Familie und Beruf – ist das vereinbar?


Sprachniveau B2

Die Familie und den Beruf zu vereinbaren, ist in vielen Ländern dieser Erde nicht leicht. Häufig müssen sich die Frauen entscheiden: Soll ich mich ganz der Erziehung meiner Kinder widmen oder mich lieber auf die Arbeit konzentrieren? Die meisten Mütter wollen Beides. Sie möchten genügend Zeit mit den Kindern verbringen und einen verantwortungsvollen Job, der sie herausfordert und Spaß macht.

Die Betreuung von Kleinkindern ist Deutschland in der Regel Frauensache: Zwei Drittel der Mütter mit Kindern unter drei Jahren bleiben zu Hause. Bei den Vätern sind es nur knapp über zehn Prozent. Auch wenn das Kind bereits ein Teenager ist, arbeiten Mütter seltener als Väter.

Ein Großteil der Mütter arbeitet in Teilzeit

Es ist eine wichtige gesellschaftspolitische Herausforderung, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Familie und Beruf zu finden. In Deutschland versucht ein Großteil der Mütter, dieses Dilemma durch Teilzeitarbeit zu lösen. Zwei Drittel der arbeitenden Mütter sind teilzeitbeschäftigt, bei den Vätern sind es nur sechs Prozent. Eine höhere Teilzeitquote von Müttern gibt es in Europa nur in den Niederlanden (86 Prozent).

Die Teilzeitbeschäftigung ist jedoch nicht immer befriedigend: Oft übernehmen Mütter nach der Elternzeit die gleichen Aufgaben in weniger Zeit und hetzen danach gestresst zur Kita, um ihre Kinder abzuholen. Oder sie haben einfachere, weniger anspruchsvolle Aufgaben. Das erschwert oft den späteren Wiedereinstieg in einen Vollzeitjob.

Rabenmütter und Hausfrauen

In Deutschland arbeiten die Frauen weniger als die Männer und werden für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt. Mütter, die Vollzeit arbeiten, werden oft als Rabenmütter bezeichnet, weil sie wenig Zeit für die Kinder haben. Hausfrauen werden von anderen arbeitenden Müttern belächelt. Dabei sollte jeder frei und ohne Druck entscheiden können, wie er oder sie sein Familien- und Berufsleben gestalten möchte.

Väter in Elternzeit

Väter haben es nicht unbedingt leichter, wenn sie mehr Zeit mit den Kindern verbringen wollen. Seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 nehmen mehr Väter Elternzeit, aber es sind meistens maximal zwei Monate. In Schweden ist es beispielsweise ganz normal, dass Väter längere Auszeiten vom Beruf nehmen. In Deutschland ist es in vielen Unternehmen noch nicht anerkannt, dass Väter mehrere Monate pausieren. Im Väterreport 2016, einer Umfrage der Bundesregierung, gaben nur 14 Prozent der Paare an, dass sie sich Haushalt, Erziehung und Beruf gleich aufteilen.

Haben Sie den Text gelesen und verstanden? Können Sie die folgenden Fragen beantworten?

  • Wie viele Väter von Kindern unter drei Jahren bleiben zu Hause bei den Kindern?
  • Wie versuchen die meisten Mütter, Familie und Beruf zu vereinbaren?
  • Welche Probleme gibt es bei der Teilzeitbeschäftigung?
  • Warum nehmen Väter nur kurz Elternzeit?

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März 2018

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