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Nachhaltig leben – Deutschland-Alumni übernehmen Verantwortung

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Nachhaltig leben – Deutschland-Alumni übernehmen Verantwortung

Mit der Aktion „Nachhaltig leben – Ich bin dabei!“ will das Alumniportal zeigen, dass sich Deutschland-Alumni auf der ganzen Welt im Sinne der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen für nachhaltiges Leben engagieren. Alumni aus 115 verschiedenen Ländern haben teilgenommen und erzählen, was die SDGs für sie persönlich bedeuten.

„Meine Nachbarin hat den einzigen Baum gefällt, der in unserem Bereich des Grundstücks etwas Schatten spendete, da er zu viele Blätter verlor, die sie jeden Tag wegfegen musste. Mit ihr zusammen habe ich zwei neue Bäume gepflanzt, die ihre Blätter nicht so oft abwerfen.“ Leo Munyao Mutisya aus Kenia ist sich sicher, dass die neuen Bäume dem Klima vor Ort gut tun werden. Sein Handeln zeigt die ureigene Bedeutung des Begriffs „Nachhaltigkeit“ auf: Wer einen Baum fällt, pflanzt einen neuen. Wer das Nachwachsen des gerodeten Rohstoffs sichert, handelt nachhaltig.

Die Sustainable Development Goals: Ganzheitlichkeit und Verantwortung

Mit den Ende September 2015 verabschiedeten Sustainable Development Goals haben die Vereinten Nationen das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf die globale Agenda gesetzt. Sie haben einen Katalog von 17 nachhaltigen Entwicklungszielen auf den Weg gebracht, mit denen in den nächsten 15 Jahren drei ehrgeizige Ziele erreicht werden sollen: extreme Armut zu beenden, Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu bekämpfen und den Klimawandel zu regulieren.

Die „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen
(c) Vereinte Nationen

Diese „Agenda 2030“ baut auf die im Jahr 2001 vereinbarten Millennium Development Goals (MDGs) auf, die insbesondere für Entwicklungsländer galten. Neu an den SDGs ist die Adressierung aller Staaten: Alle müssen mitmachen, um die gesteckten Ziele zu erreichen, die alle Ländern angehen, egal ob arm oder reich.

Neu ist auch die Erweiterung des Ziels der Armutsbekämpfung um die großen ökologischen Nachhaltigkeitsfragen: Armut kann nur dann erfolgreich eingedämmt werden, wenn die ergriffenen Maßnahmen ganzheitlich gedacht sind – in der Umsetzung sollen sie verzahnt werden mit Strategien zur Erreichung ökonomischen Wachstums unter Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse wie Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit sowie Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels.

Wichtig ist auch, dass nicht nur die Regierungen der Länder aktiv werden, sondern dass jeder Einzelne von uns Verantwortung übernimmt. „Globale Bestrebungen fangen bei lokalen Aktionen an“, glaubt auch Alumniportal-Mitglied „mtelli“ aus Brasilien. Deutschland-Alumna Anjali Sinha aus Indien ergänzt: „Wir können auf persönlicher Ebene mit dem Wesentlichen beginnen – zum Beispiel auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, Elektrizität und Lebensmitteln achten. Jeder kleine Schritt ist ein positiver Beitrag.“ Selbstverständlich kann der einzelne Mensch globale Probleme wie den Klimawandel, Armut und Hunger auf der Welt nicht aufhalten, aber gemeinsam können wir uns für ein nachhaltigeres, bewusstes Leben einsetzen.

Auf persönlicher Ebene gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie jeder seinen „ökologischen Fußabdruck“ gering halten kann, sei es beispielsweise durch bewusste Konsumentscheidungen im Supermarkt, nachhaltiges Reisen oder einen respektvollen Umgang mit der Natur. Die Botschaft ist: Alle zusammen können wir einen Unterschied machen.

Daumen rauf: „Nachhaltig leben – Ich bin dabei!“

Mit der Aktion „Nachhaltig leben – Ich bin dabei!“ im Rahmen des Schwerpunktthemas „Nachhaltig leben“ will das Alumniportal Deutschland diese Prämisse stärken und zeigen, dass sich Deutschland-Alumni auf der ganzen Welt der Verantwortung bewusst sind, die jeder Einzelne von uns hat. Das Alumniportal möchte sein globales Netzwerk nutzen, um symbolisch zu zeigen, dass eine große Gemeinschaft von engagierten Deutschland-Alumni die Sustainable Development Goals unterstützt.

Um sein Engagement zum Ausdruck zu bringen, konnte jedes Alumniportal-Mitglied seit dem Start der Aktion Ende September 2015 im Community-Profil das Symbol mit dem grünen Daumen aktivieren und damit zum Ausdruck bringen: „Ja, ich bin dabei!“. Jeder Klick auf das Symbol wurde gezählt und das Gesamtergebnis ständig aktuell auf einer digitalen Weltkarte angezeigt.

Digitale Weltkarte: „Nachhaltig leben – Ich bin dabei!“ (Stand: 23.02.2016)

Das Ergebnis macht Mut für eine bessere, nachhaltige Zukunft: Hunderte Deutschland-Alumni aus 115 verschiedenen Ländern nahmen bis Ende Februar 2016 an der Aktion teil. Alle Kontinente sind vertreten, allen voran Europa, Asien und Afrika. Das Land mit den meisten aktivierten „grünen Daumen“ ist Indien, dicht gefolgt von Tunesien und Vietnam.

Bei dieser Aktion gibt es jedoch keine Gewinner und Verlierer, vielmehr geht es darum zu zeigen, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, die sich ihrer Verantwortung gegenüber künftigen Generationen bewusst sind.

Deutschland-Alumni engagieren sich für Nachhaltigkeit

Viele Alumni sind unserem Aufruf gefolgt und haben in der Alumniportal-Community über die Aktivierung des „grünen Daumens“ hinaus ihr Engagement zum Thema nachhaltig Leben in Worte gefasst.

„Wir müssen uns der Tatsache bewusst werden, dass unsere Lebensstile nicht nachhaltig sind und wir diese JETZT ändern müssen“, verleiht Anjali Sinha der Dringlichkeit Ausdruck, mit der wir unsere Lebensweisen anpassen müssen, um die Sustainable Development Goals bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Und sie ergänzt: „Ich verstehe Nachhaltigkeit auf eine ganzheitliche Weise und würde darunter einige Dinge mehr als nur Umweltbewusstsein fassen.“ Auch die Peruanerin Gladis Maritza Calderón Ysmodes meint, dass es wichtig ist, ganzheitlich zu handeln: „Nachhaltig leben bedeutet, unser Leben in verschiedenen Bereichen wie Konsum, Recycling, Gesundheit, Bildung und Umwelt zu ändern.“

Wie tragen Deutschland-Alumni in ihrem Alltag zur Erreichung der SDGs bei? Irma Yadira Gamez aus Honduras schreibt: „Ich tue zwei Dinge, um meinen ökologischen Fußabdruck gering zu halten: Bei mir zu Hause trenne ich Biomüll von den restlichen Abfällen und im Büro versuche ich, so wenig Papier wie möglich zu verbrauchen.“ Auch Leo Munyao Mutisya aus Kenia setzt an mehreren Stellen an: „Um meinen eigenen kleinen Beitrag zu nachhaltigem Leben zu leisten, benutze ich für meine Einkäufe eine recycelbare Tasche und ich versuche, auch am Kiosk keine Plastiktüten zu benutzen. Zum Kochen nutze ich Gas, was die Umwelt weniger belastet als andere Heizstoffe, und unter anderem schalte ich elektronische Geräte aus, wenn ich sie gerade nicht aktiv benutze.“ Edeltraud Anja Baker, die in Sambia lebt, achtet auch beim Weihnachtsfest auf Nachhaltigkeit: „Der Großteil meiner Weihnachtsdekoration besteht aus recyceltem Karton, Stoff, Behältern etc., was immer gerade passt. Für dieses Jahr würde ich mich gern an einem größeren Weihnachtsbaum aus recyceltem Karton und Stoff versuchen und Samenhülsen, Zweige und Blätter von Bäumen aus der Umgebung anbringen.“

Ildiko Tulbure aus Rumänien stellt sich die Frage, ob nachhaltiges Leben für verschiedene Menschen eine unterschiedliche Bedeutung haben kann, je nachdem, wo sie leben oder in welchen Lebensumständen sie sich befinden. Sie kommt zu dem Schluss: „Nachhaltigkeit bedeutet weltweit dasselbe, nur die Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils erfordert jeweils verschiedene Instrumente. Nachhaltig leben bedeutet, den Verbrauch von Energie, Elektrizität, Nahrungsmitteln und Rohstoffen weltweit so gering wie möglich zu halten und die jeweils notwendigen Anforderungen zum Erreichen dieser Ziele an die spezifischen Bedingungen in jedem Teil der Welt anzupassen.“

Community-Gruppe „Zukunftsthema Nachhaltigkeit / Sustainability“

Was bedeutet Nachhaltigkeit in den verschiedenen Ländern und persönlichen Lebensumständen? Erzählen Sie den anderen Alumni in unserer Community, was nachhaltig leben für Sie bedeutet: Was tun Sie im Alltag oder im Beruf, um Ihren „ökologischen Fußabdruck“ gering zu halten? Wie ist die Situation in Ihrem Land und auf welche Schwierigkeiten stoßen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen!

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