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Immer mehr Menschen lernen Deutsch – Ein neuer Dokumentarfilm zeigt, warum

Warum lernen Sie Deutsch? Auf diese Frage hat die Fernseh- und Hörfunkbeauftragte des Goethe-Instituts Maren Niemeyer in dem gleichnamigen Dokumentarfilm Antworten aus aller Welt gesammelt. Die Erkenntnis der Filmemacherin zur Hauptmotivation des Deutschlernens ist ganz pragmatisch: „Weil die Arbeitsmöglichkeiten und Bildungschancen in Deutschland so gut sind wie kaum woanders auf der Welt.“

Der Film „Warum lernen Sie Deutsch?“ begibt sich auf die Spuren der deutschen Sprachlehre an den Goethe-Instituten weltweit. Er erzählt anhand von historischen Filmen und neugedrehten Bildern, wie sich der Kursalltag und mit ihm die Deutschlernenden und ihre Lernmotivationen über die Jahrzehnte entwickelt und verändert haben.

Eine filmische Reise

Maren Niemeyer kam die Idee für ihren Film beim Stöbern in den Keller-Archiven des Goethe-Instituts: „Dort habe ich durch Zufall lauter verstaubte alte Filmboxen mit Sprachlehrfilmen aus den 50er, 60er und 70er Jahren gefunden. Mein Anliegen war es, diese filmischen Schätze vor der Vergessenheit zu bewahren. Dazu kam die Tatsache, dass noch nie so viele Menschen auf der Welt an den Goethe-Instituten Deutsch lernen wollten wie im Jahr 2012. So entstand die Idee, zum einen zu zeigen, wie unterschiedlich die Deutschlerner und ihre Lernmotive sind, und zum anderen, wie sich die Deutschkurse in den letzten 60 Jahren entwickelt haben.“

Das Filmteam reiste quer durch die Welt, um Deutschlerner zu treffen: von Spanien über Russland bis nach Vietnam, von Äthiopien über Bayern und Berlin bis ins kalifornische Silicon Valley. Dabei besuchte es unter anderem einige besonders prominente ehemalige Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer. Denn auch Papst Franziskus, der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor oder die amerikanische Operndiva Renée Fleming lernten einst am Goethe-Institut Deutsch.

Trailer: „Warum lernen Sie Deutsch?“

Deutsch lernen für Studium und Karriere

Die erste Station der Filmemacherin ist Madrid, Spanien. Das Erlernen der deutschen Sprache liegt hier besonders im Trend. Grund ist die europäische Finanzkrise: 2012 waren etwa 40 Prozent der jungen Spanier arbeitslos – so auch die 24-jährige Laura. Sie hat gerade ihr Studium als Ingenieurin abgeschlossen und sieht in ihrem Heimatland keine berufliche Perspektive. Weil in Deutschland eine große Nachfrage für gut ausgebildete Fachkräfte herrscht, lernt Laura intensiv Deutsch. Dadurch erhofft sie sich bessere Karrierechancen in Deutschland.

Auf der anderen Seite des Pazifiks besucht das Filmteam Hanoi in Vietnam. „Vietnam war mir besonders wichtig, da es traditionell sehr enge Beziehungen zwischen beiden Ländern gibt, was aber in Deutschland oft vergessen wird“, sagt Maren Niemeyer. Über 100.000 Vietnamesen leben in Deutschland, in Vietnam sprechen viele Menschen die deutsche Sprache. Zahlreiche junge Leute lernen Deutsch, weil sie in Deutschland studieren und sich noch im Heimatland sprachlich vorbereiten wollen.

Deutsche Sprache für die Liebe

Eine weitere Filmstation ist Äthiopien. Das Land hat die höchste Analphabeten-Rate der Welt. Nicht einmal jeder zweite Äthiopier hat die Chance, eine Schule zu besuchen und lesen und schreiben zu lernen. Deshalb fand die Regisseurin die Geschichte der 36-jährigen Rahel besonders beeindruckend: Die junge Frau hat vor kurzem ihren deutschen Mann geheiratet und wollte unbedingt schnell Deutsch lernen. Rahel hat es geschafft, als lernunerfahrene Schülerin nach mehreren Anläufen den A1-Deutsch-Kurs am Goethe-Institut in Addis Abeba zu bestehen. „Ich hätte mir vor dem Dreh des Films niemals vorstellen können, wie schwierig es ist, als Erwachsener eine Sprache zu lernen, wenn man weder lesen noch schreiben kann“, meint Niemeyer.

Musik als Lernhilfe

Viele der weltweit bedeutendsten Opernsänger haben ihre Laufbahn in Deutschland begonnen und deshalb Deutsch gelernt. Renée Flemming ist eine davon. Als junge Sängerin lernte sie mit eisernem Willen in Boppard am Rhein Deutsch. Heute gibt sie regelmäßig Gastkonzerte an der Münchener Oper.

Musik wird auch im Deutschunterricht gern eingesetzt. „Musik, Pop und Rock waren immer schon das entscheidende Vehikel, um gerade die ganz jungen Menschen im Ausland auf die deutsche Sprache neugierig zu machen“, so Niemeyer. „Wir müssen da ganz ehrlich sein: Deutsch ist nicht sexy, weil viele Menschen Goethes Werther im Original lesen wollen, sondern weil es Pop- und Rockstars gibt, die weltweit mit deutschen Songtexten Erfolg haben wie Nina Hagen, Nena, die Toten Hosen oder Tokio Hotel.“

Wissenswertes über das Goethe-Institut

Das Goethe-Institut unterhält weltweit 159 Institute in 98 Ländern mit circa 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Im Jahr 2015 nahmen 274.700 Menschen weltweit an einem Sprachkurs des Goethe-Instituts teil. Neben Gruppen-, Einzel- und Fernunterricht, Intensiv- und Firmenkursen bietet das Goethe-Institut webbasierte Selbstlernkurse sowie Fachsprachenkurse für Berufsgruppen wie Ärzte, Ingenieure oder Krankenpfleger an. Weitere Infos zu den Deutschkursen finden Sie auf der Webseite des Goethe-Instituts.

Oktober 2013

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Kommentare

Frezghi
8. Februar 2017

Hallo euch

Vilmos Spisák
18. Januar 2017

Weil diese Sprache die Sprache Goethe's, der grossen deutschen Philosopher, Dichter, Schriftsteller, der führenden technischen Grossmacht, und meiner Urgrossmuter ist. Deutsch klingt sowieso wundervoll! Wer nicht Deutsch lernt, weiß nicht, was er (sie) versäumt...

Fogang youda Ivan loic
5. Dezember 2016

Ich finde dans sehr gut

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