„Wir schaffen Verbindungen zwischen Vergangenheit und Zukunft“

Onur Çagdas Artantas ist Generalsekretär des einzigen DAAD-Alumnivereins in der Türkei. Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Ankara hat vor kurzem seine Doktorarbeit in Verwaltungsrecht an der Bucerius Law School in Hamburg abgeschlossen. Ein Gespräch über die Bedeutung von Alumniarbeit – und warum manche Aufgaben sich wie Freizeit anfühlen.

Herr Artantas, was macht gute Alumniarbeit aus?

Sie schafft Verbindungen zwischen Vergangenheit und Zukunft! Die Alumni bekommen durch die Veranstaltungen und Treffen die Möglichkeit, ihre persönlichen Erinnerungen an Deutschland wieder aufleben zu lassen und mit anderen zu teilen. Dadurch entstehen neue Kontakte, Freundschaften und auch wissenschaftliche Kooperationen. Wir haben zurzeit 55 offizielle Mitglieder und viele weitere Interessenten. Dieses Netzwerk kann gerade jungen Alumni auch bei ihrer Karriere nützen.

Kann die Alumni-Arbeit die bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland stärken?

Ich glaube schon. Alumni-Arbeit an sich ist keine Politik, aber sie fördert die wissenschaftliche und kulturelle Kooperation und damit auch die Freundschaft zwischen Ländern. 

Was hat Sie dazu motiviert, sich in der „Anadolu Alumni Association“ zu engagieren?

Ich habe von meinem Deutschland-Aufenthalt sehr profitiert – wissenschaftlich, aber auch persönlich – und möchte gern etwas zurückgeben. Der Aufwand ist übrigens gar nicht so groß: Das DAAD-Büro in Ankara unterstützt die Vereinsarbeit organisatorisch und auch finanziell. Ich brauche pro Woche nur ein paar Stunden Zeit dafür, Alumni-Veranstaltungen nicht mitgerechnet. Die betrachte ich als Freizeit, weil sie mir selbst auch so viel Spaß machen.

Wegen Covid-19 gibt es zurzeit aber keine Veranstaltungen, oder?

Persönliche Treffen sind leider nicht möglich. Aber wir haben die Vorträge, in denen Alumni ihre wissenschaftlichen Projekte vorstellen, auf Webinare umgestellt. Das läuft sehr gut, deshalb wollen wir auch in Zukunft regelmäßig Webinare anbieten. Die Entfernungen in der Türkei sind schließlich groß. Irgendwann sind aber hoffentlich auch wieder gemeinsame Alumni-Exkursionen möglich. 2017 sind wir zur Ausgrabungsstätte von Troja gefahren. Unser nächstes Ziel ist Göbekli Tepe in Anatolien, wo türkische und deutsche Archäologen gerade die älteste Tempelanlage der Welt ausgraben. Auf diese Exkursion freue mich jetzt schon.

Interview: Miriam Hoffmeyer

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Juni 2020