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Kultur 2.0

Das Web 2.0 eröffnet mit zahlreichen kostenlosen Tools neue Möglichkeiten und Chancen, um Kulturprojekte bekannt zu machen. Die Technik ist meist schnell gelernt. Auf interessanten Content und eine sinnvolle Mischung der Tools kommt es an.

 

Von der Internet-Seite zum Web 2.0

In den letzten Jahren hat sich in der Kommunikationswelt ein bedeutender Wandel vollzogen: Das World Wide Web, das zunächst von statischen Internetpräsenzen geprägt war, ist innerhalb kürzester Zeit zum dynamischen Web 2.0, zum interaktiven „Mitmach-Internet“ geworden. Dies bezieht sich einerseits auf die Bereitstellung und andererseits auch auf die Gestaltung und Nutzung der Webinhalte und Webtools: Gab es früher spezialisierte Programmierer, die mit ihrem technischen und gestalterischen Fachwissen Inhalte für das Internet schufen, hat sich nun der Nutzer selbst zum Webdesigner entwickelt. Mithilfe von vorgefertigten Bausteinen kann heute jeder Technik-Laie eine Internetseite, einen Blog oder eine Community starten und umgekehrt durch eigene Beiträge die Web-Angebote Anderer mitgestalten.

 

Kultur 2.0: Herausforderungen …

Dieser Wandel hat starke Auswirkungen auf die tägliche Kommunikationsarbeit von Institutionen und Unternehmen. Web 2.0-Tools beeinflussen in Ergänzung zu den klassischen PR-Instrumenten die Weise, wie die potenziellen Zielgruppen angesprochen werden. Gerade Kulturmanager stehen hier vor besonderen Herausforderungen: Zum Einen herrscht in vielen Kunst- und Kulturbetrieben noch immer das Postulat einer Unvereinbarkeit von Kultur und Technik bzw. eine Skepsis gegenüber Marketing und Unternehmertum vor. Zum Anderen muss der Kulturmanager in wirtschaftlichen Krisenzeiten, in denen weniger Fördergelder zur Verfügung stehen, mit mehr wirtschaftlichem Unternehmergeist und finanzieller Effizienz als gewohnt vorgehen. Dazu ist das Budget für Marketing und PR bei steigender Anzahl konkurrierender Kulturangebote oft gering.

 

… und Chancen für Kulturmanager

Im Rahmen des Web 2.0 eröffnen sich dem Kulturmanager mit den interaktiven Tools als neue Kommunikationsformen jedoch viele neue Möglichkeiten und Chancen. Die Schwierigkeit liegt dabei nicht in der Technik, die meist ohne Vorkenntnisse und kostenlos nutzbar ist, sondern in der Erstellung von erfolgreichem Content, der die Nutzer erreicht und zum Mitmachen animiert. Beim Einstieg in die „Kultur 2.0“ ist vor allem ein gutes Arbeitskonzept wichtig. Nicht die finanzielle Investition steht hier im Vordergrund, sondern die inhaltliche Kreativität. Wer über die vielen frei zugänglichen technischen Möglichkeiten sein Konzept aus den Augen verliert, läuft mit seinen Angeboten schnell ins Leere. Aufbau und Pflege von Web 2.0-Tools sind zeitaufwändig. Die erfolgreiche Nutzung ihrer Möglichkeiten setzt insgesamt neue Kompetenzen der Kulturmanager voraus, technisch wie kulturell. Zusätzlich lassen Web 2.0-Instrumente sich auch zur Unterstützung des eigenen internen Projektmanagements einsetzen, zum Beispiel bei der Kommunikation mit den Projektbeteiligten.

 

Kulturmanagement

Web 2.0-Tools für Kulturmanager

Zahlreiche verschiedene Tools lassen sich zur Gestaltung einer „User Generated Culture“ im Internet einsetzen. Hierzu zählen unter anderem Blogs, Podcasts, Online-Communities wie Facebook oder MySpace, Foto- und Videoplattformen wie flickr oder YouTube, das Online-Lexikon Wikipedia, Twitter, Second Life oder Chats. Jeder Kulturmanager muss sich überlegen, welcher individuelle „Social Media Mix“ für seine Ziele und Inhalte am besten geeignet ist. Dies ist abhängig von der Intensität, mit der mit dem Publikum kommuniziert werden soll, von den zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen und von der vorhandenen Social-Media-Kompetenz der Projektbeteiligten. Erfolgreich wird der Einsatz der verschiedenen Bausteine sein, wenn ein echter Austausch mit den Nutzern stattfindet und wenn Inhalte authentisch und transparent kommuniziert werden. Beispiele und Anregungen zu Kultur 2.0 sind das internationale Verzeichnis von Podcasts im musealen Bereich, der Blog des brasilianischen Autors Paulo Coelho oder die MySpace-Seite des Theaters „Schaubühne Berlin“.

 

Das Alumniportal Deutschland für Kulturmanagement nutzen

Das Alumniportal Deutschland bietet mit verschiedenen Web-Tools eine Plattform für die Arbeit von Kulturmanagern. In der Community können Kontakte geknüpft, Nachrichten ausgetauscht und Blogs gestartet werden. Daneben kann jeder Nutzer offene oder geschlossene Gruppen zu individuellen Themen gründen, im Gruppenforum diskutieren, Dateien und Bilder hochladen, Links einstellen oder einen Newsletter einrichten. Es sind bereits zahlreiche Gruppen, Blogs und Themenseiten zum Thema Kultur entstanden.

 

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In der neuen Gruppe „KULTUR - CULTURE“ können Sie sich zu allen Themen und Aspekten des Bereichs Kultur weltweit austauschen oder eigene Kulturprojekte vorstellen.

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Kulturmanagern bietet Web 2.0 viele Möglichkeiten für die Kommunikations- und Projektarbeit. Welche Rolle spielt es in Ihrem Arbeitsleben?