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Weihnachten in Deutschland: Schenken und helfen

Weihnachten ist in Deutschland das Fest der Liebe – und der Geschenke. Weihnachten ist deshalb auch ein großes Geschäft. Aber auch die Zeit der großzügigen Spenden und der engagierten Hilfsaktionen.

Weihnachten ist in Deutschland das wichtigste Fest des Jahres. Schon Wochen zuvor beginnen die Vorbereitungen, werden Plätzchen und Stollen gebacken, die Wohnung mit Tannenzweigen und Kerzen geschmückt. Aber nicht alle Menschen können Weihnachten feiern: Sie sind krank oder allein, haben keine eigene Wohnung oder sind auf Hilfe angewiesen. Um auch diesen Menschen ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten, engagieren sich überall in Deutschland viele ehrenamtliche und professionelle Helferinnen und Helfer mit zahlreichen Hilfsaktionen.

Weihnachtszeit ist die Zeit der Besinnlichkeit

Wenn die Tage kürzer und dunkler werden und das Wetter kalt, dann kommt die Zeit, in der die Menschen näher zusammenrücken: Sich mit Freunden zum späten Frühstück treffen, an den Adventssonntagen dick eingepackt mit der Familie spazieren gehen, eine Schneeballschlacht im ersten Schnee und anschließend zum heißen Kakao die selbstgemachten Plätzchen probieren – gerade vor Weihnachten ist es besonders schön, mit Freunden und Familie Zeit zu verbringen.

Weihnachten ist das Fest der Liebe und erinnert daran, für andere da zu sein. Für religiöse Menschen ist es die Zeit, sich auf ihre christlichen Wurzeln zu besinnen. Aber auch für Menschen, die sich nicht als religiös verstehen, ist die Weihnachtszeit oft eine Zeit der Besinnung auf das, was wichtig ist im Leben.

Weihnachten ist das Fest der Geschenke und des Geldausgebens

An Weihnachten will jeder seinen Liebsten eine Freude machen, deshalb wird für Geschenke, Weihnachtsdekoration und das Festmahl sehr viel Geld ausgegeben.

Es gibt allerdings auch eine Kehrseite des Fests: Jedes Jahr werden rund 30 Millionen Weihnachtsbäume geschlagen, zehn Millionen Weihnachtsgänse geschlachtet, Millionen Tonnen Müll produziert und Unmengen an Energie für Weihnachtsbeleuchtung und Gänsebraten verbraucht. Weihnachten ist eine gewaltige Konsumschlacht.

Und damit ist Weihnachten auch ein großes Geschäft. Für das Jahr 2017 erwartet der Handelsverband Deutschland einen Umsatz von 94,5 Milliarden Euro mit dem Weihnachtsgeschäft.

Weihnachten ist die Zeit der Spenden

Nicht jeder hat die Möglichkeit, das Weihnachtsfest zu feiern. Es gibt auch in Deutschland immer mehr Menschen, die hilfsbedürftig sind. Und die Zahl jener, die keine eigene Wohnung haben, ist 2017 auf ein Rekordniveau gestiegen.

Doch auch die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist enorm: Gerade vor Weihnachten besinnen sich viele Menschen darauf, wie gut es ihnen selbst geht. Und sie zeigen sich solidarisch mit denjenigen, denen es nicht so gut geht – in Deutschland und in der übrigen Welt. Daher ist der Dezember auch der wichtigste Spendenmonat des Jahres: Im Jahr 2016 spendeten die Deutschen zur Weihnachtszeit 1,2 Milliarden Euro. Ein Rekord.

Überall in Deutschland gibt es Hilfsaktionen

Geld spenden ist nicht alles. Wichtig für die Menschen sind auch Zuwendung und Nächstenliebe. In vielen deutschen Städten gibt es an Weihnachten Hilfsaktionen für Menschen in Not.

Zum Beispiel in Berlin: In einem der schönsten Hotels der Stadt werden hier vor Weihnachten die Obdachlosen und Bedürftigen bewirtet: Es gibt Weihnachtsgans zum Essen, Musik wird gespielt und jeder bekommt ein Geschenk – warme Kleider, einen Schlafsack oder was man sonst noch dringend braucht, wenn man sehr wenig Geld hat oder auf der Straße lebt. Der Musiker Frank Zander organisiert die Weihnachtsfeier mit seiner Familie und Freunden schon seit mehr als 20 Jahren. Und es ist jedes Jahr ein großes Fest: 3.000 Gäste sind geladen.

In Lindau am Bodensee bringt eine kleine Gruppe musikalischer Talente die weihnachtliche Botschaft zu Menschen, die sich nicht mehr selbst versorgen können: In der Adventszeit besuchen Musikschülerinnen und -schüler das Seniorenheim. Sie spielen traditionelle Weihnachtslieder wie „Oh Tannenbaum“ oder „Alle Jahre wieder“ und bescheren den Bewohnern glückliche Stunden.

In Bonn gibt es eine kleine private Initiative, die jenen hilft, die auf der Straße leben oder arm sind. Einmal im Monat bekommen mittellose  Menschen ein warmes Mittagessen. Am Morgen des Heiligabends machen die „Helfenden Helfer“ den Bedürftigen eine besondere Freude: Kleider, Schuhe, Seife, Taschentücher und für jeden einen Schokoladen-Nikolaus. Die Geschenke haben sie in einer Weihnachtssammelaktion von der Bevölkerung bekommen.

Die Berliner „Kinderschutzengel“ kümmern sich um jene, die ein Lächeln besonders nötig haben: Gerade für Kinder ist es schlimm, Weihnachten nicht zu Hause zu verbringen. Auf der Kinderstation des Zehlendorfer Helios-Klinikums sind deshalb die ehrenamtlichen Helfer unterwegs, verteilen Geschenke und bringen die kleinen Patienten zum Lachen.

Weihnachten weltweit

Weihnachten gibt es nicht nur in Deutschland, sondern an vielen Orten weltweit. Aber wie feiern die Menschen in Peru, Indien oder Thailand eigentlich Weihnachten?

Der fair gehandelter Weihnachtsschmuck der ökumenischen Mitmachaktion „Weihnachten weltweit“ schafft eine Verbindung zu fernen Ländern und bietet Kindern die Möglichkeit, den Menschen dort etwas Gutes zu tun. In einem kleinen Familienunternehmen in Lurin in Peru werden zum Beispiel Weihnachtssterne aus recycelter Pappe hergestellt. Neben diesen schlichten Sternen aus Peru gibt es noch glänzende Kugeln aus Indien oder einzigartige Engel aus Thailand.

In Deutschland wird der fair gekaufte Weihnachtsschmuck von Kindern in der Grundschule oder im Kindergottesdienst bemalt, beklebt oder mit Schmucksteinen verschönert. In spannenden Geschichten erfahren die Kinder, woher die Sterne, Kugeln und Engel kommen, wie sie entstehen und wie Gleichaltrige in den anderen Ländern leben und Weihnachten feiern. Und für die Familien in Südamerika oder Asien ist der Verkauf eine gute Einnahmequelle, um ihren Kindern beispielsweise eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

In diesem Video wird erklärt, wie die Kinder-Mitmachaktion „Weihnachten weltweit“ funktioniert.

Hilfe aus dem Internet

Auch im Internet lässt sich auf einfache Weise Gutes tun: zum Beispiel Schulmaterial für Schüler aus einfachen Verhältnissen über ein Online-Portal kaufen und verschenken. Diesen Service übernimmt zum Beispiel das Spendenportal Betterplace.org. Hier kann jeder die Aktion finden, die er unterstützen möchte: Die Hilfswerke stellen ihre Projekte auf der Plattform vor und ermöglichen so, gezielt für bestimmte Aktionen zu spenden. Betterplace.org vermittelt die Spenden an Hilfsprojekte in aller Welt. 

Weihnachten ist doch das Fest der Liebe

So gibt es an Weihnachten eben alles: Schönes und Besinnliches, Unmäßiges und Rücksichtsloses, aber vor allem auch viel Liebenswertes und Menschliches. Weihnachten ist also doch ein Fest der Liebe.

Wie feiern Sie Weihnachten? Gibt es in Ihrer Heimat auch besondere Hilfsaktionen zum Fest der Liebe? Was könnte man an Weihnachten tun, um seinen Mitmenschen eine Freude zu machen? Berichten Sie von Ihren Erfahrungen in der Community-Gruppe „Weihnachten und Neujahr rund um die Welt“

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Autorin: Sabine Giehle

Dezember 2017

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