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Das europäische Austauschprogramm Erasmus macht Akademiker mobil

Seit mehr als 25 Jahren fördert das Erasmus-Programm Studierende an europäischen Gast-Hochschulen. Das Unterprogramm Erasmus Mundus erweitert den Kreis auf Wissenschaftler auch aus nicht-europäischen Ländern.

Nicht nur die Namen und Orte klingen vielversprechend: Die Hogere Zeevaartschool im belgischen Antwerpen, das Americanos College in Zyperns Hauptstadt Nicosia oder die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Das sind nur drei Beispiele aus über 30 europäischen Ländern, in denen Studierende mit dem Erasmus-Programm gefördert werden. Bereits seit 1987 gibt es das Austauschprogramm der Europäischen Union, das ursprünglich die Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa sowie die Mobilität von Studierenden und Dozenten förderte.

Lebenslanges Lernen in der Europäischen Union

Seit 2007 ist Erasmus Teil des EU-Programms für Lebenslanges Lernen und bietet einige neue Förderbereiche wie studentische Praktika oder Weiterbildungen für Mitarbeiter von Hochschulen und Unternehmen. Einige Zahlen sprechen für den großen Erfolg des Austauschprogramms: Bis zu seinem 25-jährigen Bestehen im Jahr 2012 hatten bereits knapp drei Millionen Studierende und mehr als 300.000 Dozenten beziehungsweise Hochschulmitarbeiter am Erasmus-Programm teilgenommen. Über 4.000 Hochschuleinrichtungen in 33 Ländern beteiligten sich am Austauschprogramm – Tendenz steigend.

Das Erasmus-Programm steht allen Studierenden offen

Neben der finanziellen Unterstützung durch das Austauschprogramm hat ein Erasmus-Stipendiat einen weiteren entscheidenden Vorteil: Studienleistungen, die er oder sie an der Gast-Uni erwirbt, werden im Rahmen des European Credit Transfer System (ECTS) anerkannt. So erweitert der mobile Student nicht nur seinen persönlichen Horizont und seine Sprachkenntnisse, sondern tut auch etwas für seine Studienlaufbahn an der Heimat-Uni. Bewerben kann sich jeder Student ab dem 2. Studienjahr, der in einem regulären Studiengang an einer Hochschule eingeschrieben ist, die mit dem Erasmus-Programm kooperiert. Die Studienaufenthalte können zwischen drei und zwölf Monate dauern. Um die Reise- und Aufenthaltskosten zu decken, kann ein Erasmus-Stipendium beantragt werden.

Video: „1 Jahr im Ausland“ – 1. Platz des Erasmus-Kurzfilmwettbewerbs 2011

Erasmus Mundus: Das Austauschprogramm für Wissenschaftler

Namenspatron des Programms ist der Universalgelehrte Erasmus von Rotterdam, der im 15. Jahrhundert lebte. „Erasmus“ steht aber auch für die etwas sperrige Bezeichnung EuRopean (Community) Action Scheme for the Mobility of University Students. Der Begriff „Mobilität“ im Namen ist Programm, weil die beteiligten Universitäten den Wechsel der Studierenden zwischen den europäischen Hochschulpartnern fördern.

Auch das auf fünf Jahre ausgelegte Unterprogramm Erasmus Mundus (2009 bis 2013) versteht sich als ein Kooperations- und Mobilitätsprogramm. Es ist aber ganz speziell auf die Entwicklung von gemeinsamen Master- und Doktoratsprogrammen der beteiligten Hochschulen ausgerichtet.

Mit Erasmus Mundus zum PhD

Wer als Doktorand, Postdoktorand oder Senior-Forscher über seinen Hochschulgartenzaun schauen will, der wird mit diesem Förderprogramm angesprochen. Vom Erasmus-Programm unterscheidet sich Erasmus Mundus dadurch, dass sich auch Kandidaten aus nicht-europäischen Ländern bewerben können. Die Kriterien für eine Bewerbung hängen dann jeweils vom Forschungsvorhaben beziehungsweise vom Programm der kooperierenden Hochschule ab.

Zwei speziell zugeschnittene Förderaktionen gibt es: Die Erasmus Mundus Aktion 1 finanziert internationale Master- und Doktoratsprogramme sowie Teilnahmestipendien für die Dauer von drei Jahren. Erasmus Mundus Aktion 2 fördert Mobilitätsnetzwerke zwischen Hochschulen in europäischen Ländern und Drittländern sowie Mobilitätsstipendien von einer Dauer von drei Monaten bis zu drei Jahren.

Wer mit dem Erasmus- oder dem Erasmus-Mundus-Programm mobil in einem anderen europäischen Gastland ist, der braucht eigentlich nur eins: einen guten Reiseführer!

November 2013

Kommentare

Nikolina Burneva
6. November 2013

ERASMUS hat den bulgarischen Studierenden die Scheu vor dem Aufenthalt in der Fremde genommen.

MLLS
6. November 2013

Erasmus wird als einer der besten Möglichkeiten für all die Studenten die amsonsten keinen langen Aufenthalt im Ausland sich finanzieren könnten. Ich begrüsse hiermit die entscheidund von dem spanischen Minister Wert das Budget für diesem Austauschprogramm verkurzet zu haben.

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