0 Finde ich gut

„Wir schlagen ein neues Kapitel auf“ – Die Gewinner des Alumniportal-Wettbewerbs auf Deutschlandreise

Von Korea über Magdeburg nach Köln und Bonn, so lässt sich kurz der gemeinsame Weg der beiden Gewinner des Alumniportal-Wettbewerbs beschreiben. Soni Fahruri, ein Energieberater aus Indonesien, und Quang Khai Nguyen, ein Ingenieur aus Vietnam, lernten sich in Korea auf einer Fortbildung kennen und sind für eine Woche auf Deutschlandreise.

In Korea wurden sie 2013 zusammen mit einem Kollegen aus Kambodscha von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eingeladen, in Magdeburg an einer Weiterbildung in den Bereichen Klimawandel und „Grüne Jobs“ teilzunehmen. Etwas mehr als ein halbes Jahr bildeten sie sich dort fort. „In Indonesien gibt es ein großes klimapolitisches Bewusstsein. Unsere Regierung forciert daher den Einsatz von erneuerbaren Energien. Denn wir haben alles: Sonnenenergie, Gezeitenenergie und insbesondere Geothermie“, sagt Soni Fahruri, der das indonesische Abgeordnetenhaus in Energiefragen berät.

Alleine mit Erdwärme könnte Indonesien seinen Strombedarf vollständig decken, so eine Analyse. Dabei erhält Indonesien Unterstützung aus Deutschland: Sowohl das Forschungsministerium als auch das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam wollen dort ein Geothermie-Forschungszentrum gründen. „2020 sollen 26 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energien stammen“, erklärt der Berater das ehrgeizige Ziel der Regierung.

Einen anderen Tätigkeitsschwerpunkt hat Quang Khai Nguyen. Sein Spezialgebiet ist die Entsorgung von Schmutzwasser. Seit seinem Aufenthalt in Magdeburg arbeitet er in Ho-Chi-Minh-Stadt für ein Unternehmen, das Abwasserkanäle für vietnamesische Städte konzipiert. „Wir entwickeln Abwasserbehandlungspläne. In unseren Städten ist die Abwasserentsorgung ein großes Problem. Hier setzen wir auf deutsches Know-how“, so der 31-Jährige Ingenieur. „Dabei hat mir auch die Weiterbildung in Magdeburg sehr geholfen.“

Ein volles Programm

Ihre gewonnene Deutschlandreise wollen die beiden nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen. „Bei unserem ersten Aufenthalt in Deutschland haben wir ein Buch geöffnet, jetzt möchten wir ein weiteres Kapitel aufschlagen“, sagt Soni Fahruri. So trifft sich Quang Khai Nguyen mit Wasserwirtschaftsexperten. Zudem steht ein Treffen mit der Gesellschaft für Organisation, Planung und Ausbildung, kurz GOPA, auf der Agenda. Das Beratungsunternehmen hat sich unter anderem auf die internationale Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern spezialisiert. An einem anderen Tag sind die beiden Experten bei der UNESCO-UNEVOC eingeladen. Das Berufsbildungszentrum fördert die internationale Zusammenarbeit, den Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie die Bildung von Partnerschaften.

„Netzwerke sind für uns von großer Bedeutung“, betont Soni Fahruri. Dabei spiele auch das Alumniportal eine wichtige Rolle. Das Netzwerk biete, so der Berater, die Möglichkeit, mit anderen Experten in Kontakt zu den treten beziehungsweise den Kontakt zu Experten und Studenten zu pflegen. „Ich nutze auch die Fachgruppen, um bei bestimmten Themen wie beispielsweise bei erneuerbaren Energien neue Impulse zu bekommen. Wir denken beide, dass die Herausforderungen des Klimawandels nur global gelöst werden können. Schon in Magdeburg fragten wir uns: Wie können wir uns in Zukunft gegenseitig unterstützen? Wie können wir gemeinsam Projekte und Strategien weiterentwickeln? Unsere Antwort: Wir schlossen uns einer Organisation an, die das Ziel hat, erneuerbare Energie, Energieeffizienz und umweltverträgliche Abwasserbehandlung zu fördern.“ Dies sei der erste Schritt.

„Die Raucher störten mich“

Auch wenn die Deutschlandreise im Wesentlichen dem Netzwerken dient, soll der kulturelle Aspekt nicht zu kurz kommen. Einen Tag werden die beiden die rheinischen Sehenswürdigkeiten wie den Kölner Dom besichtigen. Auf die Frage, welche Eindrücke sie von ihrem ersten Aufenthalt in Deutschland hatten, kamen ganz unterschiedliche Antworten. „Die erste Woche in Deutschland war ich in Saarbrücken. Alles war so sauber und so geregelt. Selbst die Straßenbahn fuhr pünktlich“, sagt Quang Khai Nguyen. „Und was mir während des Aufenthaltes auffiel, die Deutschen verbringen viel mehr Zeit mit ihren Freunden und Familien. In Vietnam zählt nur die Arbeit. Da finde ich die deutsche Mentalität besser.“

Soni Fahruri meinte hingegen lachend: „Mich störten in Deutschland die vielen Raucher, überall wird geraucht.“ Er ist selbst Raucher. Sein Deutschlandbild sei im Vorfeld durch eine bekannte Persönlichkeit in Indonesien geprägt worden, die in Deutschland studierte und in Indonesien Karriere machte. „Als ich nach Deutschland kam, dachte ich, alle Deutschen sind schlau“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln.

Die Gewinner der Deutschlandreise in der Community

Sie können mit Soni Fahruri und Quang Khai Nguyen im Alumniportal Kontakt aufnehmen:

Zum Community-Profil von Soni Fahruri

Zum Community-Profil von Quang Khai Nguyen

Oktober 2014

Dieser Text ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. Möglicherweise unterliegen zusätzliche Inhalte wie Bilder und Videos jeweils zusätzlichen Bedingungen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie einverstanden. Zudem gilt folgende Regelung für die korrekte Benennung der Urheber und Quelle sowie Übersetzungen.

Jetzt kommentieren