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Zurück zur Natur – warum Wandern in Deutschland wieder im Trend liegt

Lange galt Wandern in Deutschland als spießiges Hobby älterer Menschen, die – so das Klischee – mit Filzhut, Wanderstock und Volksliedern auf den Lippen durch die Berge stapfen. In den letzten Jahren aber hat sich das Verhältnis der Deutschen zu dieser Freizeitaktivität in der Natur extrem gewandelt: Man wandert wieder, ob mit der Familie oder Freunden, in der Eifel, den Alpen oder dem Wattenmeer an der Nordsee.

Bereits 2008 berichtete das Magazin Der Spiegel über den „Wanderboom in Deutschland“ und von einer Studie des Deutschen Wanderinstituts, der zufolge sich über 50 Prozent der Deutschen als Wanderer bezeichneten und angaben, dass sie mehrmals im Monat wandern, jeder dritte sogar im Winter. Wie die Homepage des Wanderinstituts verrät, ist die Zahl der vom Wandern Begeisterten in Deutschland seit den 1980er Jahren stetig angestiegen. Hier zeigt sich das Streben vieler Menschen zurück zur Natur – wie auch beim steigenden Konsum von fairen und Bio-Lebensmitteln und der wachsenden Aufmerksamkeit für ein nachhaltiges Leben.

Gründe fürs Wandern: Natur genießen und gesund bleiben

Als Grund für ihre Begeisterung geben die meisten Wanderer an, dass die Bewegung an der frischen Luft und in der Natur für sie ein großer Genuss sei. Während andere nach der Arbeit oder am Wochenende ins Fitnessstudio gehen, kombinieren Wanderer sportliche Betätigung mit dem Erleben schöner Landschaften und dem Beisammensein mit Partner oder Familie. Neben der Absicht, etwas für die körperliche und seelische Gesundheit zu tun, ist laut Rainer Brämer vom Wanderinstitut der dritthäufigste Grund zum Wandern die Hoffnung auf ein schönes Erlebnis mit Freunden.

Wanderurlaub im Heimatland

Auch auf die Urlaubsgestaltung vieler Deutscher nimmt die Freude am Wandern zunehmend Einfluss: Viele suchen ihr Urlaubsziel danach aus, was es an Wanderwegen zu bieten hat. In den deutschen Wanderregionen – ob Eifel, Harz, Alpen oder Uckermark – gibt es im internationalen Vergleich zahlreiche gut ausgebaute und schöne Wanderwege in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Außerdem steht ein großes Angebot an organisierten Wanderurlauben mitsamt Campingplatz, Berghütte oder auch Luxushotel zur Verfügung. Deshalb verbringen viele Deutsche ihre Ferien auf Wanderschaft im Heimatland.

Informationen zu den unterschiedlichen Wanderregionen in Deutschland und zu möglichen Wanderurlauben finden Sie zum Beispiel auf der Partnerwebseite des Deutschen Wanderverbands.

Geocaching – Schnitzeljagd für Erwachsene

Für Wanderer, denen die Schönheit der Natur zu wenig ist und die es abenteuerlicher lieben, dürfte das Geocaching eine spannende Variante sein. Geocaching ist eine Art Schatzsuche, die wie eine Schnitzeljagd im Freien stattfindet, meist in Wäldern oder Bergen. Mithilfe von genauen Koordinaten und GPS-Gerät oder Landkarte sucht man verschiedene Stationen auf, die jeweils auf die nächste verweisen. Ziel ist es, einen versteckten „Schatz“, Cache genannt, zu finden. Wenn man diesen gefunden hat, kann man ihm meist einen kleinen Gegenstand als Erinnerung entnehmen. Man hinterlässt im Gegenzug einen anderen, den bald die nächsten Geocacher finden und eintauschen werden.

Video: „Was ist Geocaching?“

Wie das „gewöhnliche“ Wandern zeichnet sich auch das Geocaching dadurch aus, dass es seit einigen Jahren international boomt. Inzwischen gibt es in der ganzen Welt eine riesige Bandbreite unterschiedlich leicht oder schwer zu erwandernder Routen, über die man sich im Internetportal www.geocaching.com informieren und austauschen kann. Schauen Sie einmal rein – Sie werden staunen, welche „Schätze“ sich in Ihrer Nachbarschaft verbergen! Häufig führt die Suche nach einem Cache den Wanderer an wunderschöne oder auch skurrile Orte, die in keinem Reise- oder Wanderführer zu finden sind. Dabei wird unter Geocachern, auch wenn manche Wege halsbrecherisch sind, der Naturschutz stets ernst genommen.

Wandern ohne Berge

Wenn vom Wandern die Rede ist, denkt man meist automatisch an Berge. Dabei ist es ebenso spannend (und für unerfahrene Wanderer sogar weniger anstrengend), das Wattenmeer der Nordsee wandernd zu erkunden. 2009 wurde es in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. „Unser Wattenmeer besitzt sowohl hinsichtlich der geologischen und ökologischen Prozesse als auch hinsichtlich seiner Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine weltweit herausragende Bedeutung“, so der Nationalpark des schleswig-holsteinischen Wattenmeers auf seiner Homepage. Mehr Infos zu Wattwanderungen finden Sie auf der Webseite von wattwandern.de.

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April 2014

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Kommentare

MARIA MANUELA COLINDRES PAZ
16. April 2014

TAMBIÉN AGREGUEN IMÁGENES DE LUGARES CULTURALES COMO EDIFICIOS, IGLESIAS, ESPACIOS ANCESTRALES PROPIOS DE ALEMANIA. SALUDOS!

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