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Capoeira, Zumba, Parkours – Neue Trendsportarten erobern Deutschland

Immer wieder erobern neue Sportarten aus anderen Ländern wie im Sturm die deutschen Schulen und Jugendzentren, Sportvereine und Fitnessclubs. Die jüngsten Trendsportarten, die in Deutschland von sehr unterschiedlichen Gruppen sportbegeisterter Menschen praktiziert werden: die brasilianische Tanzkampfkunst Capoeira, die in Kolumbien entwickelte Kreuzung aus Tanz und Fitness namens Zumba und die in Frankreich entwickelte Fortbewegungskunst Parkours.

Capoeira ist eine ritualisierte Kampfkunst, die vor ca. 300 Jahren in Brasilien von afrikanischen Sklaven aus Tänzen und Kampftechniken entwickelt wurde. Aus ihrer Sehnsucht, sich aus der Unterdrückung zu befreien, und der Notwendigkeit, diesen Wunsch vor den Herren zu verbergen, ist die Mischform Capoeira entstanden. Hier sind Musik, Rhythmus und Tanz ebenso wichtig wie Kampfsport-Elemente.

Capoeira ist mehr als nur ein Trendsport

Heute wird meist zwischen zwei Stilen unterschieden, der Capoeira Angola und der Capoeira Regional. Während die Capoeira Angola sich durch langsame, sehr präzise auszuführende Bewegungen charakterisiert, lebt die Capoeira Regional mehr von Tempo und Dynamik. Wir haben die österreichische Capoeirista Julia Hurnaus gefragt, was den besonderen Reiz dieser Trendsportart ausmacht: „Capoeira ist viel mehr als nur ein Sport. Brasilianische Geschichte, Kultur und insbesondere Musik spielen dabei eine zentrale Rolle und tragen zur Faszination vieler Menschen für Capoeira – auch außerhalb Brasiliens – bei.“

Zumba: Der Renner in deutschen Tanzschulen und Fitnessclubs

Mit Zumba ist eine Trendsportart nach Deutschland gekommen, die der Choreograph Alberto Perez in den 1990er Jahren in Kolumbien erfand und dann erfolgreich in die USA exportierte. Übrigens entstand Zumba aus einer Panne: Perez hatte für einen Aerobic-Kurs die Musik vergessen und musste die Kassette benutzen, die er im Auto hatte. Darauf waren Merengue und Salsa-Musik – für die Kursteilnehmer ungewohnte Rhythmen, zu denen sie Bewegungen improvisieren mussten. Das hat ihnen aber offensichtlich so großen Spaß gemacht, dass aus dem Versehen über Nacht ein neuer Trendsport wurde. Zumba verbindet heute Bewegungen aus Salsa, Merengue, Hip-Hop, Samba und Mambo mit Bollywood- und Bauchtanzelementen sowie mit Aerobic. Die Sportart ist in deutschen Fitnessclubs und Tanzschulen so beliebt, weil das Training durch die lateinamerikanische Musik den Charakter einer Tanzparty hat. Dafür muss man sich nicht einmal komplizierte Schrittfolgen merken. Man bewegt sich intuitiv zu den Rhythmen der Musik, verbrennt dabei auch noch viele Kalorien und tut so etwas für seine Gesundheit. 

Zu Fuß gehen neu definiert: Trendsport Parkours

Wem Capoeira und Zumba zu langweilig sind, weil er lieber von Hochhaus zu Hochhaus springt, der eignet sich perfekt für eine andere Trendsportart: den Parkours, der in den französischen Banlieues – den Vororten der Großstädte – erfunden wurde. Parkours ist eine Art urbane Fortbewegungskunst, die von dem Franzosen David Belle mitbegründet wurde. Diese Kunst besteht darin, dass der „Traceur“, wie man den Parkours-Sportler nennt, auf einer selbst gewählten Route durch die Stadt alle erdenklichen Hindernisse nimmt: Er oder sie rennt durch Straßen und Parks, klettert an Mauern und Fassaden hoch, springt über Autos, Bänke, Zäune, Mülltonnen, Pfützen oder sogar Häuserschluchten

BBC-Video „Rush Hour“ mit Parkours-Erfinder David Belle

Dabei ist das Konzept dieses Trendsports gar nicht so halsbrecherisch, wie man vermuten könnte: Die Philosophie des Parkours sieht die Herausforderung gerade darin zu lernen, Hindernisse und eigene Grenzen realistisch einzuschätzen. Und mit der notwendigen Vor- und Rücksicht auf sich selbst und andere trainiert man, bis man es schafft, sie zu überwinden. So bieten auch die vielen Vereine und Schulen, die es mittlerweile in Deutschland für Parkours gibt, das Üben der spektakulären Routen in sicherem Rahmen an.

Durch diese neuen Trendsportarten gibt es für Bewegungsmuffel in Deutschland keine Ausreden mehr: Wer sich eher für Musik und Kultur interessiert als für Sport, sollte Capoeira ausprobieren, wer gern tanzt, ist für Zumba wie geschaffen, und wer etwas gegen Sportvereine und Fitnessstudios hat, kann den Weg zur Arbeit zu seinem persönlichen Parkours erklären.

„Ich liebe Capoeira!“

Alex Sander Dias Machado: „Ich habe schon mit 7 Jahren mit Capoeira angefangen. Dieser Sport spielt eine wichtige Rolle in Brasiliens Kultur. Die versklavten Menschen hielten sich früher damit gesund und heute ist es unser Nationalsport geworden. Capoeira ist eine Mischung aus Musik und Kampfkunst. Die Leute treffen sich auf den Plätzen und bilden einen Kreis um den Berimbau (ein einfaches Musikinstrument). Die Menschen klatschen im Rhythmus mit und die Kämpfer machen Schläge und akrobatische Bewegungen. Das ist super! Ich freue mich, dass so viele Leute Capoeira machen. Capoeira ist sehr gut für Körper und Seele! Und das ist der Grund, warum Capoeira die Welt erobert hat!“

April 2013

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Kommentare

Cibele
19. Dezember 2015

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Charla
12. April 2013

Whoveer edits and publishes these articles really knows what they're doing.

Ladainian
12. April 2013

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