Vorbereitung ist alles

München

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In diesem Interview erzählt Kristina Alam, Deutschland-Alumna, von ihren ersten Schritten und Schwierigkeiten in Deutschland. Sie spricht darüber, welche Tipps sie libanesischen und ausländischen Studierenden, Forschern und jungen Berufstätigen vor Reiseantritt mit auf den Weg geben möchte. 

Was hat Sie bewogen, nach Deutschland zu ziehen?

Als ich 16 Jahre alt war, wurde ich von einer deutschen Nachbarin inspiriert. Ihre Einstellung hat mich beeindruckt: Sie war eine sehr pünktliche und korrekte Person. Dies ermutigte mich, mehr über Deutschland herauszufinden. Zunächst absolvierte ich einige Deutschkurse in Beirut. Schließlich besuchte ich das Land, um an einem zweimonatigen Intensivkurs in Düsseldorf teilzunehmen. Mein erster Eindruck von Deutschland war überwältigend. Ich war wirklich beeindruckt von dem strukturierten System, der Sauberkeit und Pünktlichkeit und dem gut organisierten Leben. All dies führte dazu, dass ich mich entschied, mein Studium in München fortzusetzen. Mir war bewusst, dass es nicht einfach sein würde, diese Reise alleine zu unternehmen.

Was hätten Sie gerne gewusst, bevor Sie nach Deutschland gezogen sind?

Bevor ich nach Deutschland gezogen bin, hätte ich mir mehr Zeit nehmen sollen, um mich vorzubereiten und Informationen mit erfahrenen Menschen, Deutschen oder libanesischen Kollegen auszutauschen. So hätte ich meine Zeit sinnvoller investiert. Ich habe auf die harte Tour angefangen, bei Null, Learning by Doing. Ich wünschte, ich hätte damals gewusst, dass Zeit und Energie die wertvollsten Ressourcen sind, die wir haben. Ich wünschte, ich hätte auf meiner persönlichen und beruflichen Reise einen Mentor, ein Netzwerk und mehr Menschen um mich herum zur Unterstützung gehabt. Dies hätte den Lernprozess beschleunigt.

„Ich habe auf die harte Tour angefangen, bei Null, Learning by Doing. Ich wünschte, ich hätte damals gewusst, dass Zeit und Energie die wertvollsten Ressourcen sind, die wir haben. Ich wünschte, ich hätte auf meiner persönlichen und beruflichen Reise einen Mentor, ein Netzwerk und mehr Menschen um mich herum zur Unterstützung gehabt. Dies hätte den Lernprozess beschleunigt.“

Was würden Sie libanesischen Studierenden, Forschern und jungen Berufstätigen raten, die nach Deutschland ziehen möchten?

Ich würde alle auf jeden Fall ermutigen, zuerst über persönliche und berufliche Ziele nachzudenken und eine klare Zielsetzung für das festzulegen, was angestrebt wird (kurz- und langfristig). Dann würde ich empfehlen, nicht schüchtern oder verängstigt zu sein und um Unterstützung oder Beratung zu bitten, indem man sich mit Fachleuten und Institutionen in Deutschland verbindet. Immer weiter Fragen stellen, denn es gibt keine falschen Fragen. 

Was war bisher die herausforderndste Erfahrung in Deutschland und wie haben Sie diese Herausforderung bewältigt?

Die beiden herausforderndsten Erfahrungen waren einmal auf persönlicher Ebene, als ich am Anfang für mein Studium nach München zog, und später beruflich, als ich nach dem Abschluss meine erste Tätigkeit begann. München ist eine sehr attraktive Stadt. So begann der Umzug nach München mit der großen Herausforderung, eine Wohnung zu finden.

Ohne Unterstützung vor Ort war es extrem schwierig. Was damals geholfen hat, war eine starke Motivation, Überzeugung und positives Denken. Die zweite Herausforderung begann, als ich als eine von 70 Bewerbern bei Bosch für ein zweijähriges beschleunigtes Junior-Manager-Programm aufgenommen wurde. Die berufliche Herausforderung bestand darin, innovative Ideen voranzutreiben und diese in einer traditionell konservativen Organisation umzusetzen. Durch ständiges Beobachten, präzise Kommunikation und große Unterstützung meines Mentors gelang es mir, Ideen durchzubringen und erfolgreich umzusetzen.

Wie hat Ihnen Ihre Zeit in Deutschland geholfen, beruflich und persönlich zu wachsen?

Ich hatte großartige Möglichkeiten, mit qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern aus verschiedenen Branchen zusammenzuarbeiten und mehr über die deutsche Wirtschaftsethik zu erfahren. Ich bin reifer, verantwortungsbewusster und unabhängiger geworden und habe schließlich mein Leben in die eigenen Hände genommen. Vor allem als Ingenieurin fühle ich mich in dieser Gesellschaft respektiert und geschätzt. 

Quelle

Dieses Interview wurde ursprünglich in dem Newsletter des veröffentlicht.

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