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Alumni Sustainability Talk in Kenia: Als Deutschland-Alumni gemeinsam vorankommen

Der zweite Alumni Sustainability Talk in Kenia fand am 27. März 2018 statt und brachte Deutschland-Alumni, die sich für die SDGs engagieren, mit deutschen Organisationen zusammen, die die gleiche Vision teilen.

Interessanterweise beschäftigten sich die Vorträge alle mit Themen rund um Ziel 6 „Sauberes Wasser und Sanitäre Einrichtungen“, Ziel 7 „Bezahlbare und saubere Energie“ und Ziel 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“. Nun, diese SDGs sind, gelinde gesagt, sehr eng miteinander verbunden und weisen sehr stark auf Bereiche hin, die die kenianische Nation wirklich verbessern muss, um die Agenda 2030 Wirklichkeit werden zu lassen.

Rund 70 Alumni aus Deutschland waren anwesend und sehr gut vorbereitet, um ihren Interessen in den Diskussionen eine Stimme zu geben.  Der Leiter des Pressereferats der Deutschen Botschaft in Kenia, Dr. Alexander Puk, hob den Einsatz der Bundesregierung für die Agenda 2030 hervor und zeigte sich erfreut über das Engagement der Deutschland-Alumni als Botschafter, die die Welt und insbesondere ihr Land zu einem besseren Lebensraum zu machen.

„Wir wollen unsere Verbindung zu Deutschland nicht abreißen lassen!“

Stefan Opitz, Landesdirektor der GIZ Kenia/Somalia, betonte, dass die SDGs als globale Ziele für die Entwicklung der Welt insgesamt und alle Länder, die dieses Abkommen unterzeichnet haben, die gleiche Wichtigkeit haben. Kenia hat sich den SDGs verpflichtet und kürzlich hat Präsident Uhuru Kenyatta die „Big 4 Agenda“ ins Leben gerufen, deren Säulen in den Bereichen Wohnen, Ernährungssicherheit, bezahlbare Gesundheitsversorgung und Verbesserung des verarbeitenden Gewerbes verankert sind.

Die AHK – die Delegation der deutschen Wirtschaft in Kenia – war bei den Gesprächen durch Thilo Vogeler vertreten. Themenschwerpunkte der AHK sind Wasser und Abwasser, nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung, „grünes“ Unternehmertum sowie Kreislaufwirtschaft. Thilo Vogeler betonte in seinem Vortrag, dass Kenia und Deutschland viel voneinander lernen können. Überraschenderweise bezieht Kenia den Großteil seiner Energie aus erneuerbaren Quellen, was in Deutschland nicht der Fall ist. Allerdings hat Kenia mehr Potenzial, seine Ressourcen zu erschließen und Energie im ganzen Land verfügbar zu machen, wodurch das Problem der Haushalte, die heutzutage keinen Stromanschluss haben, gelöst werden kann.

Lucy Mutinda von der Ecocycle Company ist eine Deutschland-Alumna, die am Programm „AFRIKA KOMMT!“ teilnahm und ein Jahr in Deutschland für die GIZ GmbH arbeiten durfte. Das Kernprodukt von Ecocycle ist der Vertrieb und die Installation von Abwasserbehandlungs- und Recyclinganlagen der Klärtechnik Reinhardt GmbH aus Eutin, Deutschland. Sie produzieren und warten innovative, vollbiologische Kläranlagen und sind von der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall) zertifiziert. Die Ingenieurin Lucy betonte, dass sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen das Herzstück aller nachhaltigen Ziele sind, ohne die das Universum nicht überleben kann. Sauberes Wasser hat einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Sie verwies auf die Wasserknappheit in Kenia und die Tatsache, dass von den 46 Millionen Einwohnern Kenias 19 Millionen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, während 27 Millionen keinen Zugang zu verbesserten Sanitäreinrichtungen haben. Ihr Unternehmen versucht, dieses Problem zu lösen, indem es Abwasser recycelt, das dann zur Bewässerung des Gartens und zur Toilettenspülung wiederverwendet wird.

Asnake Belete, Geschäftsführerin von WILO Ostafrika, ist ebenfalls Deutschland-Alumnus, der von der Munich Development Group in München ausgebildet wurde. WILO, ein deutscher Hersteller von Wasserpumpen und Pumpensystemen, besteht seit über 140 Jahren und verfügt mittlerweile über ein Montagewerk in Nairobi. Asnake wies darauf hin, dass Kenia sehr zentral und strategisch für seine Geschäftstätigkeit liegt und sie hoffen, zur Urbanisierung beizutragen und das Wasserproblem zu lösen, mit dem Kenia derzeit konfrontiert ist.

„Das Bedürfnis nach Vernetzung ist sehr groß und wir hoffen, das Feuer entfacht zu halten, um als Deutschland-Alumni etwas gemeinsam zu bewegen.“

Die letzte Sprecherin des Tages, Dr. Leah Tsuma von der Firma ASTICOM, ist eine Deutschland-Alumna, die vom DAAD gefördert wurde und die Gelegenheit hatte, ein Doktorandenstipendium in renommierten Institutionen wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung zu absolvieren. ASTICOM K Ltd ist dabei, eine Müllverbrennungsanlage in Kenia zu bauen, wobei die Pilotanlage in Kibera (südwestlich von Nairobi) gebaut wird. ASTICOM K Ltd wurde gegründet, um „Waste to Energy“-Anlagen in Subsahara-Afrika zu betreiben, beginnend mit Kenia. Dr. Leah Tsuma betonte auch das Engagement von ASTICOM, Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, resilient und nachhaltig zu machen.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete Elizabeth Wichenje, Leiterin der Bibliotheks- und Informationswissenschaften am Goethe-Institut. Sie ermutigte die Deutschland-Alumni, ihre Deutschkenntnisse durch Sprachkurse am Goethe-Institut aufzufrischen und an den kulturellen Veranstaltungen des Goethe-Instituts teilzunehmen, die einen guten kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Kenia gewährleisten.

Das Interesse der Alumni im Publikum zeigte sich sehr deutlich in den lebhaften Diskussionen mit den Referenten und sie lobten die Bemühungen und Initiativen der ausgewählten Deutschland-Alumni. Es versteht sich von selbst, dass die Teilnehmenden durch diese Präsentationen motiviert wurden, selbst aktiv zu den SDGs beizutragen und sie freuen sich darauf, diese Bemühungen in naher Zukunft mit anderen Deutschland-Alumni zu teilen.

Bericht von Sheila Ronoh, Übersetzung: Silke Feil-Schwamborn

Kontakt: sheila.ronoh(at)giz.de

April 2018

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