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Fleischfrei in Deutschland? Vegetarische Ernährung in der Diskussion

Immer mehr Deutsche interessieren sich für vegetarische Ernährung, und zwar aus den verschiedensten Gründen. Doch die wachsende Verbreitung von fleischfreier Kost stößt auch auf Gegenwehr, vor allem, wenn sie durch staatliche Initiativen unterstützt werden soll.

Die deutsche Küche ist berühmt für ihre deftigen Fleischgerichte wie zum Beispiel Eisbein oder Rinderbraten. Heutzutage lässt sich jedoch ein Wandel beobachten: Immer mehr Deutsche interessieren sich für eine vegetarische Ernährung und leben, zumindest teilweise, fleischfrei. Gemüse, Obst und auch pflanzliche Alternativen zum Fleisch werden in neuen Varianten zu Hause ausprobiert und in jedem Restaurant stehen vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. 

Unterschiedliche Motive für eine vegetarische Ernährung

Es gibt unterschiedliche Gründe für einen reduzierten Fleischkonsum. In den vergangenen Jahren gab es in den Medien immer wieder Berichte über sogenanntes „Gammelfleisch“. Viele Deutsche essen deshalb weniger Fleisch, um ihre Gesundheit zu schützen. Berichte über grausame Tierhaltung haben ebenfalls dazu beigetragen, dass die Konsumenten zunehmend auf vegetarische Ernährung setzen. Und weitere wichtige Argumente für einen überlegten Fleischverzehr sind Umweltschutz und Nachhaltigkeit: Die Fleischproduktion sorgt für gravierende Umweltschäden und ist im Vergleich zur vegetarischen Ernährung ineffektiv und teuer.

Man muss nicht gleich zum Vegetarier werden!

Ungefähr 42 Millionen Deutsche verzichten zumindest gelegentlich auf Fleisch und kochen immer häufiger vegetarisch. Fleischlose und vegane Kochbücher, Blogs und Foren sind in Deutschland zur beliebten Lektüre geworden. Leckere, abwechslungsreiche Gerichte aus pflanzlichen Produkten kommen immer häufiger auf den Tisch, auch bei Menschen, die nicht gleich ganz zum Vegetarier werden wollen. Über sechs Millionen Menschen in Deutschland setzen auf eine rein vegetarische Ernährung, essen also überhaupt kein Fleisch, kein Geflügel und keinen Fisch. Es gibt zahlreiche verschiedene Ausprägungen der vegetarischen Ernährung, die unterschiedlich streng sind (weitere Informationen dazu finden Sie in der Randbox).

Veggie Day: Bevormundung oder freiwilliger Verzicht

Anfang des Jahres 2013 sorgte eine Idee für große öffentliche  Diskussionen in Deutschland: der Veggie Day. Damit ist gemeint, dass in allen Kantinen, Restaurants, Schulen und Kindergärten an einem Tag der Woche fleischfrei gekocht werden soll. Die Grünen fanden diese Idee so vernünftig, dass sie diese in ihr Parteiprogramm zur Bundestagswahl aufnahmen. Es gab aber auch viele Menschen, die diesen Vorschlag übertrieben fanden und die sich nicht vorschreiben lassen wollen, was sie essen dürfen.

Es tut sich eine Kluft auf zwischen denjenigen, die sich nicht in die Töpfe schauen lassen möchten und denjenigen, die sich aus ideologischen oder politischen Gründen freiwillig einschränken und dies auch von ihren Mitmenschen verlangen. Grundsätzlich sind sich aber die meisten Deutschen einig, dass ein überlegter Konsum von Fleisch und eine zumindest teilweise vegetarische Ernährung gut sind für die Gesundheit, die Tiere und die Umwelt.

Vegetarische Ernährung: die wichtigsten Ausprägungen

  • Flexitarier: nur sehr selten Fleisch, Fisch und Geflügel
  • Pescetarier: Kein Fleisch, kein Geflügel, aber Fisch
  • Ovo-Lacto-Vegetarier: Kein Fleisch, kein Fisch und kein Geflügel, aber Eier und Milchprodukte
  • Lacto-Vegetarier: Kein Fleisch, kein Geflügel, keine Eier, aber Milchprodukte
  • Veganer: keinerlei Tierprodukte, auch kein Leder und kein Honig
  • Frutarier: nur pflanzliche Produkte, strengste Form

Februar 2014

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Kommentare

ALEJANDRO GIRALDO LOPEZ
28. Juni 2017

Obwohl man kein Fleisch essen will, ist ziemlich schwer dieses Ziel und andere von einem Tag zum anderen zu erreichen, noch wenn man zwischen einem Kultur von Fleischessern lebt. Man ist kein normaler Mensch vor anderen Augen, und sie denken, dass sie das Richtige immer machen, wenn man wegen Massmedien und Traditionen diese auferlegte Normalität noch dauerhaft aufrechterhaltet wird. Aber Gott sei Dank, heutzutage unnormale Menschen dürfen noch andere Meinungen sagen, und kann man all-mäh-lich zu beweisen, dass nicht Unmöglich sein wird, diese normale Menschen in Anormalen umzuwandeln, und am Ende eine neue wunderbarliche Welt mit schon all diesen neuen normalen Menschen zu erreichen.

puneetnangia
22. November 2015

Ich esse nämlich auch kein Fleisch. Als ich 2002 das erste Mal in Deutschland war, hatte ich am Anfang Probleme aber das hat sich in den nächsten Jahren verändert. Wie es im Artikel steht, stehen jetzt in jedem Restaurant eine gute Anzahl vegetarischer Gerichte auf der Speisekarte.

Rene
19. Juni 2015

Ich esse Fleisch wie ich Lust drauf habe. Genauso halte ich es mit allem im Leben. Habe nur ein kurzes Leben. Da schränke ich mich doch nicht auch noch ein.

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