Statements zum Thema "Kulturmanagement"

Christian Henner-Fehr
„Eine Bloggerin erhielt im letzten Herbst 10.000 US-Dollar vom 'Museum of Science and Industry' in Chicago, weil sie einen Monat lang im Museum gelebt und darüber in einem Blog berichtet hatte. Das Beispiel zeigt, welchen Stellenwert Social Media mittlerweile in den USA hat, auch im Kunst- und Kulturbereich.
Mit Facebook, Twitter & Co geht ein Paradigmenwechsel in der externen und internen Kommunikation einher, der darüber hinaus Auswirkungen auf die Unternehmenskultur von Kultureinrichtungen hat. Vertrauen, Transparenz und Authentizität sind die Werte, die die Arbeit in den Kulturbetrieben zukünftig immer stärker prägen werden. Der Kulturmanager als Schnittstellenmanager ist von diesen Veränderungen in seiner Arbeit unmittelbar betroffen. Die verschiedenen Social Media-Kanäle dienen ihm dazu, in den immer wichtiger werdenden Netzwerkstrukturen zu kommunizieren und darin mit seinen Kooperationspartnern zusammen zu arbeiten.
Ob Marketing, PR oder auch (Projekt)-Management, das Social Web wird die Arbeit und Kommunikation von Kulturmanagern verändern. Und das, wie ich glaube, in durchaus positiver Hinsicht.”
Christian Henner-Fehr lebt und arbeitet als Kulturberater in Wien und betreibt „Das Kulturmanagement Blog”.

Nino Tchogoshvili
„Ich bin Kunsthistorikerin, arbeite aber auch als Kuratorin und Kulturmanagerin in Tbilissi. Ich organisiere Ausstellungen, Konferenzen und Workshops in Zusammenarbeit mit den lokalen und ausländischen Kollegen und Partnern. Ich halte außerdem Vorlesungen im Kulturmanagement und im Bereich zeitgenössische Kunst.
In der zeitgenössischen georgischen visuellen Kunst gibt es ganz unterschiedliche Tendenzen und Arbeitsweisen. Die Künstler setzen sich mit dem internationalen Kunstschaffen offen auseinander. In den letzten Jahren ist die georgische Kulturpolitik mehr darauf orientiert, die georgische Kultur zu popularisieren. Dennoch gibt es zahlreiche aktuelle, ungelöste Probleme und Fragestellungen. Weder die staatlichen, noch die privaten Galerien vermochten es bis jetzt, sich in der internationalen zeitgenössischen Kunstlandschaft zu etablieren. Nur sehr wenige Kuratoren oder Kulturmanager sind entsprechend den zeitgenössischen Anforderungen ausgebildet. Deswegen finde ich den internationalen kulturellen Austausch sehr wünschenwert und wichtig.
Vor einigen Monaten habe ich zusammen mit meiner Kollegin eine Nichtregierungsorganisation (NRO) 'Kultur and Management Lab' gegründet, deren Ziel und Aufgabe die Durchführung der Projekte im Bereich Kultur und Aussbildung ist. Wir organisieren Podiumsgespräche, Diskussionen, recherchieren und besprechen die aktuelle Tendenzen, Positionen und Probleme der zeitgenössichen Kunstszene Georgiens und der Region. Wir knüpfen neue Kontakte und entwickeln Netzwerke mit den KollegInnen aus dem Ausland.”
Nino Tchogoshvili ist Kunsthistorikerin und lebt in Tbilissi.

Wibke Behrens
„Die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin, ist ein Kunstverein, der 1969 gegründet wurde und sich von anderen Kunstinstitutionen für zeitgenössische Kunst mit vielen Besonderheiten unterscheidet:
Zum einen ist die institutionelle Struktur eine von den Mitgliedern (zurzeit sind es ca. 850) gesetzte und gelebte, basisdemokratische und nicht-hierarchische, zum anderen kann jedes Mitglied sich zu einer Projektgruppe von mindestens fünf Personen zusammenfinden und einen Projektantrag für die Realisierung von Ausstellungen, Publikationen, Veranstaltungs- oder Filmprogrammen, Vorlesungsreihen und vielem mehr zu relevanten kulturpolitischen, gesellschaftlichen und sozialkritischen Themen, die mit künstlerischen Positionen, häufig aus dem internationalen Kontext, stellen.
Unsere Mitglieder sind u.a. KulturmanagerInnen, KunsthistorikerInnen, KulturarbeiterInnen, KünstlerInnen und GeisteswissenschaftlerInnen. Sie alle prägen das inhaltliche und starke strukturelle Profil der NGBK.
Alle Arbeitsgruppen, die alle unter dem institutionellen NGBK-Dach sehr professionell arbeiten, realisieren jährlich 8 – 10 hochwertige Gruppen- und Einzelausstellungen, sowie Kunst-Projekte im Untergrund und im öffentlichen Raum.
Es ist Teil meiner Arbeit als Koordinatorin, eine transparente und niedrigschwellige Infrastruktur zu schaffen, die es allen Teams ermöglicht, zu arbeiten. Dies bedeutet oftmals nicht nur meine fachliche Begleitung im Bereich Kulturmanagement in allen Produktionsphasen der Ausstellungsorganisation, sondern auch die Unterstützung beim Teambuilding, der Budgetierung, der Entwicklung von Strategien, der Optimierung der Arbeitsabläufe, der Kommunikationsstrukturen und Informationsflüsse.“
Wibke Behrens M.A. ist seit 2001 Koordinatorin der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin.



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