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Frauen in Spitzenpositionen: In Deutschland ist die Luft da oben dünn

Sprachniveau A2

Frauen in Deutschland sind sehr gut qualifiziert. Mehr als die Hälfte der Frauen hat ein Abitur und 56 Prozent einen Hochschulabschluss. Jeder zweite Absolvent der Betriebswirtschaftslehre ist weiblich, in den Rechtswissenschaften machen Frauen die besten Examina. Aber nur weniger als fünf Prozent Frauen finden sich in den Top-Positionen großer Unternehmen. Hier ist "die Luft dünn" in Deutschlands großen Banken, Energie- und Automobilfirmen, in den Telefon- und Kommunikationsunternehmen, die an der Börse gelistet sind. So sind in den 100 größten Banken und Sparkassen Deutschlands nur 2,9 Prozent der Vorstände weiblich und 16,3 Prozent der Aufsichtsräte – gleichzeitig stellen Frauen aber die Hälfte der Beschäftigten. Auch Wissenschaft und Forschung sieht es nicht besser aus. Warum ist das so? Um Beruf und Familie zu vereinbaren verzichten auch heute noch immer viele Frauen auf eine Karriere. Sie haben eher einen Teilzeitjob als ein Mann. Manche Frauen bleiben viele Jahre zu Hause und ziehen die Kinder groß. In Deutschland aber fehlen gut ausgebildete Fachkräfte, daher sollen mehr Kindergartenplätze und Betreuungsmöglichkeiten entstehen.

Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen, dass eine Frau in Deutschland knapp 22 Prozent weniger verdient als ein Mann.  Der Unterschied liegt vor allem daran, dass Frauen meistens in schlechter bezahlten Branchen arbeiten. Denn sie opfern ihre Karriere, um Kinder großzuziehen. In den 34 Industriestaaten, die zur OECD gehören, liegt die Differenz bei 16 Prozent. In Norwegen etwa bekommen Frauen nur 8,4 Prozent und in Belgien 8,9 Prozent weniger. Politik und Wirtschaft wollen daher mehr Plätze für Kinder in Kindergärten und Tagesstätten und Frauen und Männer stärker unterstützen.

Frage A2:

  • Was bedeutet "die Luft ist dünn für Frauen"?

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Sprachniveau B2

Frauen in Deutschland sind sehr gut qualifiziert. Mehr als die Hälfte der Frauen hat ein Abitur und 56 Prozent einen Hochschulabschluss. Jeder zweite Absolvent der Betriebswirtschaftslehre ist weiblich, in den Rechtswissenschaften machen Frauen die besten Examina. Aber nur weniger als fünf Prozent Frauen finden sich in den Top-Positionen großer Unternehmen. An der Spitze, in den Führungspositionen, ist für Frauen "die Luft dünn". In Deutschlands großen Banken, Energie- und Automobilfirmen, in den Telefon- und Kommunikationsunternehmen, die an der Börse gelistet sind, arbeiten nur sehr wenige Frauen: So sind in den 100 größten Banken und Sparkassen Deutschlands nur 2,9 Prozent der Vorstände weiblich und 16,3 Prozent der Aufsichtsräte – gleichzeitig stellen Frauen aber die Hälfte der Beschäftigten. Und auch in der Forschung an den Universitäten sieht es nicht so gut aus. Auch Wissenschaft und Forschung sieht es nicht besser aus.

Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen, dass eine Frau in Deutschland knapp 22 Prozent weniger verdient als ein Mann.  Der Unterschied liegt vor allem daran, dass Frauen meistens in schlechter bezahlten Branchen arbeiten. In den 34 Industriestaaten, die zur OECD gehören, liegt die Differenz im Schnitt bei 16 Prozent. In Norwegen etwa bekommen Frauen lediglich 8,4 Prozent und in Belgien 8,9 Prozent weniger. Die Gründe: Um Beruf und Familie zu vereinbaren verzichten auch heute noch immer viele Frauen auf eine Karriere. Sie haben eher einen Teilzeitjob als ein Mann. Manche Frauen bleiben viele Jahre zu Hause und ziehen die Kinder groß. In Deutschland aber fehlen gut ausgebildete Fachkräfte, daher sollen mehr Kindergartenplätze und Betreuungsmöglichkeiten entstehen.

Viele Länder versuchen, per Gesetz mehr Frauen in Vorstände zu bringen - etwa in Spanien, Island, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Italien. Auch die EU-Kommission will etwas tun: EU-Kommissarin Viviane Reding wird im Sommer konkrete Vorschläge für eine Frauenquote in Europa machen. Die OECD stellt Deutschland wegen seiner Familienpolitik regelmäßig an den Pranger. Der Mangel an Kindertagesstätten hindere Mütter daran, in den Beruf zurückzukehren, kritisierte die Organisation. Nur für 18 Prozent der Kinder bis zwei Jahre steht ein Betreuungsplatz zur Verfügung. Der OECD-Schnitt liegt etwa doppelt so hoch.

Fragen B2:

  • Was sagt das Grundgesetz zu Männern und Frauen?
  • Was bedeutet "an den Pranger stellen"?

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Mai 2012

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