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Ein Ort des Austauschs und der Inspiration

Kollage von Menschen unterschiedlicher Herkunft
© Alumniportal Deutschland

"Ein Ort des Austauschs, des Lernens und der Inspiration“ – so bringt Maria Endreva-Cherganova auf den Punkt, was das Alumniportal Deutschland ihr persönlich bedeutet. Auch beruflich habe sie von der Plattform erheblich profitiert: „Ich konnte mein Netzwerk erweitern und wertvolle Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit sammeln.“ Die Germanistikprofessorin an der Universität Sofia engagierte sich jahrelang als Alumniportal-Multiplikatorin in Bulgarien, unter anderem bei der Organisation von Karrieremessen.

„Diese Rolle hat mir ermöglicht, eine Brückenfunktion zwischen deutschen Institutionen und bulgarischen Alumni einzunehmen. Dabei habe ich eine beeindruckende Zahl motivierter Fachleute und junger Absolventinnen und Absolventen kennengelernt, die meine Begeisterung für Deutschland und seine Kultur teilten“, erinnert sich die Alumna des und der . Viele dieser Kontakte hielten bis heute.

„Das Alumniportal Deutschland hat mich in dem Gefühl bestärkt, Teil einer lebendigen internationalen Gemeinschaft zu sein, die durch gemeinsame Erfahrungen und Werte verbunden ist.“ – Alumna Maria Endreva-Cherganova

Die Idee hinter dem Alumniportal

Gegründet wurde das Alumniportal Deutschland 2008 als Plattform für alle Interessierten, die in Deutschland studiert, geforscht, gearbeitet, die Sprache gelernt, eine Ausbildung oder ein Praktikum gemacht haben. „Wenn wir in kluge Köpfe investiert haben, ist es sinnvoll, ihre Expertise für Themen und Projekte zu nutzen, an denen Deutschland Interesse hat“, beschreibt Judith Schildt von der Alexander von Humboldt-Stiftung die Gründungsidee. Diese ging ursprünglich von der Organisation „InWEnt“ aus, die Fach- und Führungskräfte aus dem Globalen Süden bei der Weiterbildung unterstützte und später in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufging.

Weitere Träger des Alumniportals waren der DAAD, das Goethe-Institut und ab 2010 die Alexander von Humboldt-Stiftung. „Jede Partnerorganisation hat ihre spezielle Expertise eingebracht. So entstand eine Plattform, die mehr war als die Summe ihrer Teile“, sagt Judith Schildt. Neben der Entwicklungspolitik hätten von Anfang an auch kultur-, wissenschafts- und wirtschaftspolitische Aspekte eine Rolle gespielt. „Im Ausland wurde das Alumniportal Deutschland schon bald nach der Gründung als Stimme der Bundesregierung wahrgenommen.“ Die Zahl der registrierten Mitglieder wuchs innerhalb von zehn Jahren auf rund 175.000.

Eine Plattform mit internationaler Strahlkraft

„Das Alumniportal Deutschland wurde zur Plattform für die Diversität der Welt“, schwärmt Dr. Maija Kale, die als Multiplikatorin in Lettland zum raschen Wachstum des Portals beitrug. Das Alumniportal habe ihr ermöglicht, die Verbindung zu Deutschland auch Jahre nach ihrem Masterabschluss in Freiburg zu halten und mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit dem Goethe-Institut und dem DAAD Sprachcafés in Lettland zu organisieren.“ Außerdem koordinierte die Computer- und Sozialwissenschaftlerin Diskussionsgruppen auf dem Portal: „Es war hochinteressant, zu verstehen, was bestimmte Themen in verschiedenen Kontexten und Weltregionen bedeuten.“

Erfolg durch Vernetzung und Austausch

Der Erfolg der institutionen-übergreifenden Alumni-Plattform habe sich in der Welt herumgesprochen, sagt Sabine Olthof von der , die das Projekt von 2010 bis 2019 leitete: „Schon bald haben uns Ministerien anderer Länder um Rat gefragt, die ähnliche Portale einrichten wollten.“ Seit dem Start informierte nicht nur der Newsletter für Mitglieder, sondern auch das frei zugängliche Online-Magazin über ein breites Spektrum aktueller Themen aus Deutschland. Den sehr unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden, sei eine Herausforderung gewesen, sagt Olthof. „Aber es hat die Arbeit auch besonders spannend gemacht.“

Ein Themenfeld, das für sehr viele Alumni interessant war und ist, spielt seit der Gründung eine besonders große Rolle: . Bis 2019 veranstaltete das Alumniportal Deutschland jedes Jahr gut besuchte Karrieremessen in verschiedenen Ländern, außerdem wurde es zum Vorreiter bei Online-Messen. Seit dem Start habe man Alumni auch dabei unterstützt, in ihren Heimatländern etwas zu bewegen, sagt Sabine Olthof. So konnten Alumni jedes Jahr Vorschläge für Praxisprojekte einreichen. Besonders vielversprechende wurden in Zusammenarbeit mit dem Alumniportal weiterentwickelt und umgesetzt.

Das Jahr 2019 brachte einen Einschnitt: Nachdem die GIZ ausgeschieden war, übernahm der DAAD die Federführung. Die Plattform wird seither nicht mehr vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert, sondern vom Auswärtigen Amt. Da es sich um eine internationale Online-Plattform handelt, die Aktivitäten über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg ermöglicht, fanden sämtliche Veranstaltungen und Formate bereits früh digital statt. Das Alumniportal Deutschland entwickelte sich zu einer Vorreiterin in der digitalen Alumni-Arbeit und diente auch anderen nationalen Alumniplattformen als Vorbild.

Begünstigt durch die Corona-Pandemie und die allgemeine Dynamik der Digitalisierung wurde mit der Neuausrichtung der digitale Schwerpunkt weiter ausgebaut. Die Plattform wurde technisch modernisiert und inhaltlich neu ausgerichtet. Dabei stand die Entwicklungszusammenarbeit nicht im Mittelpunkt, sondern zunehmend Alumni-relevante Formate und Inhalte, insbesondere zu den Themen Karriere, Forschung, Wissenschaft, aber auch den UN-Nachhaltigkeitszielen.

Was ist das Alumniportal Deutschland?

Was ist das Alumniportal Deutschland? Was ist das Alumniportal Deutschland? ©

Neue Formate und Community Challenges

Viele erfolgreiche Ansätze und Formate wurden beim Neustart beibehalten, darunter die vom bereit gestellten , etwa Lesetexte, Quizze und der beliebte Newsletter „Verstehen Sie Deutsch?“. Neue Formate wurden etabliert, wie digitale Diskussionsveranstaltungen und regelmäßige , bei denen Alumni ihre Projekte vorstellen oder zu Fachthemen sprechen. Seit 2022 finden jährliche Community Challenges zu Nachhaltigkeitsthemen statt, bei denen Alumni innovative Ideen und Lösungsvorschläge einreichen. Die Gewinner:innen erhalten Intensivcoachings einer Gründungsberatungsagentur, um ihre Ansätze weiterentwickeln zu können. „Von der Einreichungsphase über die Präsentationen bis zur Abschlusskonferenz waren die Wettbewerbe mit sehr viel Aufwand verbunden, der sich immer vollauf gelohnt hat“, sagt Alumniportal-Teamleiterin Nathalie Baum vom DAAD: „Die rege Teilnahme und die tollen Ideen haben gezeigt, wie viele spannende Menschen zur Community gehören.“

Juan Carlos Schiappa-Pietra nahm 2023 an der  teil, bei der Lösungen gefragt waren, um Städte nachhaltiger, gerechter und resilienter zu machen. Im Rahmen des Wettbewerbs absolvierte er auch an einem zweiwöchigen Online-Kurs zu Sozialem Unternehmertum, unter anderem zur Entwicklung von Geschäftsmodellen und zu erfolgreichen Pitching-Techniken. Der Kurs sei fantastisch gewesen, sagt Schiappa-Pietra. Dass er nicht in die Endrunde kam, macht dem GIZ-Alumnus aus Peru nichts aus: „Dabeisein ist alles! Die Challenge war eine äußerst interessante Erfahrung, die den Unternehmergeist und die unternehmerische Initiative in der Community gefördert hat.“

Impulse für die Zukunft

Auch aufgrund des zunehmenden baute das Alumniportal nach 2019 seine Angebote rund um Karrieremöglichkeiten in Deutschland und Karriereentwicklung deutlich aus: Neben Informationsveranstaltungen zu Arbeitsmarkt und Bewerbungsverfahren in Deutschland wurden kostenfreie Online-Kurse zu Kommunikation, Soft Skills sowie akademischen und fachspezifischen Themen angeboten. Darüber hinaus konnten sich Mitglieder um ein bewerben. „Das Coaching hat mir geholfen, mehr Klarheit über meine Fähigkeiten und Karriereziele zu bekommen“, sagt Antonia Sikotakopoulou. Die Doktorandin an der TU Dresden berät ehrenamtlich internationale Absolventinnen und Absolventen, die über ein Masterstudium in Deutschland nachdenken. Zu diesem Engagement habe sie der Austausch mit anderen DAAD-Alumni und mit Studieninteressierten auf dem Portal ermutigt, meint die Ingenieurin aus Griechenland.

Abschied und Neubeginn

„Das Alumniportal hat nicht nur die Bindung der Alumni an Deutschland gestärkt, sondern auch zu einem positiven Deutschlandbild in der Welt beigetragen“, sagt Nathalie Baum. Nachdem das Goethe-Institut als Träger bereits 2024 ausschied, wird das Alumniportal zum Jahresende 2025 nach 17 erfolgreichen Jahren eingestellt. Der DAAD und die Alexander von Humboldt-Stiftung planen ein Nachfolgeportal, das allerdings nur Mitgliedern der Netzwerke der beiden Organisationen offenstehen wird. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, bedauert Nathalie Baum. „Im Sinne einer gezielten und wirkungsorientierten Alumniarbeit konzentrieren wir uns auf diejenigen Alumni, die uns besonders vertraut sind und für die wir passgenaue Angebote entwickeln können.“ Auch auf dem Nachfolgeportal werden wissenschaftliche Vorträge und Diskussionen stattfinden, die Jobbörse sowie weitere Formate wird es weiterhin geben. Neben dem 2024 eingeführten wird es zukünftig auch ein Mentoring-Programm für DAAD geförderte Mentorinnen und Mentees geben. Die digitale Alumni-Arbeit sei beiden Organisationen auch weiterhin sehr wichtig, betont Nathalie Baum: „Wir wollen auch in Zukunft mit unseren Geförderten in Kontakt bleiben, ihnen den Austausch miteinander ermöglichen und ihre Expertise zu Fragen einholen, die für die Zusammenarbeit mit Deutschland wichtig sind.“