zu Unternehmen und Branche sollten sie sich deshalb vor dem Vorstellungsgespräch informiert haben. Weiteres können Sie in der anschließenden Fragerunde in Erfahrung bringen. Nerven Sie nicht mit längst Beantwortetem und leicht zu Recherchierendem („Wie viele Mitarbeiter haben Sie eigentlich?“). Die Bewerbungsprofis Hesse und Schrader empfehlen Fragen zu Aufgabengebiet und Zuständigkeiten („Mit welchen Personen/Abteilungen werde ich zusammenarbeiten?“).

Im Gespräch geht es darum, einen persönlichen Eindruck von Ihnen zu bekommen. Sie sollten also nicht nur seriös und gut informiert, sondern auch freundlich, gepflegt und pünktlich sein! Einen einheitlichen Dresscode gibt es nicht – aber mit „schlichter Eleganz“ können Sie nichts falsch machen. Denken Sie auch an vermeintlich Verborgenes (abgelaufene Absätze, weiße Socken), probieren Sie das Outfit vorher mindestens einmal an. Achten Sie im Gespräch auf Ihre Körpersprache: Nicht zu angespannt – aber auch nicht übertrieben „cool“.

Vorstellungsgespräche weltweit

Ein Blick auf die weltweiten Gepflogenheiten bei Bewerbungsgesprächen zeigt, daß es in den verschiedenen Ländern durchaus Unterschiede gibt. In den USA schätzt man ein lockeres, selbstbewusstes Auftreten - in China oder Japan hingegen kommt ein eher bescheidenes Verhalten besser an.

Wenig zurückhaltend ist man in asiatischen Ländern bei persönlichen Fragen wie nach dem Familienstand, Kindern, Gesundheit oder Alter. In den USA und Großbritannien sind derlei „Intimitäten“ unüblich.

Auch frühe direkte Nachfragen zum Thema Gehalt gelten in vielen Ländern als verpönt: in den USA, China und Brasilien wird damit gewartet, bis ein mögliches Arbeitsverhältnis konkreter geworden ist. In Deutschland sind die Gehaltsverhandlungen meist fester Bestandteil des Gespräches.

Wichtig nach dem Jobinterview – egal ob in Berlin, Boston oder Beijing: Sprechen Sie den Personalchef direkt darauf an: Wer wird sich wann bei wem melden?

Maren Bekker

November 2011

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Kommentare

Diana
4. März 2012

Super,danke!

Venera Sagitova
3. März 2012

Vielen Dank fuer noetige Infos!!!

Angela Borchert
2. März 2012

Hallo Frau Bekker,

schöner Artikel - kurz und knapp, baer mit vielen hilfreichen Infos. Danke!

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