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Von Frauen für Frauen – Alice Schwarzer und das feministische Magazin EMMA

Kennen Sie die EMMA? Seit Jahrzehnten ist sie die feministische Zeitschrift in Deutschland. Gegründet von der Journalistin Alice Schwarzer, die auch heute noch Herausgeberin und Chefredakteurin des Magazins ist, erschien sie erstmals im Januar 1977. Seither setzt sich EMMA für die uneingeschränkte Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein.

Auf der Internetseite der EMMA fasst Alice Schwarzer die Geschichte des Magazins in einem Text zusammen, der mit dem Slogan „Mehr als nur eine Zeitschrift!“ übertitelt ist. Und tatsächlich ist die EMMA in Deutschland eine Art Institution. Ob sie sie lesen oder nicht, den meisten Deutschen sind das Magazin und seine Herausgeberin ein Begriff. Dies liegt nicht nur daran, dass die EMMA seit jeher gesellschaftlich heikle, unbequeme Themen anspricht und Tabus bricht, sondern dass die Autorinnen– allen voran die in deutschen Medien omnipräsente Alice Schwarzer – über ihre Texte hinaus durch öffentliche Aktionen und Kampagnen auf sich aufmerksam machen und für ihre Überzeugungen eintreten.

Zahlen und Fakten zur EMMA

Als einziges politisches Magazin in Europa, das ausschließlich von Frauen gemacht wird, erschien die EMMA seit Januar 1977 bis Ende 2010 alle zwei Monate, von 2010 bis 2012 vierteljährlich, ab 2013 jedoch auf Wunsch vieler Leserinnen wieder jeden zweiten Monat. Bei einer gedruckten Auflage von knapp über 50.000 Exemplaren wurden 2016 im Schnitt gut 30.000 Magazine verkauft, fast drei Viertel an Abonnentinnen, die EMMA also ganz regelmäßig lesen. Die Zeitschrift ist politisch und wirtschaftlich unabhängig und finanziert sich durch den Verkauf, ist also nicht auf Werbeanzeigen angewiesen.

Wie der Name EMMA – eine Anspielung auf den Begriff Emanzipation – vermuten lässt, deckt das inhaltliche Spektrum der Zeitschrift zahlreiche Frauen- und Genderthemen ab. Wiederkehrende Inhalte sind unter anderem die Ehe, die Frauenbewegung, Sexismus, Gewalt gegen Frauen, häusliche Gewalt, Missbrauch, Prostitution, Abtreibung, Pornografie, Schönheits- und Jugendwahn, Essstörungen, Frauen beim Militär, der Islamismus und das Kopftuch, Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und die Homo-Ehe.

Alice Schwarzer: Allen Widerständen und Anfeindungen zum Trotz

Dabei schreiben Alice Schwarzer und ihre Mitstreiterinnen sich auf die Fahne, die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit vielen dieser Themen – allen Widerständen und Anfeindungen zum Trotz – angestoßen zu haben. Sie sehen sich somit als Pionierinnen im feministischen Kampf in Deutschland. „Das Leben vieler Frauen (und Männer) sähe heute anders aus ohne EMMA“, sagt Alice Schwarzer und verweist auf die „Chronik der Erfolge“ ihres Magazins. In dieser Chronik wird die Verabschiedung des Gesetzes über die „Gleichbehandlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz“ aus dem August 1980 ebenso genannt wie der Sieg der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Los Angeles 2003.

40 Jahre EMMA

Im Januar 2017 ist das feministische Magazin EMMA 40 Jahre alt geworden; aus diesem Anlass wurde auf der Webseite eine Chronik mit „Highlights aus 40 Jahren“ veröffentlicht.

EMMA-Gründerin Alice Schwarzer feiert am 3. Dezember 2017 ihren 75. Geburtstag. Ihre Anhängerinnen heben immer wieder die Bedeutung und Verdienste der Zeitschrift und von Alice Schwarzer für die deutsche Frauenbewegung hervor. Ebenso regelmäßig machen andere ihnen den Vorwurf, polemisch und unbeweglich zu sein, weil sie an längst überholten Konzepten festhalten. Glaubt man der Historikerin Miriam Gebhardt und ihrem im September 2012 erschienenen Buch „Alice im Niemandsland“, habe man in Deutschland durch Schwarzers Monopolstellung Generationen jüngerer, emanzipierter Frauen für den Kampf um die Gleichberechtigung verloren – so hätte die Ikone des deutschen Feminismus diesem also letztlich geschadet.

Diskusssion über EMMA in der Community

Wenn Sie sich ein eigenes Bild von der EMMA machen möchten, finden Sie im EMMA-Archiv alle Ausgaben des Magazins in digitaler Form. Teilen Sie Ihre Eindrücke in der Community des Alumniportals mit uns!

Haben Sie während Ihrer Zeit in Deutschland von EMMA und Alice Schwarzer gehört? Welche Rolle spielen die Themen Gleichberechtigung und Feminismus in Ihrer Heimat? Diskutieren Sie mit uns über EMMA und Alice Schwarzer in der Community-Gruppe „Gender/ Karriere und Familie“ des Alumniportals!

Zur Community

Autorin: Kristina Wydra


Aktualisiert: Januar 2017

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