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Alumni Sustainability Talk in Mexiko

Herausforderungen und Möglichkeiten der Industrie 4.0 und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Welche Folgen hat die Industrie 4.0 für den Arbeitsmarkt? Wird es durch die Digitalisierung der Industrie
weniger Arbeitsplätze geben? Wie sollen sich die neuen Generationen den Herausforderungen stellen
und sich auf die Chancen vorbereiten, welche die Industrie 4.0 bietet?

Diese waren einige der Fragen, die in dem vom Alumniportal Deutschland (APD) und dem German
Centre Mexico in Zusammenarbeit mit dem DAAD Mexico, der Deutschen Botschaft in Mexiko Stadt
und der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer (CAMEXA) organisierten Forum zur
Durchführung von Analysen erörtert wurden.

Im Rahmen dieses am 13. Juni 2018 stattgefundenen Forums wurden Gesichtspunkte und Erfahrungen
zwischen Experten zu diesem Thema, Regierungsvertretern aus Deutschland und Mexiko sowie einer
großen Anzahl von Deutschland-Alumni (Personen, die in Deutschland gelernt, geforscht, gearbeitet
oder eine Ausbildung absolviert haben) darüber ausgetauscht, wie sich der Industriesektor durch die
Digitalisierung gewandelt hat, und welche Auswirkungen diese auf die Arbeitswelt der Zukunft haben
wird.

Sowohl in Deutschland wie auch in Mexiko macht der Industriesektor einen wichtigen Teil des BIP aus
(20% in Mexiko und 22% in Deutschland), daher wird die Digitalisierung in beiden Ländern größere
Auswirkungen auf die Arbeitsstellen in diesem Sektor haben, erklärte Tobias Lange, Berater für
Industrieangelegenheiten der Deutschen Botschaft in Mexiko während seiner Präsentation.
Deutschland möchte gleichzeitig der führende Markt und Lieferant der Industrie 4.0 sein, und seitens
der deutschen Regierung wurde die „Plattform Industrie 4.0“ eingerichtet, welche zum
Erfahrungsaustausch zu diesem Thema dient.

In Mexiko werden Strategien für den Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung entwickelt.
Das Land hebt sich dadurch hervor, dass es vom Erdöl-Exporteur zu einem Wirtschaftsland mit einem
wichtigen Industriesektor aufgestiegen ist. Es verfügt über eine integrierte Volkswirtschaft und hat den
Vorteil von niedrigen Arbeitskosten. Es ist jedoch notwendig, dass Mexiko seine digitale Infrastruktur
weiter ausbaut, um in den kommenden Jahren weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Seitens der mexikanischen Regierung stellte Dr. Raúl Rendón, Generaldirektor für Innovationen,
Dienstleistungen und Binnenhandel des Wirtschaftsministeriums die Antworten aus der Politik in Mexiko
auf die augenblicklichen Herausforderungen der Industrie 4.0 vor. Er betonte, dass auf nationaler Ebene
14 Innovationszentren für die Industrie eingerichtet wurden, mit dem Ziel, dem fehlenden Fachpersonal
auf dem Gebiet der industriellen Digitalisierung entgegenzuwirken. Die in der Industrie umgesetzten technologischen Verbesserungen erlauben die Senkung der Herstellungskosten und ermöglichen gleichzeitig die Anpassung an die Anforderungen der Kunden. Aus diesem Grund wird qualifiziertes Personal benötigt.

Vorträge

  • Jimena Kreusler "El lugar del trabajo en la era de la digitalización"

    German Centre

  • Ann-Kathrin von der Beeke "Innovación y Digitalización: Funciones y Observaciones"

    CAMEXA

  • Nora Goebbel "Alumniportal Deutschland y la importancia de las redes sociales"

    Alumniportal Deutschland

  • Nora Goebbel "Alumniportal Deutschland y la importancia de las redes sociales"

    Alumniportal Deutschland

  • Rosemarie Fleischmann "Feria de trabajo virtual, E-Recruitment y Liderazgo 4.0"

    Boege & Business

  • Tobias Lange "La 'Plattform Industrie 4.0' en Alemania y nuestra cooperación con México"

    Deutsche Botschaft in Mexiko-Stadt

  • Dr. Raúl E. Rendón "Estrategías Nacionales en México para la Industria 4.0"

    Secretaría de Economía México

  • Dr. Raúl E. Rendón "Estrategías Nacionales en México para la Industria 4.0"

    Secretaría de Economía México


Im ersten Diskussions-Panel unter dem Themenschwerpunkt „Industrielle und unternehmerische
Sichtweise auf die Industrie 4.0“ beantworteten die Vertreter der Firmen Bosch, T-Systems, Siemens
und der „think tank“ IMEXDI (Instituto Mexicano de Desarrollo de Infraestructura / Mexikanisches Institut
zur Entwicklung der Infrastruktur) die Fragen des Moderators Abraham Piceno (Koordinator für Deutsch
des Zentrums für Sprachen und Hochschulausbildung der Volkswagen Group Academy in Mexiko) und
tauschten Erfahrungen und Meinungen aus, wobei das Publikum mit mehr als 80 anwesenden
Personen in ein lebhaftes Gepräch einbezogen wurde.

Francisco Javier Lua García, DAAD-Schüler und i4.0 Projektkoordinator bei Bosch, präsentierte die
„Dual-Strategie 2020“ der Firma und unterstrich das Engagement der deutschen Firma als Lieferant,
Entwickler und Benutzer der 4.0 Lösungen, die in der eigenen Firma umgesetzt werden. Die wichtigsten
Bereiche, die bei Bosch durch das Projekt 4.0 abgedeckt werden, sind: Anbindung an die Autoindustrie
(Werk in Toluca), Mobilität und Umwelt.

Augusto Pérez, Head of Continuous Improvement, T-Systems, und Francisco de Diego, Leiter für
Herstellungsdienste bei Siemens Mexico und Mittelamerika, teilten die gleiche Vision in Bezug auf die
Leistungsfähigkeit in der Produktion und auf intelligente und integrierte Logistikketten. Dieses Ziel wird
bei Siemens mit der Technologie der vorausschauenden Instandhaltung von Ausrüstungen erreicht.
TSystems, die Lösungen für Kunden wie Coca Cola, Grupo Modelo, Secretaría de Hacienda y Crédito
Público (Finanzministerium), unter anderen, entwickeln, besteht auf immer ausgefeiltere Anpassungen
an die Bedürfnisse der Kunden.

Die Fortschritte der Industrie 4.0 sind nicht nur für den Industriesektor von Nutzen. Die Stärkung der
Infrastruktur und des digitalen Ökosystems ist auch ein entscheidender Faktor zur Erhaltung der
Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. In Übereinstimmung mit Dr. Edmundo Gamas Buentello,
Generaldirektor des Instituto Mexicano de Desarrollo de Infraestructura (IMEXDI) (Mexikanisches
Institut für die Entwicklung der Infrastruktur), sollten die Fortschritte der Industrie 4.0 sowie die
Vernetzbarkeit und unterschiedliche Arten von Sensoren genutzt werden, um unsere Städte in Smart
Cities zu verwandeln, und auf diese Art und Weise die Lebensqualität ihrer Einwohner zu verbessern.

Panel 1

  • Abraham Piceno

    Volkswagen Group Mexico

  • Francisco Javier Lua García "4.0 en Bosch, visión 2020 y estrategía dual"
    Bosch

    Francisco de Diego "Transformación de los servicios industriales en la era digital"
    Siemens

  • Dr. Edmundo Gamas Buentello "México 4.0: Smart Cities & Smart Infrastructure"
    IMEXDI

    Augusto Peréz "Soluciones correspondientes a la Industria 4.0 en T-Systems"
    T-Systems

Dem zweiten Diskussions-Panel zum Thema “Die Auswirkungen der Industrie 4.0 auf die Ausbildung
und die Arbeitswelt“ gehörte Ernesto Salinas Navarro an, Regionaldirektor für Mexiko Stadt, für die
Laufbahn zum Wirtschaftsingenieur am Tecnológico de Monterrey, weiterhin Tania Moser, leitende
Beraterin der GIZ für das Programm zur Entwicklung des Mexikanischen Modelles der Dual-
Ausbildung der SEP, Rosemarie Fleischmann, Managing Partner, Boege & Business, eine deutsche
Beratungsfirma für Personalwesen in Mexiko, und Jens Hagedom, Managing Partner, Performance
Talent Consulting International.

Die Panel-Teilnehmer waren sich einig, dass durch die Digitalisierung der Industrie einige
Arbeitsplätze verschwinden werden, auf der anderen Seiten werden aber auch neue Arbeitsplätze zur
Erfüllung der Anforderungen geschaffen, welche in den Firmen durch die Einführung der Industrie 4.0
entstehen. In diesem Umfeld erhöht sich die Wichtigkeit der beruflichen Fortbildung und der dualen
Ausbildung zur Aufnahme und Einbringung der technologischen Fortschritte in die beruflichen
Tätigkeiten.

“Die heutigen Generationen stehen der Herausforderung gegenüber, sich auf neue Arbeitsstellen
vorzubereiten, die bislang noch nicht geplant oder konzipiert wurden“, sagte Rosemarie Fleischmann
von Boege & Business. Ebenso wichtig wie die Mitarbeiterschulung ist die Erhaltung derselben,
kommentierte Tania Moser von der GIZ. „Dafür kann es verschiedene Methoden geben, nicht nur die
Lohnzahlung.“

Jens Hagedom von P-Talent vervollständigte diese Idee, indem er betonte, dass zum Beispiel auch die
berufliche Entwicklung innerhalb der Fima oder die Möglichkeit des home office Leistungsanreize bieten
können.

Sowohl die Firmen selbst als auch die Hochschuleinrichtungen spielen eine entscheidende Rolle bei
der Ausbildung für den Arbeitsplatz, sagte Ernesto Salinas Navarro vom Tec de Monterrey. Auf der
einen Seite sollen die Firmen mit den Universitäten beim Erkennen der Fähigkeiten zusammenarbeiten,
die von den Absolventen beim Eintritt in die Arbeitswelt erwartet werden, aber auch die Firmen selbst
sollen ihr Humankapital fortbilden.

Abschließend, bei der Analyse, welche Fähigkeiten zum Eintritt in den Arbeitsmarkt verlangt werden,
nannten die Experten folgende Aspekte: die Grundausbildung verbessern, die mexikanischen Schüler
ermuntern, die Oberstufe abzuschließen, Sprachen lernen und sich interkulturelle Feinfühligkeit
aneignen, die Vorurteile in Bezug auf technische Laufbahnen abbauen, verstärkte Förderung des
Modelles der Dual-Ausbildung, Nutzung der Technologie, um mehr Möglichkeiten für Fernstudien
anzubieten, sowie die Technologie in die beruflichen Tätigkeiten integrieren.

Text: Alejandro Cadena Ramos (Koordinator für Stipendienprogramme und Ex-Praktikanten, DAAD
Mexiko) / Nora Goebbel, Vertreterin des Alumniportal Deutschland für Mexiko

Panel 2

  • Dr. David Ernesto Salinas Navarro "La Industria 4.0 en las propuestas académicas y en la investigación"

    Tecnológico de Monterrey

  • Tania Moser "Impactos de la Industria 4.0 en la formación dual - Oportunidades y desafios"

    GIZ

  • Jens Hagedorn "Retos en la cadena de suministro de talento en el mundo del siglo XXI"

    Performance Talent Consulting International

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Foto: Nora Goebbel © Alumniportal Deutschland

Juli 2018

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