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Zum Jubiläum des Automobils sieht die Autoindustrie Wachstumschancen in Brasilien und China

1886 ließ Carl Benz seinen Dreirad-Motorenwagen patentieren. 125 Jahre später feiert die Automobil-Branche den Geburtstag einer Erfindung, ohne die das Leben heute kaum mehr vorstellbar wäre. Gleichzeitig meldet die deutsche Autoindustrie gute Verkaufszahlen, vor allem in China und Brasilien.

 

Pünktlich zum 125. Geburtstag des Automobils sagt Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie VDA, den deutschen Autobauern goldene Zeiten voraus. Laut Wissmann steht eine Dekade bevor, in der die deutschen Hersteller ihre Marktanteile noch stark steigern werden. Die ehrgeizigsten Ziele steckt sich Volkswagen: Das Traditions-Unternehmen aus Wolfsburg plant langfristig den Sprung an die Weltspitze, um die es sich mit den wachstumsstarken Asiaten Toyota und Hyundai sowie der US-Marke General Motors streitet. Vor allem in den Schwellenländern wird sich dieser Kampf um die Spitzenposition entscheiden.

 

Wachstumsmärkte in China und Brasilien

 

Im vergangenen Jahr konnten die deutschen Autombil-Hersteller ihre Marktanteile auf diesen umkämpften Märkten erheblich steigern: Bereits heute stammt in Brasilien und China jedes fünfte Automobil aus deutscher Produktion. Nach Südkorea wurden 2010 doppelt so viele Fahrzeuge exportiert wie noch im Vorjahr. Dieser Trend setzt sich 2011 fort: Im ersten Halbjahr stieg der Export nochmal um 6 Prozent. Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank verweist zudem auf Wachstumschancen in den ASEAN-Staaten (Vereinigung der Staaten Südostasiens). Auf diesen Märkten sind deutsche Automobilproduzenten wegen Einfuhrbeschränkungen bisher noch wenig vertreten - vor allem mit Luxus-Autos.

 

Vom Automobil zum Elektroauto

 

Elektroauto (c) ColourboxNeben den klassischen Benzin-Modellen rückte in den vergangenen Jahren das Elektroauto immer mehr in den Fokus der Autobauer. Welche Rolle zukünftig die Elektroautos spielen werden, ist inzwischen allerdings nicht mehr so klar. Kanzlerin Angela Merkel möchte Deutschland nicht zuletzt wegen seiner historischen Rolle in der Entwicklung des Automobils auch zur Nummer Eins in der Produktion von Elektroautos zu machen. Im Juni 2011 wurde mit China eine engere Zusammenarbeit in der Forschung an Elektrofahrzeugen, aber auch in der Hybrid- und Brennstoffzellentechnik vereinbart. Neben dem Wettbewerb um die Marktführerschaft bei den Elektromobilen kann man derzeit ein Wettbieten um die schnellste Markteinführung beobachten. Deutschland fördert die Anschaffung von Elektroautos durch Steuervergünstigungen, China unterstützt den Kauf der bisher noch wenig vertretenen Elektrofahrzeuge mit bis zu 7000 Euro. Bereits 2012 soll eine halbe Million Elektroautos durch chinesische Städte fahren.

 

Unsichere Zukunft für das Elektroauto?

 

Vor der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt zeigte sich Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao aber überraschend skeptisch, was die Zukunft der Elektromobilität angeht: Er sei sich nicht sicher, dass sich diese Technik am Ende auch durchsetzen wird. Ein Schlag für die Autoindustrie? Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sieht die Lage ähnlich und verweist auf die Vorteile von Wasserstoffautos, die sich vor allem wesentlich schneller betanken lassen als Elektroautos. Dass diese Entwicklung jedoch noch am Anfang steht, zeigte die Internationale Automobilausstellung IAA in Frankfurt, die nur wenige neue Modelle präsentiert.

 

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