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Vom Verwenden zum Verschwenden: Trinkwasser wird immer knapper

Bis zum Jahr 2050 wird der Bedarf an Trinkwasser um 55 Prozent steigen, schätzen die Vereinten Nationen. Dabei hat jetzt schon jeder zehnte Mensch keinen Zugang zu sauberem Wasser. Fünf Fakten und Forderungen rund um das Thema Verschwendung von Trinkwasser.

Anbau von Pflanzen

70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs gehen auf die Landwirtschaft zurück. Mehr als die Hälfte davon wird für lediglich vier Pflanzen verwendet: Reis, Baumwolle, Zuckerrohr und Weizen. In vielen trockenen Gegenden der Welt werden zudem Pflanzen angebaut, die besonders viel Wasser benötigen, beispielsweise Früh-Erdbeeren in Spanien oder Feldfrüchte auf der arabischen Halbinsel. Das ist nicht sehr effizient.

Professor Brahma Chellaney vom Zentrum für Politikforschung in Neu-Delhi fordert daher alle Länder, in denen Wasserknappheit herrscht, dazu auf, aus der Produktion wasserintensiver Feldfrüchte auszusteigen. 

Nutztierhaltung

Die Nutztierhaltung verbraucht ein Drittel des Wassers, das insgesamt für die Landwirtschaft aufgewendet wird. Das allermeiste davon fließt in die Produktion von Futter – laut World Wide Fund For Nature (WWF) ganze 15.500 Liter für nur ein Kilogramm Rindfleisch. Das ist so viel Wasser, wie in einen kleinen Swimmingpool passt! Zudem verschmutzt industrielle Massentierhaltung das Grundwasser, da über die Gülle gefährliches Nitrat und Antibiotika in den Boden sickern.

Umwelt- und Ernährungsorganisationen fordern, dass Menschen vor allem im globalen Norden weniger Fleisch essen. In Deutschland konsumiert eine Person durchschnittlich 88,3 Kilogramm Fleisch jährlich – das ist mehr als das Doppelte als die empfohlene Menge, denn ein umweltschonender und gesundheitsfördernder Verbrauch liegt bei bis zu 31 Kilogramm pro Jahr

Was wissen Sie über Wasser?

Industrie

20 Prozent des weltweit verfügbaren Süßwassers verbraucht die Industrie, unter anderem für die Gewinnung von Erdöl, die Kühlung von Kraftwerken und für die Herstellung von Papier. Für ein Blatt Papier im DIN-A4-Format werden ganze 10 Liter Wasser aufgewendet.

Jedes Unternehmen und jeder Einzelne von uns sollte Recycling- statt Frischfaserpapier verwenden und so bis zu 70 Prozent Wasser sparen. Die Vereinten Nationen empfehlen außerdem, weniger Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke zu bauen und in erneuerbare Energien aus Sonne und Wind zu investieren, um den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Haushalt

Auch im Haushalt wird viel Wasser verwendet: In Deutschland sind es täglich bis zu 190 Liter pro Kopf. Zwar mangelt es hierzulande nicht an Wasser, aber es lohnt sich trotzdem, den eigenen Verbrauch einzuschränken. So kann man nicht nur Wasser, sondern auch Energie sparen: Wird weniger Wasser erwärmt, wird weniger Energie verbraucht. Auch die Wasserverschmutzung sollte eingeschränkt werden, denn je sauberer das Wasser bleibt, desto weniger aufwendig und energieintensiv ist die Wiederaufbereitung in Kläranlagen. Beim Wasserverbrauch gilt: besser kurz duschen als eine ganze Badewanne mit warmem Wasser füllen! 

Video zum Weltwassertag 2017: Why waste water?

Abwasser

Momentan werden 80 Prozent des weltweiten Abwassers nicht geklärt. Deshalb fordern Umweltorganisationen eine deutliche Verbesserung des Wassermanagements. Die Vereinten Nationen gehen noch weiter: Sie forderten am Weltwassertag 2017, Abwasser neu wahrzunehmen – und zwar als Energiequelle!

Mithilfe von bakterienähnlichen Mikroorganismen wird heute bereits Biogas aus Abwasser und Abfällen gewonnen, das beispielsweise zum Heizen weiterverwendet werden kann – so etwa in einer Siedlung von 200 Häusern in Noorderhoek in den Niederlanden. Der niederländische Wissenschaftler Mark van Loosdrecht hat außerdem eine Technologie entwickelt, mit der durch Mikroorganismen Abwasser gereinigt und wieder zu Trinkwasser werden kann.

Autorin: Wiebke Schönherr

Tipps zum Wasser sparen

10 Prozent des Wassers werden in privaten Haushalten und Kommunen verbraucht. Haben Sie Ideen, wie dort Wasser eingespart werden kann oder was Sie selbst gegen Wasserverschwendung tun können? Verraten Sie uns Ihre Tipps für den „Lazy Person’s Guide to Saving the World“, geschrieben von Deutschland-Alumni! 

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November 2017

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