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Internationaler Tag des Ehrenamtes: Freiwilligenarbeit fördert nachhaltige Entwicklung

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Internationale Tag des Ehrenamtes/International Volunteer Day

Am 5. Dezember eines jeden Jahres findet der „Internationale Tag der freiwilligen Helfer für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung“ statt. Wir blicken aus diesem Anlass zurück auf unsere Mitmachaktion #MissionResponsible, die freiwilliges Engagement von Deutschland-Alumni weltweit zeigt.

Der „Internationale Tag der freiwilligen Helfer für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung“, kurz „Internationaler Tag der Freiwilligen“, wird in Deutschland auch „Internationaler Tag des Ehrenamtes“ genannt. Der Gedenktag wurde 1985 von den Vereinten Nationen beschlossen und wird seit 1986 an jedem 5. Dezember begangen.

Der „Internationale Tag des Ehrenamtes“, auf Englisch „International Volunteer Day“ (IVD), setzt 2015 den Fokus darauf, inwieweit freiwilliges Engagement zur Erreichung der globalen nachhaltigen Entwicklungsziele („Sustainable Development Goals“) beitragen kann. Ehrenamtliche können Einfluss auf Regierungen und Gemeinschaften nehmen und diese motivieren und mobilisieren, um die globale Agenda für nachhaltige Entwicklung auf allen Ebenen umzusetzen. Deshalb soll der „Internationale Tag des Ehrenamtes“ auf die Menschen aufmerksam machen, die ihre Zeit, Energien und Fähigkeiten für eine bessere Welt einsetzen.

#MissionResponsible zeigt freiwilliges Engagement von Deutschland-Alumni

Mit unserer Mitmachaktion #MissionResponsible haben wir im Juni 2015 alle Mitglieder des Alumniportals  eingeladen, ihr Engagement für eine besseres Miteinander und eine nachhaltigere Zukunft zu zeigen. Deutschland-Alumni konnten sich mit ihren gemeinnützigen Projekten bewerben und einen Sachpreis in Höhe von 300 Euro zur Unterstützung ihres Projekts gewinnen. Aus fast 50 Einsendungen wurden acht Finalisten von einer Jury ausgewählt und durch ein Online-Voting die drei Hauptgewinner ermittelt.

Die meisten Stimmen erhielt ein Projekt für sozial benachteiligte Familien in ländlichen Gebieten der Dominikanischen Republik, gefolgt von einer Recycling-Initiative aus Usbekistan und einem Integrationsprogramm von Studierenden für Flüchtlinge in Deutschland. Anlässlich des „Internationalen Tages des Ehrenamtes“ haben wir die drei Gewinner gebeten, uns zu berichten, wie es ihnen inzwischen ergangen ist und wofür sie den Gewinn innerhalb ihres Projekts eingesetzt haben.

Platz 1: Rosaleda Reynoso über „Casita para la vida” aus der Dominikanischen Republik

Die Initiative ‘Casita para la vida’ möchte angemessenen Lebensraum für Familien in benachteiligten ländlichen Gebieten der Dominikanischen Republik schaffen. Die meisten der Familien bestehen aus Frauen und vielen Kindern. Unserem Team ist es wichtig, dass die älteren Kinder sich am Bauprozess beteiligen, weil wir bei dieser Gelegenheit unser Wissen mit ihnen teilen und ihnen technischen Fertigkeiten vermitteln können – nach dem Ansatz „learning by doing“. Unser Ziel ist, dass sie auf diese Weise dem Kreislauf der Armut entrinnen können.

Wir haben beschlossen, mit dem #MissionResponsible-Gewinn Baumaterial und  Werkzeug zu kaufen, um eine kleine Küche  mit gemauerten Wänden aus Betonsteinen und einer Betondecke, Zementboden und einem Blechdach zu bauen. So kann die Küche den Familien auch als Zufluchtsort bei Hurrikanen dienen.

Unser Team arbeitet auf freiwilliger Basis und hat die Kosten für Benzin und Mautgebühren übernommen, um zum Projektort zu gelangen – Mata Mamón, das mehr als 44 Kilometer von Santo Domingo entfernt liegt. Die Familien wissen, dass wir freiwillig kommen, um ihnen zu helfen und dass sie bei der Gestaltung des Hauses und der Auswahl von Baumaterial, Grundriss und Anstrich mitreden können. Das macht sie sehr glücklich und dankbar.

Bildergalerie „Casita para la vida: Was wurde aus dem Gewinn?“

  • Die alte Küche ... Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • ... gegen die neue Küche. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Am 10. Oktober haben wir begonnen, die Küche zu bauen. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Reinigen des Sandes mit einem Sieb, bevor die Mischung zum Verputzen vorbereitet wird. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Verputzen der äußeren Wände. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Freiwillige schneiden Betonstahl zur Verstärkung der Betonfertigteile. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Das Team arbeitet am Dachstuhl und stricht die äußeren Wände. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Anstreichen der äußeren Wände. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Das Team bringt die Zinkbleche an und streicht die äußeren Wände. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Vorbereitung der Betonmischung. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

  • Verlegung des Zementstrichs. Foto (c) Rosaleda Reynoso / Casita para la vida

Platz 2: Bakhrom Radjabov über „Do It Yourself (DIY) Garbage Lab“ aus Usbekistan

Wir benötigen nicht viel Geld für unser unglaublich umweltfreundliches und innovatives Projekt! Alles was wir brauchen ist Müll und alles, was wir auf innovative Art wiederverwerten können. Deshalb haben wir den Gewinn von #MissionResponsible in Nägel, Hämmer, Sägen, Farbe und Pinsel investiert, um Abfall in etwas Nützliches und Sinnvolles zu verwandeln. Durch den Erwerb dieser Werkzeuge ist das Team vom „DIY Garbage Lab“ in der Lage, auch in Zukunft viele weitere Do-it-yourself-Events durchzuführen.

Diesmal haben wir entschieden, einen Spielplatz für die Kinder der örtlichen Mahalla zu renovieren. Wir haben Autoreifen wiederverwendet und einen farbenfrohen Zaun sowie Kinderstühle und -tische aus Holz gebaut, das vor längerer Zeit weggeworfen wurde. „DIY Garbage Lab“ ist nicht nur ein innovatives Projekt, sondern setzt bei der Durchführung seiner Initiativen Freiwillige ein. Bei der Renovierung des Spielplatzes arbeiteten diese zusammen mit Einwohnern der Mahalla, die geholfen habe, einen  schönen Ort für die Kinder zu schaffen. Das Wichtigste für uns war dabei zu zeigen, dass es keine große Sache ist, umweltfreundlich, innovativ und bereit zu sein, etwas zu verändern (auch kleine Dinge). Jeder kann etwas erreichen – auch ohne große Mittel, nur durch die Zusammenarbeit mit Freunden oder Nachbarn.

Bildergalerie „DIY Garbage Lab: Was wurde aus dem Gewinn?“

  • Kinder aus der Mahalla arbeiten altes Holz auf, um es für ihren Spielplatz zu verwenden. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Die „DIY Garbage Lab“-Freiwilligen Bakhrom und Alina streichen eine der Kinderhütten auf dem Spielplatz. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Kinder aus der Mahalla bemalen die Schaukeln. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Yurij Kasilov, eine respektierte Persönlichkeit der Mahalla, und die Kinder treffen Vorbereitungen für die Bearbeitung des gebrauchten Holzes. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Kinder aus der Mahalla, die sich freiwillig für die Arbeit mit „DIY Garbage Lab“ gemeldet haben. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Kinder aus der Mahalla beginnen, das Gerüst der Schaukeln zu streichen. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Ältere Mitglieder der Mahalla bereiten den Boden vor, um einen Zaun aus Autoreifen zu bauen. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Yurij Kasilov, eine respektierte Persönlichkeit der Mahalla, und die Kinder treffen Vorbereitungen für die Bearbeitung des gebrauchten Holzes. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Ein Mitglied der Mahalla bemalt die Schaukeln. Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

  • Der „DIY Garbage Lab“-Freiwillige Temur streicht eine der Kinderhütten.  Foto (c) Bakhrom Radjabov / DIY Garbage Lab

Platz 3: Evgenia Gavrilova über die Studierendeninitiative „Cross Borders“ aus Deutschland

Das Wintersemester 2015/16 ist für die Flüchtlingsinitiative „Cross Borders“ gut angelaufen: Unsere Werbeveranstaltungen (Kuchenstand, Fotoausstellung, Begrüßungstreffen) haben genug neue freiwillige Lehrer angelockt, sodass man nun von einem erfolgreichen „Generationenwechsel“ nach der vorlesungsfreien Zeit sprechen kann. Umso mehr sind wir erfreut, dass wir jetzt mit unserer neuen Sammlung von Lernspielen, Hörbüchern und zusätzlichen Lehrwerken ausgestattet sind. Von der Unibibliothek hat „Cross Borders“ ein eigenes Fach zugewiesen bekommen, in dem wir all dies verwahren können.

Immer mehr von unseren Schülern nutzen auch die Lesesäle zum eigenständigen Üben. Sie haben ebenfalls Zugang zum Cross-Borders-Fach und können mit den Ausgaben von „Deutsch perfekt“ mit spannenden Artikeln in einfachem Deutsch oder den Krimis von Langenscheidt an ihrem Wortschatz arbeiten. Die Anschaffung von Lehrmaterialien dank der Teilnahme an #MissionResponsible hat uns einen Schub an Kreativität verliehen und wir halten bereits Ausschau nach neuen Lehrwerken, Spielen oder Bildkarten, die unseren Schülern Freude bereiten könnten.

Bildergalerie „CrossBorders: Was wurde aus dem Gewinn?“

  • Der Gewinn von #MissionResponsible machte eine Anschaffung von Spielen, Hörbüchern, zusätzlichen Lehrwerken und vielem anderen möglich. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Der Gewinn von #MissionResponsible machte eine Anschaffung von Spielen, Hörbüchern, zusätzlichen Lehrwerken und vielem anderen möglich. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Am 30. August unternahmen die Schüler und Lehrer von „Cross Borders“ einen Ausflug in den Luisenpark in Mannheim, um noch einmal Sommerwärme zu tanken. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Jeden Sonntag veranstaltet „Cross Borders“ einen Treff im eigens gegründeten „Café One World“. Hier begegnen sich Flüchtlinge, Studenten und Bürger der Stadt Germersheim in lockerer Atmosphäre. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Derzeit ist die Alphabetisierungsgruppe am zahlreichsten: Es können an einigen Tagen bis zu 30 Leute auf einmal sein. Hier ist besonders viel Bildmaterial und Körpereinsatz gefragt, denn die gemeinsame sprachliche Grundlage ist minimal. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Derzeit ist die Alphabetisierungsgruppe am zahlreichsten: Es können an einigen Tagen bis zu 30 Leute auf einmal sein. Hier ist besonders viel Bildmaterial und Körpereinsatz gefragt, denn die gemeinsame sprachliche Grundlage ist minimal. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Derzeit ist die Alphabetisierungsgruppe am zahlreichsten: Es können an einigen Tagen bis zu 30 Leute auf einmal sein. Hier ist besonders viel Bildmaterial und Körpereinsatz gefragt, denn die gemeinsame sprachliche Grundlage ist minimal. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Im Anfängerkurs wird verstärkt Grammatik angegangen. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Die F-Gruppe ist zur Zeit am kleinsten, weil die meisten Schüler vor kurzer Zeit in berufsorientierten oder integrierenden Sprachkursen untergekommen sind, und zwar gleich in den Stufen A2-B1. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Gemeinsame Planung des Essensstandes von Cross Borders am Internationalen Abend, der jährlich am Fachbereich in Germersheim veranstaltet wird. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

  • Die kleine Materialiensammlung wird in der Bibliothek des Fachbereichs aufbewahrt und kann von allen Lehrern und auf Anfrage auch von Schülern genutzt werden. Foto (c) Evgenia Gavrilova / Cross Borders

Die Mitmachaktion #MissionResponsible fand im Rahmen des Schwerpunktthemas „initiieren.mitmachen.verändern.“ auf dem Alumniportal Deutschland statt. Ziel war es wie auch beim „Internationalen Tag des Ehrenamtes“, auf Personen und Projekte aufmerksam zu machen, die sich für soziale oder ökologische Belange engagieren – in ihrer nächsten Umgebung genauso wie auf dem internationalen Parkett.

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RachidaZoubid

RachidaZoubid sagt...

07. Dezember 2015

Ohne ehrenamtliches Engagement würde Frauen- und Kinderarmut und deren soziale Ausgrenzung nie in manchen Weltgegenden gezielt bekämpft. Den Betroffenen zu zeigen, wie was gemacht wird und hnen zu zeigen, dass ihre Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern positive langfritsige Ergebnisse haben kann ist einen Ansporn für sie selbst später zu versuchen sich zu helfen. Alle drei Projekte des "MissionResponsible" sind interessant und entwicklungsrelevant und fördern ausserdem die Eigeninitiative aller Seiten.



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