Frauen in der Architektur

Mein ehrenamtliches Engagement fing an im Studentenwohnheim HaDiKo in Karlsruhe, wo ich jahrelang in der Selbstverwaltung tätig war, bis zum Vorstand. Später ging ich eine Stufe weiter, und zwar international. Der Unterschied bestand darin, dass man dann viel virtuell arbeitete. Virtuelle Zusammenarbeit führte dann auch im Rahmen eines Treffens zu einer Veröffentlichung in die hochangesehene Zeitschrift Nature.

Ich studierte Architektur mit Vertiefung Städtebau 1996-1999 an der Universität Karlsruhe und schloss es mit Diplom ab. Anschließend war ich im Aufbaustudium Regionalwissenschaft. 2000-2001 wechselte ich zu Promotion. Als Doktorand konnte man damals eine sogenannte Marie Curie host fellowship durchführen. Als Marie Curie Stipendiatin habe ich mich der Marie Curie Fellows Association angeschlossen. Schon damals wurde ich zu einer Konferenz über Frauen in der Wissenschaft in Frankreich eingeladen. Später, nach dem Ablauf des DFG Stipendiums, ging ich mit einem kompetitiv gewonnenen Marie Curie Intra-European Fellowship zurück nach Italien. Ich kehrte 2007 nach Rumänien zurück, mit einem Marie Curie Reintegration Grant. Inzwischen bekam ich eine Dauerstelle an der „Ion Mincu“ Universität für Architektur und Städtebau, wo ich jetzt bei Landschaft und Städtebau Department arbeite. 2014-2015 hatte ich einer erster Postdok in Geographie, in Rumänien. Im zweiten wird es, wie man es sieht, um Frauen in der Architektur gehen. Das steht im Zusammenhang mit was für Frauen Role Models ich untersuche. Am Ende des Reintegration Grants bewarb ich mich für den Verwaltungsvorsteand der Marie Curie Fellows Association.

Ich war in das Marie Curie Fellows Association m-WiSET (Mobile Women in Science, Engineering and Technology) 2012-2017 tätig. Zuerst dachte ich, ich wäre nicht die passendste, denn ich habe keine Familie, also keine dual career, aber dann ist es doch gut gelaufen. Im Rahmen dieser Tätigkeit:

  • habe ich den Verein im COST targeted policy action TA1201 (2012-2016) „Gender, Science, Technology and Environment (genderSTE)“ als Management Committee Observer vertreten. Ich war in der Arbeitsgruppe WG3 „Mapping Gender in environment-related Horizon2020 Grand Challenges“, die sich Frauen und Stadt widmete, und zwar in der Untergruppe um Frauen und Klimaschutz. Ich nahm online an die Arbeitsgruppe gerichteten Diskussion auf genport teil. Physisch nahm ich am Engendering International Conference „Engendering cities“ in Rom teil und reichte einen Beitrag für die Abschlusskonferenz „Engendering Habitat III“ in Madrid ein
  • 2 Treffen bei eurodoc (der Verein der Doktoranden und Postdoktoranden in Europa), Konferenzen in Budapest in 2014 (mit 2 Redner aus der COST action, die in Budapest ansässig waren) und Cluj-Napoca 2015 (gemeinsam mit Carole Chapin vom Eurodoc) geleitet,
  • Beim ESOF (EuroScience Open Forum) 2012 in Dublin in der Session „Role Models for Mobility: Portraits of Women from the Marie Curie Fellows Association“ als Sprecher teilgenommen, eine ganz gut besuchte Session mit dem Titel „New concepts of mobility to foster career development and gender balance in Europe“ bei der ESOF 2014 in Dänemark organisiert, aus welchem der Nature Artikel resultierte, sowie beim ESOF 2016 in Manchester in der session „Leading by example? The mobility of women in science“, eingeladen.
  • Ich war auch Redner bei der EU presidency conference 2011 in Budapest in der Session “Career Paths and Mobility of Women Researchers”
  • Meine Geschichte kam in die Role Models Broschüre, wie man auf der Seite des Vereins sieht.

Das Herangehen des Vereins, wie ich es bei der eurodoc in Budapest auch präsentierte, basiert auf Fallstudien als Role Models und nicht auf Statistik. Ich habe mich früher mit einem ähnlichem Herangehen beim Soziologie der Architektur gearbeitet.

2014 wurde das GEMS (Gender Equality and Diversity for Mobile Researchers in Science) in der neuen Marie Curie Alumni Association gegründet, heute, für eine breitere Diversität, GEDI (Genders, Equity, Diversity & Inclusion). In diesem Rahmen habe ich eine Session über „Women in geosciences“ bei der European Geosciences Union organisiert. Auch hier kam meine Geschichte in die neue Broschüre.
Beide Arbeitsgruppen sind Partner im Humboldt Netzwerkprojekt zum Thema von Ira Didenkulova. Auf der Webseite sind auch die beiden Broschüren auch zu finden.

Außer der Vereinsarbeit, untersuchte ich auch wissenschaftlich Pioniere der Moderne in der Architektur. Eigentlich bildete die COST action bereits ein guter Weg dahin, denn die Vorsitzende forschte um Frauen in Städtebau. Bevor ich anfing, Projekte zu haben, habe ich in „Review of European Studies“ 2 Beiträge veröffentlicht: um Virginia Haret, die erste Architektin in Rumänien, und um Frauen als Leitfiguren in Märchen aus Rumänien und Deutschland. Ich hatte ein Projekt von der Bukarester Architektenkammer zur Virginia Haret, und ein Postdok bei der Rumänischen Akademie in Rom zu diesem Thema, reich in Veröffentlichungen, denn Virginia Haret war auch mobil und hat auch in Rom studiert. Die Ergebnisse wurden in Turin mit einem Mobilitätsprojekt gefördert gezeigt. Letztes Jahr habe ich eine Ausstellung zum Thema „Pioneer Romanian Women in Architecture“ in London kuratiert. Gemeinsam zwischen den Postdok in Rom und die Ausstellung in London ist es, dass beide vom Rumänischen Kulturinstitut unterstützt wurden. Die Ausstellung umfasste auch Wissenschaftlerinnen.

April 2020