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„Kick it like Beckham“: Was ist dran an der Faszination Frauenfußball?

Die Anfänge des Frauenfußballs finden sich in Großbritannien. 1894 wurde das erste britische Frauen-Fußballteam, die „British Ladies“, von Nettie Honeyball gegründet. Heutzutage macht sich der englische Frauenfußball mit einer der besten Stürmerinnen der Welt, Kelly Smith, einen Namen.

Während England in den 1920er Jahren seinen ersten Höhepunkt erreichte, war in Deutschland Fußball als Frauensportart bis 1970 verboten. „Diese Kampfsportart ist der Natur des Weibes im Wesentlichen fremd“, so die damalige Begründung des Deutschen Fußball Bunds (DFB).

Allen Verboten zum Trotz steht die deutsche Nationalmannschaft der Frauen heute auf Platz 2 der Weltrangliste, mit Fußballerin Fatmire Bajramaj als Geheimtipp auf dem Feld. In Frankreich bildeten sich die ersten Frauenteams während des Ersten Weltkriegs, seit 1974 wird eine Frauenfußballmeisterschaft ausgetragen. Große internationale Erfolge blieben bisher aus.


„Kickerinnen“ in Nord- und Südamerika


Männerfußball hat es in den USA schwer, die weibliche Variante hingegen ist in Nordamerika sehr beliebt und gilt als typische Frauensportart. Grund für die hohe Nachfrage ist das große Angebot an Fußballsport an den Universitäten. Diese vergeben genauso viele Sportstipendien an Mädchen wie an Jungen für eine professionelle Ausbildung.

In Südamerika steht der Frauenfußball dagegen deutlich im Schatten der männlichen Kicker, doch trotzdem gehören die brasilianischen Spielerinnen zu den besten der Welt, wie die fünffache Weltfußballerin des Jahres Marta Vieira da Silva. Viele Brasilianerinnen sind in europäischen Mannschaften oder der US-amerikanischen Liga tätig. Die brasilianischen Fußballnationalspielerinnen bilden die stärkste südamerikanische Mannschaft – zu Recht gebührt ihnen der Weltranglistenplatz 3.


Fußballspielerinnen – Amateure oder Profis?

Zwar wird heute der deutsche Damenfußball von der Gesellschaft mehr wahrgenommen, doch konnten Frauen bisher mit dem Ansehen des Männerfußballs nicht gleichziehen. Viele Spielerinnen haben inoffiziell Amateurstatus. Sie haben einen festen Beruf, z. B. die ehemalige deutsche Torhüterin Ursula Holl, sie ist Bankkauffrau. Ein gutes Beispiel für weiblichen Amateurfußball ist Italien. Fußball zählt dort zu den beliebtesten Sportarten, doch sind Frauen von der Profiliga ausgeschlossen. In England sind Spielerinnen vornehmlich in semi-professionellen Vereinen, wie FA WSL, aufgestellt. Absoluter Vorreiter des Profi-Frauenfußballs, gefolgt von Brasilien, ist die USA – mit der Liga „Women’s Professional Soccer“ führt der nordamerikanische WM-Teilnehmer seit 2009 die Weltrangliste an, mit Spitzenspielerinnen wie Abby Wambach und Kristine Lilly im Gepäck.


Frauenfußball: Ausblick und Chancen


Laut Dr. Theo Zwanziger, bis 2012 Präsident des DFB, hat der Frauenfußball eine große Chance, sich rund um den Globus weiter zu entwickeln, auch dank der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft.

 

 

Juli 2011

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Kommentare

Vikramaditya Mathur
30. Juli 2011

Warum nicht? Wann es spass macht fuer alle und schadet niemand. Es ist ein Zeichen des Zeites. Gleichgerechtigkeit fuer alle!

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