„Ich hatte sehr viel Glück“

Lorenzo Semeia stammt aus einem kleinen Dorf im Nordosten Italiens in der Nähe von Treviso. Er hat Psychologie studiert und promoviert derzeit in Neurowissenschaften. Während der Corona-Krise bleibt er zu Hause. Dort forscht er und lernt Deutsch. Glücklicherweise konnte er noch vor dem Ausbruch der Krise zahlreiche Daten erheben, sodass er nun mit der Erstellung von Analysen und der Zusammenfassung von Ergebnissen beschäftigt ist. Einen Ausgleich zu seiner Arbeit am Computer findet er in den umliegenden Wäldern.

Die Entscheidung, nach Deutschland zu ziehen, fasste Lorenzo nach einer Begegnung mit einem Professor aus Tübingen. Nach Erreichen seines Hochschulabschlusses nahm Lorenzo eine Tätigkeit am Zentrum für fetale Magnetoenzephalographie (fMEG-Center) der Universität Tübingen auf, um dort sein Forschungsprojekt durchzuführen. Fetale Magnetoenzephalographie (fMEG) ist die einzige nicht invasive Methode für die Untersuchung von Reaktionen des Gehirns und spontanen Gehirnaktivitäten bei Föten Mutterleib. Lorenzo Semeia ist insbesondere an der Herzdynamik interessiert, die nach der Wahrnehmung verschiedener Geräusche aus der Umgebung auftritt.

Nach der Promotion möchte er seine wissenschaftliche Laufbahn fortsetzen und neben einer klinischen Tätigkeit als Psychologe weiterhin forschen. Da Lorenzo Deutschland im Allgemeinen mag und Tübingen ihm sehr gut gefällt, möchte er die Stadt zu seinem beruflichen Mittelpunkt machen, auch wenn seine Arbeit einen Austausch mit verschiedenen Universitäten im Ausland ermöglichen sollte.

Interview: Marlene Thiele

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Juni 2020

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