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Alumni Sustainability Talk: Deutschland-Alumni in Kenia stellen sich den Herausforderungen der SDGs

Nairobi, 9. November 2017. An die 80 Deutschland-Alumni aus allen Gesellschaftsschichten fanden sich zu einem Alumni Sustainability Talk ein, der vom Alumniportal Deutschland organisiert wurde und abends in den ruhigen Räumen der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde in Nairobi stattfand. Viele von ihnen waren besonders daran interessiert, mehr über die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu erfahren und einen Beitrag zu ihrer Erreichung im kenianischen Kontext zu leisten. „Networking“ war das Wort des Abends!

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Herrn Dr. Blumbach, Leiter der DAAD-Außenstelle Nairobi als Vertreter eines der Kooperationspartner des Alumniportals, übernahm eine Reihe von kenianischen Experten das Wort, allesamt Deutschland-Alumni, und stießen einen regen Austausch und eine lebhafte Debatte mit dem Publikum an.

Einer der Redner auf dem Panel war Dr. Frank Wafula, Arzt und Gesundheits- und Strategiespezialist der Weltbankgruppe. Er sprach über Ziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen für alle“, vor allem im Hinblick auf Verbesserungen des kenianischen Gesundheitssystems und auf mögliche Partnerschaften, die gewährleisten sollen, dass alle Kenianer Zugang zu guter Gesundheitsversorgung erhalten. Dr. Josephine Nyaboke, Assistenzprofessorin an der United States University of Africa befasste sich in ihrem Beitrag mit Ziel 4 „Hochwertige Bildung“. Sie legte in ihrer Präsentation großen Wert darauf, dass regionale, nationale und globale Partnerschaften im Bildungssektor nur dann möglich sind, wenn sich alle Interessenvertreter auf gemeinsame Ziele, Werte, Visionen und Engagement verständigen. Rogers Dhilwayo, Wirtschaftsberater und Spezialist für die Ziele für Nachhaltige Entwicklung beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, sprach über einige grundlegende Prinzipien der Agenda 2030, darunter Universalität, Integrierte Ansätze und Niemanden zurücklassen. Er analysierte die unterschiedlichen Akteure der Entwicklung und informierte die Deutschland-Alumni darüber, welchen Beitrag sie individuell zur Erreichung der Ziele leisten können.

Eindrücke vom Alumni Sustainability Talk

Dr. Eddy Odari, Dozent an der gesundheitswissenschaftlichen Fakultät der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT), befasste sich in seinem Beitrag mit Ziel 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“. Er sprach über die entscheidenden Faktoren wirtschaftlichen Wachstums und wie wichtig sie dafür sind, dass alle Kenianer menschenwürdige Beschäftigungen erhalten und so zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums ihres Landes beitragen können. Dr. Benson Kemboi, ebenfalls Dozent an der JKUAT, stellte Ziel 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ in den Mittelpunkt seines Inputs. Er forderte die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit auf, die Erreichung dieses Ziels zu ermöglichen, indem sie die für Innovation nötigen Materialien zur Verfügung stellen. So könnten die Kenianer ihrerseits für wachsende Industrie sorgen und sicherstellen, dass die landesweite Infrastruktur weiterentwickelt wird. 

Die Alumni des „Stammtischs“ (eines regelmäßigen Networking-Treffens, das das Alumniportal Deutschland jeweils am letzten Freitag des Monats in Nairobi veranstaltet) beteiligten sich aktiv an den Diskussionen. Als Vertreterin des Stammtischs gab Winfred Odari einen Überblick über die Gespräche des Stammtischs, die sich ebenfalls mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung beschäftigten. Ihr Thema war Ziel 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“, mit einem Schwerpunkt auf der Müllbeseitigung, einem Problem, das in Kenia ausgesprochen dringend ist. Sie präsentierte Lösungsvorschläge, die von den Stammtisch-Teilnehmern ausgearbeitet wurden und dem Landrat von Nairobi mit der Bitte um Umsetzung vorgelegt werden soll.

Herr Benson Kimani war als Vertreter des Ministeriums für Planung und Dezentralisierung anwesend und beteiligte sich aktiv an den Überlegungen.

Die Diskussionen waren ausgesprochen lebhaft! Die Teilnahme eines so breitgefächerten Expertenteams aus unterschiedlichen Bereichen war für die Zuhörer spannend und motivierend und führte zu äußerst ergiebigen Debatten. Alle Anwesenden sprachen sich dafür aus, solche Diskussionsrunden öfter zu veranstalten. Frau Bibi vom Goethe Institut in Nairobi, auch Kooperationspartner des Alumniportals, schloss die gelungene Veranstaltung ab.

Und das war erst der Anfang! Die Gemeinschaft der kenianischen Deutschland-Alumni begeistert sich für dieses Thema und wird aktiv zur Umsetzung der Agenda 2030 beitragen.

Kontakt:  sheila.ronoh(at)giz.de

November 2017

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