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Pioniere der Naturforschung – Die Brüder Schlagintweit

Humboldts umfassende Erforschung Südamerikas galt zu seiner Zeit als wegweisend. Adolph Schlagintweit wollte wie sein großes Vorbild sein und die Gebiete um den indischen Subkontinent ergründen. Seine Abenteuerlust bezahlte er mit dem Leben, auf der Heimreise durch Russland wurde er hingerichtet. Seine Forschungsergebnisse aber, die er mit seinen Brüdern auf den Reisen durch Indien sammelte, galten als revolutionär.

Eine Forscherkarriere hatte der Zahnarzt Joseph Schlagintweit für seine Söhne eigentlich nicht vorgesehen. Zunächst begann der älteste Sohn Hermann wie sein Vater Medizin zu studieren. Seine Leidenschaft zu den Alpen brachte Hermann jedoch zur Geographie. Einem ersten Artikel über das österreichische Ötztal folgten zahlreiche Forschungen über die Struktur der Alpen. Bald wurde sein Bruder Adolph zu seinem ständigen Begleiter auf seinen Reisen. Das Vorbild für ihre Forschung war dabei Alexander von Humboldt, dessen Arbeiten über Südamerika zu Beginn des 19. Jahrhunderts für Aufsehen sorgten.

Förderer und Vorbild: Alexander von Humboldt

 

Er war es auch, der die Reise der Brüder Schlagintweit nach Indien förderte. 1849 trafen sie von Humboldt zum ersten Mal in Berlin. Schon zuvor war er begeistert von der Arbeitsweise der Brüder aus München. Wie von Humboldt verfolgten sie ein Forschungsideal, das Geographie, Geologie und die Ethnologie einer Region zueinander in Beziehung setzen wollte. Er setzte seine Kontakte ein, machte die Brüder mit der höfischen Gesellschaft Preußens und Bayerns bekannt und verschaffte ihnen so auch den Auftrag der Britisch Ostindischen Kompanie, nach Südasien zu reisen. Ein Ziel der der Mission war, zu erforschen, ob es tatsächlich Gletscher auf dem Himalaja gibt, was zu dieser Zeit nur ein Gerücht war - genauso wie die Existenz des Mount Everest.

Folgenreiche Forschungsreise

 

Mit ihrem Bruder Robert Schlagintweit brachen Adolph und Hermann 1854 nach Indien auf. Getrennt bereisten sie den indischen Subkontinent, sammelten jahrelang Daten über Geographie, Geologie und die Kultur der Völker. Drei Jahre nach ihrem Aufbruch nach Bombay kehrten Hermann und Robert wieder nach Berlin zurück. Nur Adolph trieb die Abenteuerlust auf eine gefährliche Reise durch Zentralasien und Russland. Reiter eines Stammesführers griffen ihn auf und brachten ihn zu ihrem Herrn, der gerade einen Aufstand gegen China anführte. Man hielt Adolph für einen chinesischen Spion und richtete ihn hin.

Unsterbliches Werk über Indien


Der viel jüngere Bruder Emil veröffentlichte das auf der  Indienreise seiner Brüder gesammelte Material. Der Umfang übertraf sogar das, was Alexander von Humboldt über Südamerika zusammengetragen hatte. Am Ende ihrer Reise zwischen Kerala, Kalkutta und dem Himalaja hatten sie insgesamt 30.000 Kilometer zurückgelegt, 46 Bücher mit ihren Aufzeichnungen gefüllt, knapp 800 Landschaftsskizzen angefertigt und eine Sammlung geologischer, ethnographischer und botanischer Objekte angelegt, die fast 15.000 Stücke umfasst.

Zusammenfassung auf Basis eines Essays der ehemaligen Humboldt-Stipendiaten Dr. Jutta Jain-Neubauer.

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Mai 2011

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Kommentare

Wolfgang Heichel
24. Oktober 2011

Hallo,
habe großes Interesse am kontakt mit Frau Dr. Jutta Jain-Neubauer

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