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200 Jahre Fahrrad

Vor 200 Jahren erfand Karl Drais den Urtyp des heutigen Fahrrads.

Not macht erfinderisch, lautet ein altes deutsches Sprichwort. Für die Erfindung des Fahrrads trifft es zu. Vor dem Hintergrund von Ernteausfällen, die in den Jahren 1816/17 auch zu steigenden Preisen für das Pferdefutter Hafer führten, entwickelte Karl Drais eine so genannte Laufmaschine, den Urtyp des heutigen Fahrrads. Sie bestand aus zwei hintereinander stehenden Rädern, einem Sattel als Sitz und einem Lenker. Das gesamte Vehikel war aus Holz gefertigt und wog nur 22 kg, so viel wie ein heutiges Tourenrad. Das Hinterrad war fest im Rahmen integriert, das Vorderrad lenkbar. Die Fortbewegung erfolgte durch Abstoßen der Füße auf dem Boden. Bei der ersten Fahrt am 12. Juni 1817 von seinem Mannheimer Wohnhaus zum Schwetzinger Relaishaus erreichte Drais eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 15 km/h.

Karl Drais, Jahrgang 1785, hatte zunächst auf Drängen seines Vaters, einem badischen Oberhofrichter, eine Ausbildung im Forstdienst gemacht und dann Physik, Baukunst und Landwirtschaft studiert. Im Anschluss wurde er Forstmeister, aber bereits 1811 vom Dienst freigestellt, um seiner Leidenschaft als Erfinder nachzugehen. 1818 ernannte ihn Großherzog Carl zum Professor für Mechanik. Sein Gehalt wurde ihm als eine Art Erfinderpension weitergezahlt. Zu Drais‘ Erfindungen  gehören ein Klavierrekorder, der Tastendrücke auf Papierband aufzeichnet, eine Tastenschreibmaschine für 25 Buchstaben, ein Holzsparherd und eine Fleischkochmaschine. Seine nachhaltigste Erfindung sollte aber die Laufmaschine werden.

Fahrverbote bremsten die Entwicklung aus

Drais veranstaltete öffentliche Fahrten und schrieb Artikel für Zeitschriften, um seine Erfindung bekannt zu machen. Schnell setzte sich die Idee durch, überall entstanden Kopien. Aber ein Verbot der Laufmaschinen bremste die Entwicklung zunächst aus. Die Fahrer hatten Bürgersteige statt der zerfurchten und oft schlammigen Straßen genutzt und waren so mit den Fußgängern aneinandergeraten. Das erste Gehweg-Fahrverbot kam Ende 1817 in Mannheim, 1818 dann in Paris und 1819 in London. Erst mit der Erfindung des Pedalantriebs 1861 – zehn Jahre nach Drais‘ Tod – wurde das Fahrrad zu einem Massentransportmittel. Allein die Menschen in Deutschland besitzen 72 Millionen Fahrräder.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Deutschland.de publiziert.

www.200jahre-fahrrad.de

Wir und die zukünftigen Generationen sollen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben – deshalb müssen wir auch im Bereiche Verkehr und Mobilität nachhaltig handeln. Das Fahrrad ist weltweit ein beliebtes und umweltfreundliches Fortbewegungs- und Transportmittel, aber auch Motor für wirtschaftliches und kulturelles Wachstum.

Ideen für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft

Fahrradland Deutschland

Immer mehr Menschen steigen auf das Fahrrad um – Fakten zum Fahrradland Deutschland.

Die Menschen in Deutschland besitzen 72 Millionen Fahrräder. Damit hat rein rechnerisch fast jeder der 82 Millionen Einwohner eins. Am meisten verbreitet sind Trekking- und Cityräder, E-Bikes holen stark auf, da die Zielgruppe immer jünger wird. Der E-Bike-Bestand wird auf über 2,5 Millionen geschätzt. Stark im Kommen sind auch Cargo Bikes, also Lastenräder, die in der Stadt zum Transport von Kindern oder zum Einkaufen genutzt werden.

Vor allem in Metropolregionen werden Radschnellwege geplant. Ein Vorzeigeprojekt ist der RS1 im Ruhrgebiet. Er soll Duisburg im Westen und Hamm im Osten des Ruhrgebiets verbinden. Ein erstes Teilstück zwischen Mülheim an der Ruhr und Essen ist bereits eröffnet. Die nach Fertigstellung 102 Kilometer lange Trasse soll 55.000 Autofahrten täglich ersetzen und etwa 180 Millionen Euro kosten.

Unbestrittene Fahrradhauptstadt Deutschlands ist Münster in Westfalen. Es gibt doppelt so viele Räder wie Einwohner, nämlich 500.000 Stück. Täglich sind hier mehr als 100.000 Menschen mit dem Rad unterwegs, weil kaum eine andere deutsche Stadt über ein derart gut ausgebautes Radwegenetz verfügt.

Treffpunkt der Fahrradbranche in Europa ist die jährlich im Sommer in Friedrichshafen stattfindende Leitmesse „Eurobike“. 2016 kamen über 42.000 Fachbesucher und fast 35.000 Fahrradfans, um sich über die neusten Trends auszutauschen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Deutschland.de publiziert.

Video: Fahrradland Deutschland

Juni 2017

Kommentare

Olga Christoph
15. Juni 2017

It is fine! Ich versuche auch wieder auf dsa Fahrrad umzusteigen!
Olga

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