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Mittsommer: Wenn in Deutschland die Johannisfeuer brennen

Die Sommersonnenwende wird vor allem in skandinavischen Ländern ausgiebig gefeiert. Häufig werden dabei große Feuer entfacht. In Dänemark und Norwegen, an Sankt Hans  - dem Vorabend des Johannistages - wird auch noch eine Strohhexe in Brand gesetzt. Der Brauch soll symbolisch alles Böse verjagen.

 

 

Auch in Estland bildet ein großes Feuer, das die ganze Nacht hindurch brennt, den Mittelpunkt des Festes. Auf den Inseln gehört es zur Tradition, dass ausgediente Boote verbrannt werden. Ähnlich wird die Sommersonnenwende in Finnland und Lettland gefeiert.

 

Midsommar in Schweden – fast so wichtig wie Weihnachten


Die Schweden feiern Midsommar. Am Vorabend wird die Mittsommerstange, ein geschmückter Baumstamm, aufgestellt. Der Stamm ist mit Blättern und Blumen geschmückt, wobei jede Region ihre eigenen Traditionen pflegt. Anschließend tanzen die Menschen gemeinschaftlich im Kreis um den Stamm. Seit 1953 wird Midsommar in Schweden laut Gesetz an dem Samstag gefeiert, der zwischen dem 20. und 26. Juni liegt.

Je größer der Unterschied zwischen fruchtbarem Sommer und hartem Winter, umso bedeutender ist das Fest der Sonnenwende für die Bevölkerung des jeweiligen Landes. Entsprechend gilt das Mittsommerfest im Norden Europas häufig als zweitwichtigstes Fest nach Weihnachten. Sogar in Südeuropa wird der längste Tag des Jahres gefeiert, wie zum Beispiel in Spanien, wo die Feuer am Strand lodern.

 

Deutsche feiern die Sommersonnenwende mit dem Johannisfest


Auch Deutschland feiert die Sommersonnenwende. Wie in den skandinavischen Ländern brennen in der Johannisnacht große Feuer, um die getanzt wird. Dieser Brauch ist bereits seit dem 12. Jahrhundert belegt. Man glaubt, dass dadurch böse Dämonen, die Krankheiten oder Viehschäden verursachen könnten, verscheucht und Unwetter abgewendet werden. In manchen Gegenden werden beim sogenannten Hanslverbrennen auch Strohpuppen ins Feuer geworfen.

In einigen Regionen gibt es außerdem den Brauch der Johanniskrone. Aus Zweigen und Laub entsteht eine Krone, geschmückt mit Blumen und Bändern. Früher wurde dieser Kranz auf dem Dorfplatz aufgehängt und dann in so vielen Nächte getanzt, wie die Johanniskrone ihr grünes Laub behielt.

Das Johannisfest wird in Deutschland am 24. Juni gefeiert, dem Gedenktag von Johannes dem Täufer. Der 24. Juni als sein Geburtstag leitet sich daher ab, dass Johannes nach dem Lukasevangelium sechs Monate älter als Jesus war. Für das Kirchenjahr konnte man damit  passenderweise an die viel älteren Bräuche zur Sommersonnenwende am 21. Juni und zur Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember anknüpfen.

Gibt es diesen oder einen ähnlichen Brauch auch in Ihrem Land? Wie feiern Sie den längsten Tag des Jahres? Haben Sie einmal ein Mittsommerfest in Deutschland miterlebt? Teilen Sie Ihre Erlebnisse mit uns in der Community-Gruppe KULTUR - CULTURE!

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Juli 2011

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Kommentare

Velinda
10. Mai 2012

Die Sommersonnenwende ist das älteste und beliebteste lettische Fest. In Lettland wird das Johannesfest (J??i ) immer vom 23. bis 24. Juni gefeiert. Beide Tage sind Feiertage. Die meisten Letten begeben sich zum Feiern aufs Land.\r\nLettische Mythologie spricht so: allen Gräsern und Blumen, welche am Tag vor Mittsommer gesammelt werden, spezielle Heilkraft für Mensch und Tier geben. Sie werden in Kränze gebunden. Nur Männer mit Vornamen Janis bekommen den Eichenlaubkranz, die Frauen tragen Blumenkränze. Der Kranz wird ein Jahr lang aufbewahrt und erst bei der nächsten Sonnwendfeier den Flammen übergeben. Sowohl Tür und Tor, als auch Räume, aber auch die Tiere werden mit diesen Johannisgräsern geschmückt.\r\nDie traditionelle Mittsommer-Mahlzeit – Kümmelkäse (Johannis-Käse) und Bier. Eine spezielle Tradition bilden die ligo-Gesänge zum Johannisfest mit einem charakteristischen Refrain – ligo, ligo.\r\nDas Johannesfest findet seinen Höhepunkt in den Johannesfeuern, welche vor Sonnenuntergang angezündet und bis zum Sonnenaufgang in Gang gehalten werden.\r\nReisen gerade zum Johannisfest in Lettland! Das ist schön!

BenZuechin
15. April 2012

In Turin, Italien, wird das gleiche Fest eben die Nacht vor jedem 24sten Juni gefeiert, da Sankt Johann der Schutzheilige der Stadt ist. Ein großes Feuer wird auch hier gemacht, worin eine Hexe gebrannt wird. Das ist das Wichtigste Fest der Stadt und am Abend des 24sten Juni werden Feuerwerke gemacht, denen bis zu 300 Tausend Leute beiwohnen.

Etse
27. Oktober 2011

Verschiedene Länder, verschiedene Gebräuche, aber ähnlicher Glaube. Interssant zu wissen.

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