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Erstes internationales Treffen der Alumni-Plattformen

Anfang Februar fand erstmals ein gemeinsamer Workshop von Vertreterinnen und Vertretern länderbezogener Alumni-Plattformen in Bonn statt. Das Bedürfnis der Workshopteilnehmer nach Austausch war groß. 

Bonn, 3. Februar 2017. Wie halten es eigentlich andere Länder mit der internationalen Alumniarbeit? Diese Frage hat nicht nur das Team vom Alumniportal Deutschland bewegt, sondern auch die VertreterInnen von länderbezogenen Alumni-Plattformen aus Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Frankreich, Katalonien und Australien. Bei einem ersten gemeinsamen Workshop am 3. Februar in Bonn wurden diese und viele weitere Fragen rund um die Alumniarbeit erörtert.

Denn auch wenn sich die Projekte aus der Ferne durchaus seit längerem gegenseitig im Blick haben und es vereinzelt auch schon Begegnungen gab, wird das Thema „internationale Alumniarbeit“ weiterhin kaum systematisch behandelt, und praxisbezogener Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene fand bisher de facto nicht statt. Dabei haben die verantwortlichen Projektleiter und Alumnimanager in ihren Ländern mit vielen ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen: Fehlende nationale Strategien, kurze Projektlaufzeiten, knappe Ressourcen, eine sehr globale und diverse Zielgruppe, zu schwache Beteiligung der Botschaften uvm. Zudem sind die einzelnen Länder heute für viele Alumni nur eine von mehreren Auslandsstationen. Die exklusive Bindung zu einem Gastland ist heute nicht mehr die Regel, was es schwieriger für jedes einzelne Land macht, sich durch attraktive Angebote abzuheben.

Das Bedürfnis der Workshopteilnehmer nach Austausch war entsprechend groß und die Themenvielfalt beachtlich. Fragen wie: Welche Angebote kann man diesen Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und fachlicher Expertise machen? Wie schaffen wir es über digitale Formate weltweit Bindungen aufrecht zu erhalten und zu festigen? brachten interessante Diskussionen hervor. „Für mich haben sich ein paar Fragestellungen geklärt“, sagte Vibeke Quaade vom Danida Fellowship Centre, welches das dänische Online-Netzwerk für Alumni betreibt. „Ich nehme einige strategische Denkansätze, aber auch konkrete Ideen mit.“ Denn so viele Gemeinsamkeiten die Länder und ihre Alumniarbeit auch haben, so gibt es doch - vor allem bedingt durch die unterschiedlichen Auftraggeber - auch deutliche Unterschiede. Manchmal liegt der Schwerpunkt auf entwicklungspolitischen Ansätzen, in anderen Ländern steht Bildung im Fokus oder auch die Gewinnung von Arbeitskräften für den heimischen Arbeitsmarkt. Gemeinsam ist allen Ländern, dass sie die besondere Rolle von Alumni als Botschafter für ihr Land und als Brückenbauer in ihren Heimatländern erkannt haben.

Deutschland ist mit dem Alumniportal Deutschland schon am längsten am Start und mit fast 150.000 Mitgliedern das größte länderbezogene Alumniportal weltweit. Was jedoch bis heute fehlt ist eine nationale Alumnistrategie der Bundesregierung. Hier ist Australien im Jahr 2016 mit gutem Beispiel vorangegangen. Der Vorteil: Von allen relevanten Ministerien können Perspektiven eingebracht und in die praktische Alumniarbeit integriert werden.

Am Ende war man sich einig, dass dieses Treffen nur ein Auftakt für eine längerfristige Vernetzung gewesen sein wird. Weitere Länder, die derzeit noch an Strategien oder der Umsetzung ihrer Portale arbeiten, werden den Kreis sicherlich noch erweitern. Der Trend, dass Länder oder Regionen übergreifende Alumniportale für internationale Zielgruppen aufbauen, ist derzeit ungebrochen.

Weitere Informationen zum Thema:

Alumniportale weltweit: Ein internationaler Trend nimmt Fahrt auf

Eindrücke vom Workshop

Februar 2017