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Planungsproteste in deutschen Großstädten: Zwischen Wachstumsschmerz und Stillstand

Junge Frau hebt eine Faust - Symbolbild für einen Protest in einer deutschen Stadt
© GettyImages/LordHenriVoton

HUMBOLDT CITIES LECTURE

Mittwoch, 16. April 2025, 15:00 - 16:30 (MESZ)

Sprache: Englisch

Online in Zoom

In dieser Lecture spricht Grisha Bertram über Planungsproteste in deutschen Großstädten. Als Ergebnis einer kritischen Aufarbeitung der Nachkriegszerstörungen, des bürgerschaftlichen Engagements und der Proteste hat sich in den letzten vierzig bis fünfzig Jahren in der deutschen Stadterneuerung die „Behutsamkeit“ durchgesetzt. Die Erhaltung historischer Stätten und traditioneller städtischer Strukturen war ein wichtiges Element der Stadtpolitik und -planung, um sowohl physische als auch soziale Strukturen zu schützen. In gewisser Weise kann der Aufstieg des Naturschutzes als komplementäre Entwicklung betrachtet werden.

Dies ist nun aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven umstritten.

Einerseits haben sich die deutschen Oberzentren in den letzten zwei Jahrzehnten, oft nach einer Ära des Niedergangs, durch Reurbanisierungs- und Metropolisierungsprozesse einem dynamischen Stadtwachstum ausgesetzt. Dies hat zu einer räumlichen Verdichtung sowohl in als „untergenutzt“ angesehenen innerstädtischen Lagen als auch an den Stadträndern geführt, wo neue suburbane Siedlungen geplant sind. Dies hat zu einem Druck auf bestehende Quartiere, Infrastrukturen, städtische Grünflächen und die grüne Wiese gleichermaßen geführt.

Auf der anderen Seite und zum Teil als Folge desssen versuchen Städter:innen und ihre zivilgesellschaftlichen Organisationen, das Konzept der Behutsamkeit zu erweitern, indem sie nicht nur für den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude, sondern auch für „temporäre“ Nutzungen, „alternative“ Räume, Kleingärten, Grünflächen, niedrige Mieten, Bushaltestellen, Bäume, die homogene Sozialstruktur eines Stadtteils, Ausblicke oder sogar die „Schmutzigkeit“ der Stadt plädieren, die sie (hoffentlich) vor weiterer neoliberaler Ausbeutung bewahrt.

Auf der Grundlage sowohl quantitativer empirischer Befunde von rund 3.500 Planungsprotesten in acht der größten deutschen Städte als auch mehrerer qualitativer Fallstudien zu Bürgerprotesten in der Stadtplanung kann gezeigt werden, wie Proteste Ideen zur Erneuerung und Bewahrung sowie Kritik an Umbruch, Verfall und Stagnation artikulieren.

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