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Expertor: ein Social Business-Projekt

Projekt: Expertor: ein Social Business-Projekt
Land: Kolumbien
Alumni-Netzwerk: ASPREA


1. Erzählen Sie etwas über Ihr Netzwerk – wie ist es entstanden?

Unsere Organisation ASPREA (Asociación de Profesionales con Estudios en Alemania / Verband kolumbianischer Experten, die in Deutschland studiert haben) nahm im November 1979 mit Unterstützung der Deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts seine Aktivitäten auf. Seitdem wurden zahlreiche Aktivitäten und Projekte mit deutschen oder hiesigen Organisationen entwickelt, mithilfe derer die Verbindungen zwischen kolumbianischen Deutschland-Alumni und den deutschen Organisationen, die sie bei ihrer Ausbildung oder ihrer Arbeit unterstützt haben, lebendig gehalten werden. Wir fördern den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch und die Umsetzung bi-nationaler Projekte, die hiesige Gemeinschaften bei ihrer Entwicklung und Eigenständigkeit unterstützen.

2. Erzählen Sie etwas über Ihr Projekt: Warum ist es für Ihr Netzwerk von Bedeutung?

Eines unserer Hauptziele ist die Unterstützung gefährdeter Gemeinschaften in Kolumbien und deshalb freuen wir uns sehr, das Social Business-Projekt Expertor durchzuführen. Mit diesem kreativen Wortspiel werden Menschen benannt, die Experten in ihrem jeweiligen Feld sind und wirtschaftliche Entwicklung und menschenwürdige Arbeit in Kolumbien gefördert. Darüber hinaus soll das Projekt einen sozialen Mittelpunkt darstellen und sich geschäftlich selbst tragen können, was zu  langfristig zu einer größeren Wirksamkeit führen wird.

Die wirtschaftliche Unterstützung, die Expertor erhält, ist für unsere Partner ein großer Anreiz, sich stärker an den Aktivitäten von ASPREA zu beteiligen. Deshalb hoffen wir sehr, dass unser Verband an weiteren Projekten mitwirken kann, die mit deutscher Unterstützung der kolumbianischen Gesellschaft zugutekommen.

3. Wer ist die Zielgruppe Ihres Projekts? Welchen Nutzen wird Ihre Zielgruppe aus diesem Projekt ziehen?

Es gibt bei uns eine Zunft von selbstständigen Handwerkern, die Renovierungen, Maler-, Bau- und Installationsarbeiten übernehmen. Leider ist es nur zu bekannt, dass sie zumeist dem informellen Arbeitsmarkt in Kolumbien angehören und weder angemessen bezahlt werden, noch Sozialleistungen wie Kranken-, Renten- oder Unfallversicherungsbeiträge erhalten.

Wir sind überzeugt, dass wir die Gesellschaft nur verbessern und die Armut bekämpfen können, wenn diese unmöglichen Arbeitsbedingungen abgeschafft werden. Deshalb ist unsere Zielgruppe die der selbstständigen Handwerker, dabei vor allem diejenigen ohne Arbeit, oder mit unsicheren Arbeitsstellen, die ihren Lebensunterhalt nicht gewährleisten.

Der Kern, das Ziel und der Zweck unseres Projekts sind die Menschen. Deshalb zielt unser Ansatz darauf ab, die Arbeitsbedingungen selbstständiger Arbeiter zu verbessern, ihnen Zugang zu Arbeitsangeboten zu geben und ihr Bewusstsein darüber zu stärken, wie wichtig es ist, Teil des sozialen Fürsorgesystems zu sein.

4. Worin bestehen die größten Herausforderungen bei der Umsetzung Ihres Projekts? Was müssen Sie bedenken, planen und organisieren?

Es ist kein Geheimnis, dass bei uns in Kolumbien das Konzept eines formalen Arbeitsmarkts eher belächelt und mit höheren Preisen assoziiert wird. Wir glauben, dass hier Verbesserungen möglich sind und mit dieser Motivation haben wir Expertor entwickelt: ein Projekt für soziales Unternehmertum, das nicht nur für bessere Arbeitsbedingungen sorgen, sondern außerdem sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer über die Vorteile des formalen Arbeitsmarkts für sie selbst und die Gesellschaft als Ganzes informieren soll.

Somit gehört es zu unseren größten Herausforderungen, ihnen die Bedeutung formal geregelter Arbeitsbedingungen und Sozialversicherungen zu vermitteln. Wir sind überzeugt, dass vor allem letztere unter anderem ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung für sie und ihre Familien und eine Altersplanung mit menschenwürdiger Altersversorgung verbessern würde.

Bald nach Beginn dieser Reise wurde uns klar, dass für uns als Ingenieure eine der persönlichen Herausforderung darin liegen würde, die Arbeits- und Handelsgesetze sowie die Rechte und Pflichten in Arbeitsbeziehungen zu verstehen. Es ist für uns eine wunderbare Erfahrung, diese für uns neue Welt mit der Hilfe von Spezialisten auf diesem Gebiet kennen und verstehen zu lernen.

5. Mit welchen Kooperationspartnern oder Netzwerken arbeiten Sie zusammen? Wer unterstützt Sie bei der Umsetzung Ihres Projekts?

Wir haben unser Projekt mit verschiedenen Partnern begonnen: dem Alumniportal Deutschland, DAAD Cali, dem Deutsch-Kolumbianischen Kulturzentrum und Cali Emprendedora.

Das Alumniportal Deutschland unterstützte Expertor von Anfang an und verleiht unserem Projekt durch sein internationales Community-Netzwerk internationale Sichtbarkeit. Seitdem wir einen Wettbewerb in unserer Heimatstadt Cali gewonnen haben, arbeiten wir außerdem mit „Cali Emprendedora (Cali-Unternehmer)“ zusammen und werden von ihnen in den Bereichen Innovation und Marketing geschult.

Außerdem haben wir enge Verbindungen mit dem DAAD in Cali und dem Deutsch-Kolumbianischen Kulturzentrum Cali, seitdem wir im Jahr 2012 anfingen, Deutsch zu lernen. Sie stellen uns einen Arbeitsplatz zur Verfügung und bieten uns Gelegenheiten zum Ausbau unseres Netzwerks.

Wir haben uns mit dem Café Sinergia und anderen Unternehmern zusammengetan, um Erfahrungen auszutauschen, Schlüsselkompetenzen des Geschäftslebens zu erhalten und Expertor zu einer sich selbst tragenden Initiative werden zu lassen. 

Februar 2018

Kommentare

Alberto Grajales
23. Februar 2018

Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der APD für das von unseren Cali-Mitglieder vorgestellte Projekt. Wir haben sehr hart mit der GIZ und dem Cali-Team gearbeitet, um dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen. Dies ist ein Beispiel für die großartigen Möglichkeiten des Unternehmertums und der Entwicklung, die andere Mitglieder der Alumni-Gemeinschaft in Kolumbien durch Asprea haben können.

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