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Grüne Logistik bei Post & Co. – eine Branche im Wandel

Mit „grüner Logistik“ ist die nachhaltige Erbringung logistischer Leistungen gemeint, die Ressourcen sparen und die Umwelt schonen. Konkret geht es um die Einsparung von Treibstoffen, die Minderung der Schadstoffemissionen, den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen bei Transportbehältern und Verpackungen.

 

 

 

Auch die Entwicklung von besonderen Arbeitsplatzumgebungen in der Lagerwirtschaft und nicht zuletzt der Ausgleich von CO2-Emissionen spielen eine wichtige Rolle. Schließlich gehört der Logistik-Bereich zu den größten CO2-Emittenten – Pakete, Container etc. müssen bewegt werden, was viel Energie verbraucht. Das galt in der Transportbranche lange als unumstößliches Gesetz. Aktiver Umweltschutz war ein Stiefkind. „Erst mit der Erkenntnis, dass Energiesparen auch Kostensparen bedeutet, kam es zum Umdenken“, weiß Martin Schmied vom Öko-Institut Berlin. „Die Großen der Branche machen inzwischen einiges.“ Die „Großen“ sind in Deutschland DHL, DB Schenker und Lufthansa (Cargo). Das Öko-Institut erstellt seit vier Jahren für DB Schenker die Klimabilanz und erarbeitet mit DHL, DB Schenker und LH Cargo Klimaschutzprojekte. Selbst der Elektrogerätehersteller Miele lässt das Öko-Institut untersuchen, wie sich die Klimaauswirkungen beim Transport verringen lassen.

 

DHL-Privatkunden: nur noch CO2-neutrale Pakete und Päckchen

 

Die Deutsche Post DHL hat in Sachen grüner Logistik eine Vorreiterrolle übernommen. Als erstes Transportunternehmen weltweit hat sich das Unternehmen 2007 ein messbares Ziel für seine Einsparungen an klimaschädlichem Kohlendioxid gesetzt: Bis zum Jahr 2020 will man die CO2-Emissionen für jeden versendeten Brief, jedes verschickte Paket, jede transportierte Tonne Fracht und jeden Quadratmeter Lagerfläche um 30 Prozent reduzieren.


Zeitgleich begann man, den Geschäfts- und Privatkunden eine ganze Reihe grüner Logistik-Lösungen anzubieten: vom individuellen CO2-Report bis hin zum klimaneutralen Versand durch die so genannten GoGreen-Produkte. So verschickt DHL alle Privatkundenpakete und –päckchen in Deutschland ohne Aufpreis CO2-neutral. Für Briefe gibt es z.B. versandfertige Umschläge und Karten mit aufgedruckter Sonderbriefmarke für den klimafreundlichen Transport. Die durch Transport und Bearbeitung der Sendungen freigesetzte Menge an Kohlendioxid wird berechnet und durch die Investition in Klimaschutzprojekte ausgeglichen. So investiert die DP DHL in ein Biomassekraftwerk in Indien oder in den Einsatz von effizienten Brennholzkochern in Lesotho.

 

Eine Reihe namhafter Unternehmen hat die grünen Logistik-Lösungen von DHL bereits in Anspruch genommen. Für Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) beispielsweise entwickelte DHL ein umweltfreundliches Konzept für den Containertransport: Mehr als 13.000 Container werden jährlich statt auf der Straße nun auf der Schiene befördert. Das spart bis zu 60 Prozent CO2 ein. Hewlett-Packard setzt in Australien auf GoGreen. Durch eine Verlagerung des Containerumschlagplatzes und die Erhöhung der Ladekapazität der Landtransporte konnte der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gesenkt werden.

 

Kompensation durch neue Investition

 

Die Kompensation der CO2-Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ist allerdings nicht unumstritten. Da es hier um den Handel mit Emissionsrechten geht, sprechen viele geringschätzig von modernem „Ablasshandel“. Dr. Florian Skiba vom Hamburger Treibhausgas-Kompensationsanbieter Arktik GmbH widerspricht: „Man erhält hier für sein Handeln eine konkrete Gegenleistung. Im Fall des Ausstoßes von Treibhausgasen ist das eher ein Schadenersatz an der Allgemeinheit.“

 

Arktik bietet erstmals eine Tankkarte, mit der die Autofahrer ihren CO2-Ausstoß berechnen lassen und ausgleichen können. Das gilt für den privaten PKW-Nutzer wie auch für Fuhrparks. Das vom TÜV geprüfte, klimaneutrale Autofahren kostet 15 Euro pro Tonne verbrauchtem CO2. Arktik investiert in sog. Goldstandards, also vom WWF und der UN zertifizierte und geprüfte Klimaschutz-Projekte. Ob die Motivation für klimaneutrale Auto- oder Flugreisen nun ein schlechtes Gewissen, ein imagebewusstes Denken oder echtes Klimaschutz-Interesse ist, sei dahingestellt. Fakt ist: Es dient der Umwelt, und die stellt keine Fragen.

 

Community:

 

Was denken Sie? Kann es überhaupt „klimaneutrale“ Logistik geben? Kann man mit gutem Gewissen Flugreisen antreten, wenn man diese „klimaneutral“ bucht? Oder ist das Label nur ein Versuch, sich freizukaufen?

 

Gruppe „Climate Change and related issues“

 

Gruppe „Doing Good Business“

 

Hier erfahren Sie mehr zum Thema

GoGreen-Produkte 

Nachhaltige Logistik 

Öko-Institut, Germany’s Institute for Applied Ecology, based in Freiburg, Darmstadt and Berlin 

Online-Plattform Green Logistics World 


Unternehmen, die im Bereich CO2-Kompensation tätig sind

Artik 

Atmosfair 

MyClimate 

Greenmiles 


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