Kulturschaffende schützen: Die Martin Roth-Initiative

Um verfolgte Kunst- und Kulturschaffende im Ausland zu schützen, hat das Goethe-Institut gemeinsam mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) die Martin Roth-Initiative ins Leben gerufen. Die nach dem langjährigen Mitglied des Goethe-Instituts und zuletzt Präsidenten des Instituts für Auslandsbeziehungen bennante Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die in ihrem Heimatort mit Einschränkungen ihrer künstlerischen Tätigkeit oder mit persönlichen Angriffen und Inhaftierungen rechnen müssen, zu schützen und zu fördern.

Sie bekommen die Chance, temporär in ein sicheres Land ihrer Heimatregion oder nach Deutschland zu gehen, um dort weiterzuleben und zu arbeiten. Die Stipendiat*innen bekommen während des Förderungszeitraums eine persönliche Begleitung sowie die Möglichkeit, ihre berufliche Tätigkeit fortzusetzen.

Durch die Martin Roth-Initiative soll eine enge Zusammenarbeit mit einem Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und Kulturinstitutionen im In- und Ausland geschaffen werden. Somit soll eine erfolgreiche Eingliederung in die künstlerische Szene des Aufnahmelands erreicht sowie eine nachhaltige berufliche Perspektive nach der Rückkehr in die Heimatregion gewährleistet werden. „Gemeinsam mit unserem Netzwerk zuverlässiger Kulturpartner in Deutschland und in aller Welt können wir ganz konkret Menschen in Gefahr helfen, und dabei gemeinsam für das Ziel einer offenen Gesellschaft in einer friedlichen Welt arbeiten“, so Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas betont die Wichtigkeit dieser Initiative: „In einer Zeit, in der Krisen überall auf der Welt zunehmen, die demokratische Grundprinzipien und die Leben von Millionen von Menschen gefährden, muss unsere Außenpolitik für die Grundfreiheiten einer demokratischen Gesellschaft eintreten, sich für Kunst und Kultur, Wissenschaft und die Freiheit der Medien einsetzen, und nach Möglichkeit jene Akteure schützen, die dies gleichermaßen tun. Im Oktober 2017 haben namhafte Kultur- und Theaterschaffende die Bundesregierung dazu aufgerufen, für den Schutz gefährdeter Künstlerinnen und Künstler im Ausland einzutreten. Die Bundesregierung hat diesen Aufruf ernst genommen. Die nun erfolgte Gründung der Martin Roth-Initiative ist ein Ergebnis, das auch die übernommene Verantwortung belegt. Wir handeln damit ganz bewusst auch im Gedenken von Martin Roth, der sich stets für die Freiheit der Kultur weltweit eingesetzt hat".

Die Martin Roth-Initiative gliedert sich in drei Programmlinien:

  • Schutzaufenthalte für gefährdete Kunst- und Kulturschaffende an Kultureinrichtungen bzw. kulturellen Orten in Deutschland
  • Schutzaufenthalte für gefährdete Kunst- und Kulturschaffende in Drittstaaten
  • Wissenschaftliche Begleitung, Evaluation und Vernetzung von Schutzprogrammen

Quelle: Goethe-Institut/Pressemitteilung vom August 2018

Weitere Informationen unter: https://www.martin-roth-initiative.de/de

August 2019

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