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Grillen als Trend

Die Sonne scheint. Es ist warm – oder zumindest warm genug. Kleine Rauchsäulen steigen von Gärten und Parks, von Balkonen und Flussufern auf. Ein feiner Geruch liegt in der Luft, würzig und herb, trocken und holzig. Einfach lecker, köstlich. Was ist los? Es ist Frühling und wieder Grillsaison in Deutschland.



Grillen. Das ist Sport in Deutschland, zumindest bei den älteren Menschen. Die jungen begreifen Grillen als Kult oder Lebensgefühl, finden es trendig, lässig, cool. Man trifft sich mit Freunden, verabredet sich zum Grillen oder beschließt es spontan. „Grillen befördert das Gemeinschaftsgefühl“, erklärt Frank Beckes, Projektleiter eines einzigartigen Grillevents in Südwestdeutschland. Doch dazu später.

Zum Grillen braucht man schon lange keinen eigenen Garten oder Balkon mehr. Grillen in den öffentlichen Parks, an den Flussufern der Städte, an den Seen: Das gehört zu einem sonnigen Nachmittag oder lauen Abend einfach dazu.


Alle Arten von Grills


Klein und handlich sind für diesen Zweck auch die Grills geworden. Kleine Kugeln mit Deckel und Henkel, leicht zu tragen, oder schicke Grill-Kübel (Eimer). Einmal-Grills von der Tankstelle, billig und aus minderem Material, die man an Ort und Stelle gut wegwerfen kann. Sogar Tragegrills mit Brennpaste haben findige Grillspezialisten erfunden, um gerade den Picknick-Grillern das Schleppen der Holzkohle zu ersparen.

Die heimischen Grillmeister ziehen natürlich große und robuste Grills vor. Während der eine den selbst gemauerten Grill mit Kamin in seinen Garten hat, wählt der andere die fahrbare Grillstation mit Ablegerosten und Haken für die Geräte wie Gabeln, Messer und Wender. Grillprofis führen erbitterte Diskussionen über die beste Marke der Grillhersteller und natürlich darüber, ob Holzkohle, Gas oder gar Holzpellets das einzig wahre Brennmaterial sind und den "richtigen" Geschmack erzeugen.


Mehr als nur Fleisch


Sebastian Dickhaut, Koch und Autor des Buches „BBQ Basics“ findet: „Grillen hat so was Befreiendes. Das Wetter ist toll, die Küche bleibt zu, wir können schön geschmacklose Schürzen tragen, während wir mit dem Feuer spielen. Und als ob das nicht schon reichen würde, kriegen wir auch noch etwas richtig Gutes zu essen, ohne viel dafür tun zu müssen. Braucht es mehr, um glücklich zu sein?“

Womit wir schon beim nächsten wichtigen Thema sind: dem Essen. Längst sind die Grillmeister zu Gourmetköchen avanciert, landen Fleisch und Würste nicht mehr als einziges Grillgut auf dem heißen Rost. Ganze Internet-Foren erklären, was sich für Vegetarier und Gemüsefans alles Köstliche rösten lässt: Pilze, Auberginen, Zucchini, Paprika – mit Käse, Tofu und Sonstigem zu feinen Spießen gesteckt oder in Alufolie gegart. Auch Fisch, am Spieß, im Stück oder ganz, gehört zur Bandbreite der erlesenen Zutaten.


Grillen als Event


Zu richtigen Gourmet-Grillern werden zweimal im Jahr die Hörer des Radiosenders SWR3 aus Baden-Baden. „Einzige und größte Synchron-Grillparty in Deutschland“ nennt sich das Event, das über einige Stunden hinweg mindestens 15.000 Gruppen vor die Radios zieht. Nach der genauen Anleitung des Fernsehkochs Johann Lafer werden viele exotische Zutatenkombination zu außergewöhnlichen Grillgerichten verarbeitet. Per Internetradio werden sogar Hörer aus Hongkong, Südafrika oder Australien live zugeschaltet.

Grillen ist schon was Feines. Jeder kann, darf, muss etwas dazu beisteuern. Seien es die Getränke, Zutaten, Handlangerdienste oder gar die Oberaufsicht am Grill. – Da fällt mir ein: heute ist Samstag, die Sonne scheint und Freunde kommen vorbei. Jetzt schnell schauen, was ich alles herzaubern kann für ein spontanes Barbecue …

Wird bei Ihnen zu Hause auch gegrillt? Und was kommt auf den Rost, wie sehen die Grills aus und wo wird gegrillt? Erzählen Sie in Ihrem Gruppenforum oder Ihrem Blog doch einmal von Ihren Grill-Gewohnheiten

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Mai 2011

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Kommentare

Michael
6. August 2012

Ich kann es moralisch und gesundheitlich vertreten Fleisch von gemästeten Tieren zu essen. Beim BBC esse ich gerne Gemüse und Fisch. Es geht also auch ohne Fleisch!

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