
Gaëlle Hallair aus Frankreich ist Geografin und Historikerin. 2010 hat sie zur Geschichte der Geografie in Deutschland und Frankreich promoviert – binational, an der Universität Paris 1 Panthéon Sorbonne und an der Universität Leipzig, genauer am Leibniz-Institut für Länderkunde. Große Unterstützung erhielt sie dabei vom Centre interdisciplinaire d’études et de recherches sur l’Allemagne (CIERA), dem interdisziplinären Zentrum für Deutschlandstudien in Paris. „Ohne ein Stipendium des CIERA wäre ich nicht so einfach nach Leipzig gekommen. Der Deutschlandaufenthalt war sehr wichtig für meine Doktorarbeit“, sagt Gaëlle Hallair. Das Pariser Zentrum ermöglicht die Ausbildung von Doktoranden und Masterstudierenden an zehn herausragenden französischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Breites Fächerspektrum
Insgesamt 18 Zentren für Deutschland- und Europastudien betreibt der DAAD zwischen Berkeley und Tokio. Sie sind an eine oder mehrere der dortigen Universitäten angebunden. Ihr Fächerspektrum erstreckt sich über alle Geistes- und Sozialwissenschaften, sie arbeiten interdisziplinär. Während einige Zentren ihren Schwerpunkt auf Masterstudiengänge legen, unterstützen andere vor allem Doktoranden. Manche Zentren bieten beides an: Master und Promotion. Doch alle Zentren verfolgen dasselbe Ziel: Sie wollen Studierende vor Ort bei ihrer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Deutschland und Europa fördern.
Berufserfahrungen erwünscht
Gerne gesehen sind Bewerber, die neben einem Bachelor-Abschluss über Berufserfahrungen verfügen. Zum Beispiel am Willy-Brandt-Zentrum (WZB) in Breslau: Der junge Pole Sylwester Zagulski hat Sozialpädagogik studiert und zunächst in der internationalen Jugendarbeit gearbeitet, bevor er sich Deutschland- und Europastudien zuwandte und Doktorand am WZB wurde. Er erforscht, inwiefern sich Einstellungen und Werte Jugendlicher in Polen und in Deutschland seit den 90er-Jahren gewandelt haben. „Großartig“ findet Zagulski, dass „von der WBZ-Leitung die klare Botschaft kommt: ‚Dieses Zentrum gehört auch euch – macht etwas daraus und engagiert euch’.“ Das beziehe sich auch auf Aktivitäten außerhalb des Zentrums. Der Doktorand beispielsweise setzt sich nebenbei für die „Christliche Initiative Internationales Lernen“ ein.
Auch die Studierenden am BMW Center for German and European Studies in Washington kommen oft aus dem Berufsleben. Etliche haben bereits in US-Ministerien oder regierungsunabhängigen Organisationen (NGOs) gearbeitet, bevor sie sich für einen der begehrten Master-Studienplätze in „German and European Studies“ bewarben oder für den Joint-Degree-Studiengang, der Master und Promotion kombiniert.
Auslandssemester möglich
Auslandsemester, Forschungsaufenthalte, Praktika oder Studienreisen nach Deutschland sind möglich, denn einige der Zentren haben feste Kooperationspartner: So schickt das Zentrum für Deutschlandstudien in Peking seine Masterstudierenden nach erfolgreich bestandener Sprachprüfung für zwei Semester nach Berlin. Und das Zentrum für Deutschland- und Europastudien in St. Petersburg kooperiert mit der Universität Bielefeld.
An den meisten Zentren für Deutschland- und Europastudien müssen die Bewerber anspruchsvolle Auswahlverfahren durchlaufen. Gefragt sind Studenten mit Engagement, sehr guten Leistungen und interessantem Lebenslauf. Dieser darf auch Brüche aufweisen und zeigen, dass die Bewerber manchmal Umwege gegangen sind, um ihre Ziele zu erreichen.



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Dayana
22.10.2011 07:35 Uhr
Hola tengo 15 años y soy de Peru y quisiera saber si hay becas para estudiar aleman en Alemania ya sea por el DAAD u otra institucion :)