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Thema des Monats März

Kulturmanagement

Kulturmanagement

Geldmangel, instabile politische Verhältnisse, geringe Bekanntheit: Kultureinrichtungen rund um die Welt kämpfen mit unterschiedlichsten Herausforderungen. Kulturmanager stellen sich diesen und nehmen eine wichtige Vermittlerrolle ein.


Kultur bewahrt und verändert

Kultur bedeutet Tradition aber auch Moderne – bewahren aber auch verändern. Der Begriff Kultur ist vielseitig und darf nicht nur als Zusammenfassung künstlerischer Bereiche wie Theater, Tanz, Kunst oder Film gesehen werden. Unter Kultur verstehen wir auch Kommunikation und Lebensweisen. Kultur durchdringt alle Bereiche unseres Daseins. Kultur ist dynamisch, kreativ und innovativ, denn sie ermöglicht Mobilität, Vernetzung und kulturelle Vielfalt. Sie gibt Impulse und erlaubt neue Perspektiven. Eine kulturell aktive Umgebung erhöht die Lebensqualität, stärkt gesellschaftliche Kräfte und fördert den Zusammenhalt – unabhängig vom Entwicklungsgrad eines Landes.

Kultur schafft Arbeit
Kultur ist außerdem ein Wirtschaftssektor, der Arbeitsplätze bietet wie beispielsweise im Kunsthandwerk, in der Mode- oder Filmbranche oder im Produktdesign. Kultur steht damit im internationalen Wettbewerb wie andere Wirtschaftszweige auch. Fördert ein Land durch finanzielle Anreize die Kulturbranche, fördert es damit die Entwicklung des Landes. Die Zusammenarbeit von Kultur- und Wirtschaftspolitik, Bildung, Umwelt, Verwaltung, der Stadtentwicklung und der Tourismusplanung kann neue Möglichkeiten für ein Land erschließen. In den letzten Jahren hat daher das Thema Kultur ein immer größeres Gewicht als Wirtschafts- und Standortfaktor gewonnen.

Auch auf internationaler Ebene wurde erkannt, dass Kultur ein wichtiger Gesichtspunkt in der nachhaltigen Entwicklung von sich ändernden und globalisierten Gesellschaften ist. 2007 stimmte die UNESCO dem „Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ zu. Seitdem werden kulturelle Aspekte in der Entwicklungspolitik beachtet und internationale Kooperationen gefördert.

Kulturmanagement als Arbeitsfeld
Kulturmanagement ist eine junge Disziplin, für die es nur in wenigen Ländern eine einheitliche Ausbildung gibt. Vielmehr ist Kulturmanagement ein interdisziplinärer Beruf, in dem Menschen aus den Bereichen Kunst, Marketing, Politik, Wirtschaft, Personalwesen und anderen ihren Einstieg finden. Vereinzelt bieten Hochschulen inzwischen jedoch Studiengänge für Kulturmanager an. Beispielsweise die Wits Universität Johannesburg in Südafrika mit dem Studiengang „Arts, Culture and Heritage Management“ oder die Universität Hildesheim in Deutschland mit dem Studiengang „Kulturvermittlung“.

KulturmanagerKultur braucht Manager
Kulturmanager planen, organisieren, kontrollieren und vermarkten Kulturbetriebe und -projekte. Sie sind dafür verantwortlich, die finanziellen, personellen und materiellen Möglichkeiten bestmöglich zu verknüpfen und einzusetzen. Im besten Fall verbinden sie dazu soziologisches, wirtschaftliches und künstlerisches Wissen. Sie sind die Vermittler zwischen künstlerischer Produktion und Publikum und sorgen dafür, dass Kultur ihr Potenzial entfalten kann. Kulturmanager können daher eine wichtige Rolle einnehmen, um die Wahrnehmung von Kultur und ihrer Möglichkeiten in einem Land zu beeinflussen. Ein Kulturmanager sollte also einerseits die Planung und Finanzierung einer kulturellen Veranstaltung beherrschen aber auch eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit betreiben und internationale Netzwerke zu Künstlern vor allem aber auch zu Entscheidungsträgern aufbauen. Die Verbindung dieser Arbeitsbereiche wird von Kulturschaffenden mitunter kritisch gesehen, da die Arbeit von Kulturmanagern mit der freien Kunst und Kultur oft eher von ökonomischen Interessen als von kreativen Aspekten geleitet wird.

Kultur und regionale Bedingungen
In den meisten Regionen der Welt sind Kulturmanager noch Exoten. In Afrika beispielsweise ist die formale Ausbildung das kleinere Problem. Größere Schwierigkeiten bereiten dort die verschärften Arbeitsbedingungen aller Kulturschaffenden. Dazu gehören politischer Druck, Geldmangel und erschwerte Zusammenarbeit mit anderen Organisationen durch große geografische Entfernungen oder eine mangelnde Infrastruktur. Menschen, die dort von weniger als 30 Dollar im Monat leben, können außerdem nur schwer Verständnis für Kunst und Kultur aufbringen. Das Internet bietet hier Lösungsmöglichkeiten. Afrikanische Kulturmanager haben 2007 das „Arterial Network“ geschaffen, um Informationen über Kultur in Afrika über das Internet austauschen zu können und um sich zu vernetzen. Inzwischen sind 28 afrikanische Länder vertreten.

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