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Wissenschaft & Technik: Zwischen Neugier und Angst

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Sind die rasanten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik ein Fluch oder ein Segen? Der Mensch ist neugierig, aber neue Technologien machen uns häufig Angst. Wir fürchten uns vor Genforschung, Kernfusion und Cloud computing.

 

Die Beziehung zwischen Wissenschaft, Technik und Moral bietet viel Raum für Diskussionen. Im Webinar "Facets of Science" auf dem Alumniportal geben die Gastexperten Prof. Margraf von der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Sandro Gaycken von der Freien Universität Berlin eine Einschätzung aus psychologischer und aus technischer Sicht.

 

Wissenschaft und Technik – zwischen menschlicher Neugier und Angst

 

"Menschliche Neugier ist ganz eng mit Angst verknüpft. Ängste entstehen, wenn wir etwas nicht verstehen oder kontrollieren können, oder wenn wir uns schlecht informiert fühlen.", erklärt der Psychologe Prof. Margaf. Technische Entwicklungen rufen daher oft Misstrauen und Furcht hervor. Sogar einfache Begriffe haben einen Einfluss auf unsere invididuelle Riskowahrnehmung. Ein Beispiel: Während wir mit dem Wort "Bio" eher etwas Positives in Verbindung bringen, ruft der Begriff "Gen" eine negative Assoziation hervor. Von einem technischen Standpunkt ist jedoch weder das eine noch das andere grundsätzlich gut oder schlecht.

 

Die Bewertung von Risiken als Herausforderung

 

Da wir Menschen nur begrenzt rational sind, wird unsere Risikowahrnehmung von vielen Faktoren beeinflusst. Uns bekannte Risiken (wie Autofahren) unterschätzen wir häufig, während wir unbekannte Risiken überschätzen (wie z.B. einen Castortransport). "In der Öffentlichkeit sichtbare Risiken werden häufig als sehr bedrohlich empfunden", sagt der Computer- und Sicherheitsspezialist Dr. Sandro Gaycken. "Tatsächlich sind aber die weniger sichtbaren Risiken oftmals viel bedeutender. Wir haben zum Beispiel Angst davor, dass unsere Kredikartendaten missbraucht werden, obwohl dieses Risiko statistisch gesehen sehr gering ist. Eine Cyber-Attacke auf das Sicherheitssystem der Börse hätte dagegen viel schwerwiegendere Konsequenzen. Dieses Risiko ist aber in der Öffentlichkeit kaum präsent und wird deswegen nicht als hoch empfunden."

 

Die Objektivierung von Risiken durch Matrizen und Statistiken sowie die Risikobewertung durch Experten stellen unsere Wissenschaftgesellschaft daher vor eine große Herausforderung.

 

Wie können wir Wissenschaft, Technik und Moral zusammenbringen?

 

Wissenschaftler werden oft als Experten für die Risikobewertung hinzugezogen. Sie helfen insbesondere, die sogenannten "technischen Risiken" zu kontrollieren. "Risikobewertung muss jedoch auch andere Aspekte mit einbeziehen, zum Beispiel psychologische oder gesellschaftliche", erklärt Prof. Margraf. In Fragen der Nachhaltigkeit spielen soziale Werte beispielsweise eine wichtige Rolle. Weitreichende Entscheidungen in sensiblen Bereichen von Wissenschaft und Technik, wie der Embryonenforschung, bleiben daher eine Herausforderung. Sollten die Experten entscheiden? Oder sollten Politikerinnen und Politiker die Entscheidungsträger sein?

 

Die Antworten auf diese Fragen sind nicht einfach– was denken Sie?

Diskutieren Sie mit uns der Community! Die Aufzeichnung der Webinar-Sitzung zu "Science = A blessing or a curse?" vom 27.09. ist noch in der Webinar-Gruppe verfügbar (Session 3).

 

Links zum Thema in der Community

Wissenschaft & Technik im Webinar "Facets of Science" 


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