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Klimaschutz statt Kohle

Deutschland plant den Kohleausstieg. Die Zeit drängt – und es gibt noch Schwierigkeiten.

Der Ausstieg kommt – auch wenn der Zeitplan noch unklar ist: Unabhängig von einer neuen Regierungskoalition nach der Bundestagswahl 2017 steigt Deutschland voraussichtlich aus der Kohleverstromung aus. Deutschland zählt zu den Erstunterzeichnern des Klimavertrags von Paris, der erstmals alle Staaten der Welt in die Pflicht genommen hat – und der als Signal für ein „Zeitalter der Dekarbonisierung“ gilt. Warum wird in Deutschland dann überhaupt noch diskutiert? Die wichtigsten Fragen zum Kohleausstieg.

Welche Rolle spielt Kohleenergie in Deutschland?

Knapp über 40 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms kam 2016 aus Kohlekraftwerken. Doch der Anteil von Braun- und Steinkohle am Energiemix ist rückläufig. Immer wichtiger werden dagegen die Erneuerbaren Energien, deren Anteil an der Stromerzeugung zuletzt von 16 Prozent im Jahr 2009 auf 29 Prozent angestiegen ist. Doch auch wenn den Erneuerbaren die Zukunft gehört – an der Kohlenutzung hängen in Deutschland noch einige Arbeitsplätze. Während die letzte deutsche Steinkohlezeche 2018 den Förderbetrieb einstellen wird, sind in den Braunkohle-Regionen im Rheinland und in Ostdeutschland noch mindestens 20.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Der Bundesverband Braunkohle rechnet auch Jobs bei Zulieferern mit ein – und kommt auf bis zu 50.000 Arbeitsplätze, die an der Kohle hängen.

Welche Strategien für den Kohleausstieg gibt es?

Auch klare Befürworter des Kohleausstiegs bestreiten nicht, dass den Regionen, die bisher von der Braunkohlewirtschaft profitierten, ein Angebot gemacht werden muss. Die Denkfabrik Agora Energiewende hat einen Strukturwandelfonds des Bundes in Höhe von 250 Millionen Euro angeregt, die je zur Hälfte an die Bundesländer Nordrhein-Westfallen und Brandenburg gehen sollten. Bundeskanzlerin Merkel hat angekündigt, mit den betroffenen Regionen zu sprechen, um Alternativen für Beschäftigungen herauszuarbeiten.

“Bis 2050 soll der CO2-Ausstoß in Deutschland um 80 bis 95 Prozent gesenkt werden.”

Warum ist der Kohleausstieg so wichtig?

Die Verbrennung des fossilen Energieträgers Kohle trägt erheblich zu den klimaschädlichen CO2-Emissionen bei. Steigt Deutschland nicht aus der Kohleenergie aus, wird es seine ehrgeizigen Klimaschutzziele nicht erreichen. „Um bis 2020 nah an die 40 Prozent CO2-Reduktion zu kommen, muss Deutschland in der kommenden Legislaturperiode rund 20 ältere Braunkohlekraftwerke vom Netz nehmen“, sagt Patrick Graichen, Chef von Agora Energiewende. Bis zum Jahr 2050 soll der CO2-Ausstoß in Deutschland sogar um 80 bis 95 Prozent gesenkt werden. Es gilt, keine Zeit zu verlieren.

Autor: Johannes Göbel

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Deutschland.de publiziert.

Friedrich-Ebert-Stiftung: Die Energiewende in Deutschland

Januar 2018

Kommentare

Friedrich Tilmann KROPP
12. Januar 2018

Sehr geehrte Frau S. Althof,
Zuerst ein Dankeschön für die Beiträge von 2017 und ein gutes und Erfolgreiches 2018.
2030 ist ein heisses Thema. Ich wünschte mir für die kommenden Generationen viel Erfolg.
Man kann auch etwas eingeschränkter leben und ist deshalb nicht unglücklicher.
Wenn das Projekt 2030 nicht im international durchgeführt wird und die Reichen auf dieser Erde nicht zur ihre unnötigen "Bedürfnisse" herunterschrauben, sehe ich schwarz für die Zukunft.
Ich bin 78 alt und habe die Kriegszeit und Nachkriegszeit in Deutschland erlebt und selber erfahren was es heist, mit allen Gütern sparsam umzugehen. Auch habe ich in verschiedenen Kontinenten Eiheimischen gelebt und gearbeitet. Also Beispiele gibt es genug um richtig zu handeln. Im Internet nachschlagen.
Dies soll nicht eissen, dass ich nicht für das Projekt 2030 bin. Jeder soll mitmachen auch die politisch Verantwortlichen in allen Ländern, es geht um die Zukunft der Menschheit. Ich wünschte mir viel Erfolg für die kommenden Generationen.
F.T.K. aus Spanien

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