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Entwicklungspartnerschaften: Die GIZ unterstützt unternehmerisches Engagement weltweit

Mit Projekten wie „Grauwasser-Recycling" in Jordanien fördert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Entwicklungspartnerschaften zwischen Unternehmen und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Ein Ansatz, von dem beide Seiten profitieren. 

Tourismus ist wichtig für Jordanien. Doch Tourismus benötigt viel Wasser und Jordanien hat immer weniger davon. Das Entwicklungspartnerschaften-Projekt „Grauwasser-Recycling in Hotels“ hat eine Lösung für dieses Dilemma. „In Hotelzimmern sind etwa 80 Prozent des Abwassers wiederverwertbares Grauwasser“, heißt es in der Projektbeschreibung der deutschen Initiatoren. Eine Recycling-Anlage ermöglicht Hotels und Freizeitanlagen große Mengen Frischwasser zu sparen. Dabei wird leicht verschmutztes Abwasser aus der Dusche und dem Waschbecken aufgefangen und gereinigt – und das ohne Einsatz von Chemikalien. Anschließend wird das Wasser wiederverwendet, z.B. für die Toilettenspülungen und die Pflanzenbewässerung. Die Qualität des recycelten Wassers entspricht den EU-Anforderungen für Badegewässer.

Grauwasser-Recycling: ein Modell für die Zukunft

Für das Entwicklungspartnerschaften-Projekt „Grauwasser-Recycling“ wurde das Dead Sea Spa Hotel in Jordanien ausgewählt. Die Wellness-Anlage am Toten Meer war besonders betroffen vom Wassermangel in dieser Region. Während der Hochsaison fuhren bis zu zehn Mal täglich Tanklaster mit frischem Wasser vor. Die Wassermenge der öffentlichen Versorgung reichte einfach nicht aus. Das Hotel war auf private Lieferanten angewiesen – eine sehr aufwändige und teure Lösung. Die Chance, durch eine Recycling-Anlage Wasser einzusparen, kam wie gerufen für das Hotel. Mit Hilfe der Partner aus Deutschland wurde die Recycling-Anlage im neuen Gebäudeteil installiert. Durch 170 Toiletten läuft nun recyceltes Wasser, damit spart das Hotel ein Drittel des Trinkwassers ein. „Das Angebot des Hotels hat eine neue Komponente bekommen“, sagt Hotel-Besitzer Ramzi Nazzal. „Bei uns wird ab sofort Nachhaltigkeit mitgebucht!“

Die GIZ und die Pontos GmbH

An dem Projekt beteiligten sich die deutsche Sanitärfirma Pontos GmbH und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die im Rahmen des Programms develoPPP eine Entwicklungspartnerschaft eingegangen sind. Die 2011 gegründete GIZ ist entstanden aus der Fusion von Deutschem Entwicklungsdienst (DED), der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung (InWEnt). Sie arbeitet überwiegend im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit dem Programm develoPPP.de bringt das Ministerium Partner aus Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit zusammen, vermittelt Kontakte zu örtlichen Behörden und Unternehmen und unterstützt die Projekte finanziell und mit eigenen Experten. PPP steht für „Public Private Partnership“, also die Partnerschaft zwischen Privatwirtschaft und Staat in Projekten für nachhaltige Entwicklung.

Kein Widerspruch: Unternehmerisch handeln und nachhaltig entwickeln

Das Beispiel aus Jordanien ist nur eines von vielen Projekten dieser Art, die das BMZ fördert. Mehr als 3.000 solcher Entwicklungspartnerschaften in über 70 Ländern sind in den vergangenen zehn Jahren initiiert worden. Auf der Unternehmerseite stehen dabei nicht nur Großunternehmen, sondern auch viele Mittelständler und Verbände. Sinn ist es, dass beide Seiten investieren, aber auch profitieren: So eröffnen sich für Unternehmen neue Absatzmärkte in Ländern, in die sie sich ohne Unterstützung kaum gewagt hätten. Und in den Entwicklungsländern werden nicht nur nachhaltige Projekte mit Hilfe privater Mittel umgesetzt, sondern auch Arbeitsplätze geschaffen und innovative Technologien und Know-how eingeführt.

Juni 2012

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