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Kommunales Energiemanagement: Bürger übernehmen Verantwortung

In Zeiten der Energiewende beschäftigen sich Gemeinden in Deutschland zunehmend mit der langfristigen Versorgung ihrer Bürger mit Wärme und Strom.

Kommunales Energiemanagement soll zu einer weitgehenden Energieautarkie führen, damit die Versorgung nachhaltig und kostengünstig gesichert werden kann. Um diese Ziele zu erreichen, ist die Mitarbeit aller Bürger nötig. Bioenergiedörfer, ein erfolgreiches Modell der Bürgerbeteiligung, zeigen wie es gehen kann und werden zu bundesweiten Vorreitern bei der Energieversorgung.

Eigentlich ist das Energiemanagement ein Thema für die Bundesregierung. Aber mehr und mehr übernehmen auch Gemeinden Verantwortung für die Energieversorgung: kommunales Energiemanagement ist hier das Schlagwort. Das große Ziel ist die Energieautarkie, also die weitgehende Unabhängigkeit von äußeren Quellen bei der Versorgung mit Strom und Wärme. Die sogenannten Bioenergiedörfer sind beispielhaft für eine erfolgreiche und innovative Initiative und könnten auch andernorts Schule machen.

Die Agentur für Erneuerbare Energien gab 2011 eine Umfrage in Auftrag, welche die Einstellung der Deutschen gegenüber erneuerbaren Energien erfassen sollte. Die Ergebnisse sind auf einer interaktiven Seite der Agentur sehr anschaulich präsentiert. Und die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 95 Prozent der Befragten sind für einen Ausbau der erneuerbaren Energien. Allerdings bleibt fraglich, wie die Energiewende hin zu einer unabhängigen und nachhaltigen Energieversorgung gestaltet werden kann. Und hier kann kommunales Energiemanagement wirklich innovative Impulse geben.

Ein Paradebeispiel für innovatives kommunales Energiemanagement: Bioenergiedörfer

Unter einem Bioenergiedorf versteht man eine Gemeinde, die zwischen 50 und 100 Prozent ihres Strom- und Wärmebedarfs selbst erzeugt. Dabei verwendet sie Biomasse. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt seit einigen Jahren die kommunalen Bemühungen um eine Energieautarkie. Die Mitwirkung der Bürger ist hier jedoch von großer Bedeutung, denn: „Entscheidend für Kommunen, die sich auf dem Weg zum Bioenergiedorf machen wollen, ist, dass sowohl die Bewohner, die Land- und Forstwirte wie auch die kommunalen Vertreter von der Idee überzeugt sind. […] Die Dorfbewohner sind es, die als Wärmekunden und/oder Anlagenbetreiber von dem Projekt überzeugt sein müssen.“

Mittlerweile gibt es in Deutschland ca. 250 Dörfer und Gemeinden, die sich entweder schon Bioenergiedörfer nennen dürfen oder die zumindest auf dem Wege zur Energieautarkie sind. Das Bundesministerium schreibt alle zwei Jahre einen Wettbewerb aus, bei dem drei Gemeinden mit besonders innovativem Energiemanagement ausgezeichnet werden – und sich über ein Preisgeld von 10.000 Euro freuen dürfen.

Energieautarkie in Jühnde-Barlissen

Jühnde, eine der Gewinnerkommunen von 2010, liegt in Niedersachsen und war das erste deutsche Bioenergiedorf überhaupt. Die gesamte Kommune macht mit: Alle Landwirte, Wärmeabnehmer, die Gemeinde und die Vertreter der Kirche haben sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen. Sie hat mittlerweile sogar ein Informationszentrum und eine Elektro-Tankstelle mitsamt einem gemeinschaftlich genutzten Elektro-Auto eingerichtet. So genießt man in Jühnde durch ein im wahrsten Sinne des Wortes kommunales Energiemanagement eine weitreichende Energieautarkie.

Das Thema „Kommunales Energiemanagement“ auf dem Alumniportal Deutschland

In der Online-Community des Alumniportals gibt es bereits eine Gruppe, in der über das Thema der Energieautarkie diskutiert wird. Alumni aus Sri Lanka, Äthiopien, Russland, Kolumbien und vielen anderen Ländern tauschen ihre Ideen zum Energiemanagement aus und berichten von ganz unterschiedlichen Ansätzen in ihren Heimatländern.

Übernehmen auch bei Ihnen zunehmend Bürger und Kommunen Verantwortung für die Energieversorgung? Und welche innovativen Wege werden dort beschritten? Schließen Sie sich der Gruppe „Expertenzirkel Erneuerbare Energien“ an und lassen Sie uns Ihre Meinung zum Thema „Kommunales Energiemanagement“ wissen.

Zur Community

Autorin: Elena Krüskemper

August 2012

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Kommentare

Rainer
3. August 2012

Zitat "Energiemanagement ein Thema für die Bundesregierung" das man Ihr besser nicht überläßt, solange sie sich nach den Konzernen richten.
Den Begriff Bioenergiedorf finde ich übrigens sehr unglücklich - mit Bioenergie im eigendlichen Sinne alleine werden sich Städte nicht versorgen lassen!

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